Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Heavy Feather

Heavy Feather – Mountain Of Sugar

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren landeten Heavy Feather mit ihrem Debütalbum „Débris & Rubble“ einen Volltreffer. Die Mischung aus 60s-Rock und mächtiger Blues-Stimme wurde für die Schweden zum vollen Erfolg. Darauf will sich das Quartett aus Stockholm aber keineswegs ausrasten, zumal die geplante Tour deutlich abgekürzt werden musste. Für den Nachfolger „Mountain Of Sugar“ bemüht man sich um noch rohere Energie mit mehr Heavyness und einem etwas ausgeprägteren Faible für dies 70s. So sollen unter anderem Bands wie Free, Cream und Lynyrd Skynyrd Pate gestanden haben.

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Major Murphy

Major Murphy – Access

Der Weg gabelt sich und führt das Leben in unterschiedliche Richtungen. Welchen Pfad soll man ergreifen? Solch existenzielle Fragen vertonen Major Murphy aus Grand Rapids, Michigan. Das zweite Album des US-Quartetts verarbeitet eine Geschichte von frischgebackenen Eltern, sicherlich von ‚Bandpaar‘ Jacob Bullard und Jacki Warren inspiriert. „Access“ befasst sich mit Unsicherheiten, mit Sehnsüchen, mit der erzwungenen Trennung von den Liebsten auf Tour und im Studio. Begleitet wird diese introspektive Schwere von einem eng verwobenen Gitarrenteppich zwischen Alternative Rock, Indie und ein wenig Art-Pop.

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The Fratellis

The Fratellis – Half Drunk Under A Full Moon

Mit ihrem ersten Album und Songs wie „Chelsea Dagger“, „Flathead“ und „Whistle For The Choir“ gingen The Fratellis durch die Decke. Das ist mittlerweile 15 Jahre her. Nach kurzer Katerstimmung etablierte sich das Trio aus Glasgow zumindest in der Heimat als echte Albumband und erreichte zuletzt sogar die britischen Top 5. Nun kommt eine Platte hinterher, die in düsteren Zeiten wie ein kämpferisches Statement wirkt, die auf die Rückkehr von Live-Musik vorbereitet und zugleich die Energie und Macht von gutem Pop betont. „Half Drunk Under A Full Moon“ zeigt die Fratellis vielschichtiger denn je.

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Oxford Drama

Oxford Drama – What’s The Deal With Time?

In ihrer polnischen Heimat konnten sich Oxford Drama bereits einen Namen machen. Das Duo um Małgorzata Dryjańska und Marcin Mrówka versteht sich auf ein breites Pop-Spektrum, das von Indie und Dream bis zu Electro und Synthie sowie einer dezenten Portion Rock reicht. Zwei Alben erschienen bereits, zudem spielte man auf diversen Festivals. Der dritte Longplayer „What’s The Deal With Time?“ lädt nun auf eine Reise ein, wo die Dinge zugleich neu und vertraut erscheinen. Genau das trifft auch auf den Sound des Duos zu.

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Citizen

Citizen – Life In Your Glass World

Eigentlich bereuen Citizen nichts, auch wenn sie sich nach eigenen Angaben in manchen Momenten machtlos fühlten. Das Trio aus Toledo, Ohio wollte komplett auf eigenen Beinen stehen und den gesamten Kreativprozess vom Songwriting bis zu den Aufnahmen autark gestalten. Also baute man sich ein eigenes Studio und verlegte den gesamten Entstehungsprozess in die Heimat. Begleitet von einer deutlich beateskeren Arbeitsweise, bei der jeder Song auf einem möglichst anderen Bass-und-Schlagzeug-Korsett basiert, klingt das vierte Album „Life In Your Glass World“ angenehm anders und doch irgendwie vertraut.

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'68

’68 – Give One Take One

Josh Scogin und Nikko Yamada hatten plötzlich ganz viel Zeit und investierten diese in frische Songs. Erst im September erschien die EP „Love Ain’t Dead“, produziert von Grammy-Preisträger Nick Raskulinecz (Foo Fighters, Alice In Chains, Rush), nun legt das Duo ’68 auch schon wieder nach. Abermals gemeinsam mit dem Produzenten-Urgestein aufgenommen, holt „Give One Take One“ den Sound der Beiden wieder auf Albumlänge. Für Scogin hat diese neue Platte beinahe etwas Therapeutisches an sich und soll die bloße, unverfälschte Freude an der Musik an sich symbolisieren. Besagte Musik zeigt eine weitere dezente Häutung.

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Kali Masi

Kali Masi – [laughs]

Reserviertheit ist ein Konzept, das Kali Masi nicht kennen. Bereits auf ihrem Debütalbum ignorierte das Quartett aus Chicago jegliche Formen falscher Zurückhaltung und kleidete seine kurzweiligen Indie-Punk-Tracks mit allerlei Persönlichem aus. Davon gibt es nun noch mehr. Die Band um Sänger und Gitarrist Sam Porter zeigt, wie es sich anfühlt, fehl am Platz zu sein, befasst sich mit Entfremdung, emotionalem Missbrauch und der Suche nach Identität an sich. Und das in mächtige, mitreißende Hymnen mit der gebotenen Portion Schwermut gekleidet. Das liest sich nicht nur spannend, es klingt auch so: „[laughs]“ entpuppt sich als packendes zweites Album.

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Great Escapes

Great Escapes – Okay

Muss immer alles toll und großartig sein? Definitiv nicht, finden Great Escapes, und erklären, dass man absolut mal scheitern darf. Der stete Zwang zur Selbstoptimierung geht dem Trio aus Münster auf den Keks, dem Hang zu Perfektionsmus wird der Mittelfinger gezeigt. Es ist absolut in Ordnung, nicht ganz oben zu stehen, einfach nur man selbst zu sein. Und so trägt das zweite Album der Emo-Punk-Feinschmecker den deutlichen wie versöhnlichen Titel „Okay“.

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24/7 Diva Heaven

24/7 Diva Heaven – Stress

Punk mit Herz, Witz und Verstand – es kann so einfach sein. Wobei, wird das allein dem Auftreten von 24/7 Diva Heaven tatsächlich gerecht? Die drei Berlinerinnen haben einiges zu sagen, bekennen zu so vielfältigen Themen wie Feminismus, Ungleichheit, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Umweltproblemen ganz klar Stellung, begleitet von einem kantigen 90s-Sound zwischen Alternative, Punk und Grunge. „Stress“ ist das Debütalbum des Trios, das bei aller Ernsthaftigkeit nie auf das gewisse Augenzwinkern vergisst.

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Catapults

Catapults – I’ll Be Honest

Bei Catapults ist alles in Oldenburg, um das wohl furchtbarste Wortspiel gleich zu Beginn zu bringen und einen Klassiker zu recyclen. Für die Band sollte das kein Problem sein, sucht man doch bevorzugt das Neue im Alten und bemüht sich um so wichtige Bereiche wie Upcycling und Nachhaltigkeit. Genau das bringt das Quartett in die ihr am Herzen liegende Skateszene ein und packt ihre ehrliche, soziale Haltung zugleich in die Musik. Und die ist mindestens so sympathisch wie die Herrschaften dahinter, denn zwischen Emo- und Skate-Punk bleibt viel Platz für dicke Harmonien, erfrischende Nachdenklichkeit und offene Energie. So konnte das Debütalbum eigentlich nur „I’ll Be Honest“ heißen.

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