Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Helgi Jónsson – Blindfolded

Wer im Herbst Tina Dico auf Tour gesehen hat, wird auch kaum an Helgi Jónsson vorbeigekommen sein, ihrem charmanten Voract. Der isländische Singer/Songwriter mit einer Stimme zwischen Teitur und Jónsi von Sigur Rós hat erst im Oktober sein starkes zweites Album „For The Rest Of My Childhood“ veröffentlicht – ein echter Kritikerliebling, dem diesen Herbst ein würdiger Nachfolger geboren werden sollen. Zwischendrin erscheint der EP-Leckerbissen „Blindfolded“, den man auf keinen Fall übersehen darf.

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Architects – The Here And Now

Hier ist die große Herausforderung: Nach drei brutalen und faszinierenden Album zwischen Mathcore, Metalcore und Punk-Esprit wollen sich Architects aus Großbritannien verändern. „The Here And Now“ ist ihre „erste positive Scheibe“ und wagt eine dezente Neuausrichtung. Mehr Melodie, mehr Rock und damit auch, man muss das böse Wort in den Mund nehmen, und mehr Mainstream hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck.

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Bored Man Overboard – Rogue

2010 war das Jahr von Arcade Fire und ihrem großartigen Album „The Suburbs“. Wer nun krampfhaft auf der Suche nach einem Nachfolger ist, sollte Bored Man Overboard eine Chance geben. Das Septett aus Stockholm spielt eine sympathische Indie-Folkrock-Melange mit einem Hauch von akustischer Magie und orchestralem Grandeur. Neugierig geworden? Ihr Debütalbum „Rogue“ fasziniert von der ersten Sekunde an.

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Baby Universal – Boys And Girls

Aus einem ausgiebigen Roadtrip von Sänger Cornelius Ochs entstanden Baby Universal, ein klassisch orientiertes Rock-Quintett mit einem Faible für INXS, The Doors und Mando Diao. Das Debütalbum „Baby Universal“ ist bereits seit ein paar Monaten draußen, wirft aber ordentlich Material ab. „Boys And Girls“ klingt wie der perfekte Soundtrack zu eben jener entscheidenden Rundreise durch die Staaten.

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The Very End – Mercy & Misery

Das Ende ist nah, verneigt euch in Demut! Nein, hier läuft kein Wahnsinniger über den Times Square – The Very End aus dem Ruhrpott haben ihr zweites Album am Start. „Vs. Life“ überraschte im Oktober 2008 und rechtfertigte durchaus die Auszeichnung „Demo des Monats“ vom deutschen Metal Hammer geraume Zeit zuvor. „Mercy & Misery“ ist nun der nächste logische Schritt – mehr Melodie, mehr Metal, mehr Groove.

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Kaizers Orchestra – Hjerteknuser

Die Maske ist ab, das elaborierte Storytelling zurück – Kaizers Orchestra bereiten ein überaus ambitioniertes Projekt vor. Über drei thematisch miteinander verwobene Alben stellen die Norweger ihr „Violeta Violeta“-Universum vor, ihr mit Sicherheit bislang ambitioniertestes Projekt. Der erste Teil erscheint am 28. Januar, der zweite im Januar 2012 und der dritte im November 2012. Bis es so weit ist, verkürzt die E-Single „Hjerteknuser“ die Wartezeit.

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Times Of Grace – The Hymn Of A Broken Man

Als Metalcore-Referenzwerk gilt „Alive Or Just Breathing“ von Killswitch Engage mittlerweile als absoluter Genre-Klassiker. Kurz darauf verließ der physisch und psychisch ausgelaugte Sänger Jesse Leach die Band. Times Of Grace vereint nun Leach, nunmehr Sänger bei The Empire Shall Fall, mit Killswitch Engage-Mastermind Adam Dutkiewicz. Das gemeinsame Debüt „The Hymn Of A Broken Man“ ist keineswegs eine Fortsetzung von erwähntem Klassiker, sondern viel mehr ein neues, nicht minder faszinierendes Kapitel in der langen Karriere beider Musiker.

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Adele – Rolling In The Deep

Doppelplatin in Großbritannien, Gold in den USA, Grammy als beste Newcomerin 2009 – die britische BBC hatte den richtigen Riecher, als sie 2008 das Soul-Wunder Adele an die Spitze ihres „Sound of 2008“ setzten. In Deutschland hatte sie mit ihrem Debütalbum „19“ deutlich weniger Erfolg und stand deutlich im Schatten von Mitstreiterin und Konkurrentin Duffy. „21“ wird es mit dem traditionell unterrepräsentierten Label XL erneut schwer haben, schickt vorab mit „Rolling In The Deep“ aber zumindest einen verdammt starken Song ins Rennen.

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Glassjaw – Our Color Green (The Singles)

Aus dem Off melden sich Glassjaw zurück mit – man höre und staune – neuer Musik. Die Post-Hardcore-Revoluzzer um Daryl Palumbo sind bereits seit geraumer Zeit wieder unterwegs und haben über die letzten Monate fünf Tracks als Gratis-Downloads und 7″-Singles unter tatkräftiger Viral Marketing-Unterstützung unters Volk gebracht. Gesammelt gibt es das neue Material nun als digitale EP zu haben. „Our Color Green (The Singles)“ – ein perfekter Start ins neue Jahr.

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BBC Sound of 2011

Der wichtigste musikalische Gradmesser Großbritanniens hat wieder zugeschlagen. Seit 2003 veröffentlicht die BBC zu Jahresbeginn eine Liste mit den hoffnungsvollsten Künstlerinnen und Künstlern für einen möglichen nationalen und internationalen Durchbruch. Acts wie Lady GaGa, Franz Ferdinand, Mika, Duffy oder Ellie Goulding ist dies – mal lokaler, mal globaler – durchaus gelungen. Die im Dezember 2010 veröffentlichte Longlist wurde nun gekürzt, die Top 5 stehen fest. Werfen wir einen Blick auf die britische NXT-Staffel 2011.

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