Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Nightmares On Wax – Shape The Future

George Evelyn ist unkaputtbar. 30 Jahre nach seinem Debüt als DJ und Breakdancer revolutioniert er als Nightmares On Wax nach wie vor die Electro-Szene. Mit seinem Mix aus Club, Dub, HipHop und Soul setzt die britische Legende einmal mehr Maßstäbe. Für „Shape The Future“, das mittlerweile achte Studioalbum, lud Evelyn allerlei Nachwuchshoffnungen zu einer gewaltigen Jam-Session ein.

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Tiny Moving Parts – Swell

Im Mai 2016 packten Tiny Moving Parts mit „Celebrate“ einen kleinen Leckerbissen für Emo-Fans aus, schön über verschiedenste Genres und Epochen gestreckt. Es war bereits das dritte Album der Herren aus Minnesota und zugleich ein mächtiges Versprechen für die Zukunft. Dieses löst das Trio nun in Form von „Swell“ ein. Noch kürzer als zuletzt – knapp 32 Minuten Spielzeit -, noch schroffer, noch eingängiger, noch gefühlvoller, noch verkopfter.

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Brother Grimm – Home Today, Gone Tomorrow

Manche Filme werden mit Warnhinweisen begleitet, beispielsweise was Altersbeschränkungen und mögliche gesundheitliche Auswirkungen betrifft. Vielleicht wäre dies bei „Home Today, Gone Tomorrow“ auch nicht so verkehrt. Wenn Dennis Grimm, dieser bärtige Zwei-Meter-Hühne mit langen Haaren und dunklem Anzug, die Bühne betritt, erzittert das Gebälk. Nur mit einer Gitarre und zig Effektgeräten bewaffnet, kehrt er das Innerste des Blues nach außen und dekonstruiert Schwermut in seiner pursten Form. Selbst Nick Cave dürften die Knie schlottern.

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Turin Brakes – Invisible Storm

Zwei Stimmen und eine Band für feinsinnigen Pop/Rock-Sound mit Indie-Flair – längst sind Turin Brakes aus ihrer ursprünglichen Acoustic-Formel ausgebrochen und loten ihre einstmals engen musikalischen Grenzen immer weiter aus. Nach dem soliden „Lost Property“ wollte man eigentlich etwas kürzer treten, auf Tour sprudelten die Idee dann förmlich aus Olly Knights und Gale Paridjanian heraus. „Invisible Storm“ nimmt den Aufwind mit.

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Nathan Gray – Feral Hymns

Das hatte sich angekündigt: Seit Jahren wollte Nathan Gray ein Solo-Album veröffentlichen, The Casting Out sollten ursprünglich schon vor zehn Jahren sein Alleingang werden. So rackerte sich eine der wichtigsten Post-Hardcore-Stimmen aller Zeiten zuletzt durch verschiedenste Projekte, trug diese wieder zu Grabe und ist nun doch endlich ganz alleine unterwegs. „Feral Hymns“ vereint brandneue Songs mit neuaufgenommen Klassikern von Grays diversen Band-Projekten.

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Farben/Schwarz – Drei

Ruhig sitzen bleiben und alles über sich ergehen lassen? Nicht mit Farben/Schwarz: Das Hamburger Quartett zieht die Daumenschrauben nach zwei intensiven EPs an und legt den Finger in die sprichwörtliche Wunde, nachdem zuvor noch ordentlich Salz reingestreut wurde. Aua? Und wie, aber so richtig. Das dritte Kleinformat hört auf den erwartbaren Titel „Drei“ und denkt den angepunkten Post-Hardcore-Sound in fünf manischen Kapiteln weiter.

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Van William – Countries

Schon immer schlugen zwei Herzen in Van Williams Brust. Als leidenschaftlicher Musiker bereiste er mit Port O’Brien und Waters die Welt, als Sohn eines Fischers in Alaska träumt er davon, einmal seines Vaters Job zu übernehmen. Als Papa William jedoch nach 49 Sommern sein Boot verkaufte und obendrein Vans langjährige Beziehung zerbrach, stand der Musiker erst einmal vor einem Scherbenhaufen. Statt Selbstaufgabe setzt es nun allerdings „Countries“, ein cleveres Folk-Solo-Album, das zugleich auch als Kommentar zur aktuellen soziopolitischen Lage in den USA durchgeht.

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Get Cape. Wear Cape. Fly – Young Adult

Eigentlich hatte Sam Duckworth seinen Künstlernamen Get Cape. Wear Cape. Fly begraben, nur um zuletzt als Recreations mit elektronischen Klängen positiv zu überraschen. Und jetzt? Ist plötzlich wieder alles anders. Duckworth kramt sein Cape aus der Mottenkiste hervor und wagt den Sprung zwischen den musikalischen Welten. Zwischen dem fragilen Singer/Songwriter-Sound der Anfangstage und jüngeren, etwas moderneren Elementen sucht „Young Adult“ nach musikalischer Identität.

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Donots – Lauter als Bomben

Donots und Stillstand, das gibt es schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr, als man sich häutete und klassischen Pop-Punk durch modernere Alternative-Klänge ersetzte. Vor drei Jahren wagte man sich auf „Karacho“ schließlich erstmals an die Muttersprache – solide, aber noch ein klein wenig unter den Möglichkeiten. Für den Nachfolger „Lauter als Bomben“ holte man sich Kurt Ebelhäuser ins Studio, der bereits den ersten großen Stilwechsel in Form von „Coma Chameleon“ produzierte. Und siehe da, es funktioniert.

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Typhoon – Offerings

Wer auch immer gesagt hat, dass zu viele Köche den Brei verderben, hat die Rechnung ohne Typhoon gemacht. Bei den Damen und Herren aus Portland, Oregon stehen zeitweise bis zu elf Musiker auf der Bühne, von Chaos oder Überladenheit ist dennoch nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die US-Amerikaner setzen auf bewegenden wie schlichten Indie Rock, der große Gefühle mit feiner Folk- und Americana-Note begleitet. „Offerings“ ist ihr mittlerweile fünftes Studioalbum.

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