Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Holygram

Holygram – Modern Cults

Wie so viele andere Künstler (momentan) auch, tauchen Holygram tief in die 80er Jahre ein. Die Kölner beziehen ihre Inspiration aus Post Punk und New Wave, mit etwas Shoegaze und Krautrock gestreckt. Zwischen Düsternis, Tanzbarkeit und etwas Fernweh gefangen, bauen die fünf Newcomer erfolgreich auf ihrer erst 2016 erschienenen ersten EP auf. „Modern Cults“ ist der passende Titel ihres Debütalbums.

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The Pearl Harts – Glitter And Spit

Kirsty Lowery und Sara Leigh Shaw machen sich aktuell für Großes bereit. Als The Pearl Harts bringen sie DIY-Charme und unbändige Spielfreude auf britische Bühnen, durften unter anderem Skunk Anansie, die Stereophonics und, auf besondere Einladung von Shirley Manson, Garbage supporten. Zwischen Alternative-Sounds und räudigen Garage-Klängen angesiedelt, ließen sie ihr Debütalbum – natürlich! – per Crowdfunding finanzieren und stehen damit weiterhin auf eigenen Füßen. „Glitter And Spit“ steht nun in den Läden.

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J Mascis – Elastic Days

Der ewige, der unkaputtbare J Mascis wirkt in letzter Zeit getriebener denn je. Wenn er nicht gerade Platten mit Sweet Apple oder Dinosaur Jr. veröffentlicht, widmet er sich seinen Solo-Ausflügen. Platte, Tour, Projektwechsel – dieser Zyklus funktioniert prima. Auf „Elastic Days“ entdeckte er seine Liebe zum Schlagzeug wieder – das neue Drumkit wollte umfassend eingeweiht werden – und singt außerdem melodischer denn je.

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Tipps für Wilhelm – Put Your Head On My Shoulder

Guillermo Morales wollte immer schon eine eigene Band haben. Mit Tipps für Wilhelm erfüllte sich dieser Wunsch, vor vier Jahren erschien das Debütalbum „Hornissen“. In der Zwischenzeit tourte man, schrumpfte zum Trio und beobachtete, wie die Welt ein klein wenig dunkler wurde. Das reflektieren auch die Texte ihres Zweitlings. „Put Your Head On My Shoulder“ zeugt von einer im besten Sinne nachdenklichen Band, deren Indie Pop/Rock-Songs zwar eingängig und zugänglich sein möglich, die jedoch gerne etwas unübliche Wege gehen.

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Marianne Faithfull – Negative Capability

Wie guter Wein wird Marianne Faithfull immer besser, je älter sie wird; sofern man bei dieser zeitlosen Ikone überhaupt von einem Alterungsprozess sprechen kann. Nächstes Jahr feiert ihr Referenzwerk „Broken English“ 40. Geburtstag, Platten gab es in der Zwischenzeit mehr als genug. „Negative Capability“ ist sogar das mittlerweile 21. Studioalbum der in Paris lebenden Britin, unterstützt von Veteranen und Ikonen wie Mark Lanegan, Rob und Warren Ellis, Ed Harcourt und Nick Cave.

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Bill Ryder-Jones – Yawn

Es war eines dieser Alben, das man nicht so schnell vergisst, das derart komplett aus dem Nirgendwo kam und so gewaltig mitreißt, dass man es geradezu lieben musste – und muss. „West Kirby Country Primary“ zeigte Bill Ryder-Jones am bisherigen Zenit seines Schaffens. Der ehemalige Gitarrist von The Coral hatte seine Stimme endgültig gefunden, irgendwo im Spannungsfeld zwischen Singer/Songwriter und kratzbürstigen Indie-Sounds gefangen. „Yawn“ wagt sich nun noch weiter hinaus.

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Tusq – The Great Acceleration

Stolze fünf Jahre sind seit dem zweiten und bis dato letzten Tusq-Album vergangen. Die beiden Gründungsmitglieder Uli Breitbach und Timo Sauer hatten in der Zwischenzeit mit räumlicher Distanz, überaus aktiven Hauptbands und dem Austausch ihrer kompletten Rhythmusabteilung zu kämpfen. Nun geht dieses Herzensprojekt endlich weiter und somit in die ersehnte dritte Runde. Von Garage-Rock-Revival-Hausproduzent Gordon Raphael, u.a. für das Strokes-Debüt verantwortlich, aufgenommen, zeigt sich „The Great Acceleration“ fokussierter und leidenschaftlicher denn je.

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Hank von Hell – Egomania

Nach seinem Ausstieg bei Turbonegro im Sommer 2010 gründete Hank von Helvete die prominent besetzte, aber nur kurzlebige Band Doctor Strange & The Mercy Cult, veröffentlichte ein paar Singles hier und da, nahm am norwegischen Eurovision-Vorentscheid teil und verschwand danach für mehrere Jahre. Nun ist der ehemalige König des Death-Punk zurück. Als Hank von Hell wagt er den Neuanfang und erinnert – musikalisch wie optisch – an die apokalyptische Trilogie seiner ehemaligen Hauptband. „Egomania“ erfüllt sämtliche Erwartungen.

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The Blue Stones – Black Holes

Schon wieder so ein Power-Duo, das gemeinsam mehr Lärm macht als ausgewachsene Bands. Natürlich drängen sich gewisse Namen und Vergleiche auf, wenn man sich mit The Blue Stones konfrontiert sieht. Die beiden Kanadier spielen ihren Rock gerne bluesig und schwer, wirken tief in der Garage verankert. Zugleich spielen sie aber auch mit HipHop-Drumming und wagen krautig-psychedelische Exkurse – also doch nicht alles wie gehabt? „Black Holes“ macht für einen Aufgalopp schon mal recht viel richtig.

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Elektro Guzzi – Polybrass

Wenn sich Elektro Guzzi mit technoiden Klängen auseinandersetzen, dann klingt das immer ein wenig anders. Auf der Bühne kommen weder Loops noch Computer zum Einsatz, die drei Musiker bilden mit Gitarre, Bass und Drums ihre eigene Maschine. Seit der EP „Parade“ helfen nun auch drei Posaunisten bei den Wienern aus. Ihre Instrumente spielen sie allerdings keineswegs konventionell. Auf „Polybrass“ wirken sie durch konsequente Herauslösung aus ihrer ursprünglichen Rolle wie ein oszillierender Synthesizer.

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