Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

LUH – Spiritual Songs For Lovers To Sing

Wu Lyf-Stimme Ellery Roberts und die niederländische Künstlerin Ebony Hoorn trafen sich 2013 in einem heruntergekommenen Wohnprojekt. Aus der Freundschaft wurde schnell eine Liebesbeziehung. Beide leben nun nicht nur gemeinsam in Amsterdam, sie machen auch Musik zusammen. LUH (Lost Under Heaven) verstehen sich als audiovisuelles Projekt zweier Liebenden, die nach unorthodoxen, künsterlisch stilisierten Kleinreleases nun ihr Debütalbum „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ (nomen est omen) aufgenommen haben.

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White Lung – Paradise

Kanadas Punk-Powerhouse White Lung hat keine Lust darauf, weiterhin auf der Stelle zu treten in einer Szene, die Weiterentwicklung nur selten verzeiht. Gerade als Songwriter ist das Trio gewachsen, jedes Album nimmt noch mehr Fahrt auf. Erhalten bleibt jedoch die ausgesuchte Kürze, mit der auch gängige Genre-Alben aus den Boxen schallen. „Paradise“ überschreitet nun immerhin die 28-Minuten-Marke und ist nach wie vor tief im Punk verwurzelt, bringt aber ebenso einen ordentlichen Wave- und Indie-Punch mit sich.

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Mayflower Madame – Observed In A Dream

Seit einigen Jahren erfreut sich kondensierte Düsternis wieder besonders großer Beliebtheit. Post Punk, Gothic Rock, Shoegaze und Industrial erleben eine große Renaissance. Davon könnten nun auch Mayflower Madame profitieren. Das Quartett aus Oslo machte in seiner norwegischen Heimat bereits vor drei Jahren mit der 12″ „Into The Haze“ auf sich aufmerksam, etwas später wurde man von den größten Radiostationen des Landes gespielt und durfte diverse Indie-Granden supporten. Mit dem Debütalbum „Observed In A Dream“ könnte nun auch der Rest Europas fallen.

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Faada Freddy – Gospel Journey

Der gebürtige Senegalese Faada Freddy gilt aktuell als einer der heißesten Newcomer Frankreichs, und das mit gutem Grund. Sein Debütalbum „Gospel Journey“ sorgte aus zweierlei Gründen für Aufmerksamkeit: Einerseits interpretierte er eine Reihe genrefremder Songs komplett neu im Soul-, Roots- und RnB-Gewand, andererseits erhob er Beatboxing zur Kunst und spielt mit Body Percussion, d.h. sein ganzer Körper wird zur Rhythmusabteilung. Nun erscheint dieser faszinierende Einstand endlich auch in Deutschland.

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Travis – Everything At Once

Die Urväter der britischen Glum-Pop-Welle sind wieder da. Ohne Travis gäbe es wohl kein Coldplay und auch kein Keane. Die Schotten um Wahl-Berliner Fran Healy hatten zwar vergleichsweise weniger Mainstream-Präsenz in den vergangenen Jahren, erreichten dennoch mit ihrem letzten Album „Where You Stand“ 2013 die zweithöchste Chart-Platzierung ihrer Karriere in Deutschland. Auch knapp zwei Jahrzehnte nach Veröffentlichung ihres Debüts darf man das Quartett nicht abschreiben. „Everything At Once“ liefert zehn weitere gute Gründe dafür.

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Black Lung – See The Enemy

Ein ellenlanger Mammutwinter mit Eiseskälte in Baltimore wurde zur Geburtststunde von Black Lung, einem Nebenschauplatz der Flying Eyes. Pulsierender Blues Rock aus der Garage, live eingespielt, machte den eponymen Erstling zum unterhaltsamen Zeitvertreib. Auf „See The Enemy“ will es das Trio nun wissen. Doom, Psych und Stoner halten Einzug und sorgen für einen abgedrehten Trip mit hohem – pardon – Suchtfaktor.

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Recreations – Baby Boomers 2

Get Cape. Wear Cape. Fly ist tot, es lebe Recreations. Sam Duckworth hat sich ein neues Pseudonym zugelegt, das musikalisch eine Spur lockerer und elektronischer unterwegs ist, sich dabei seinen Songwriter-Ethos aber bewahrt. Unter neuem Moniker kündigt er nun direktere, emotionalere Texte an, nimmt sogar das Unwort ‚Emo‘ in den Mund. „Baby Boomers 2“ könnte sein „Digital Ash In A Digital Urn“ werden.

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The Jayhawks – Paging Mr. Proust

Seit stolzen drei Jahrzehnten sind The Jayhawks unterwegs und legten mit ihrem Alternative-Country-Sound den Grundstein für Bands wie Low oder Lambchop. In jüngeren Jahren gab es mehr Pausen als neue Musik, doch wenn sich Gary Louris und Konsorten wieder an ein neues Album wagen, dann setzt es gewohnt fantastische, ja geradezu begeisternde Kost. „Paging Mr. Proust“ wurde von R.E.M.s Peter Buck und Tucker Martine, der unter anderem bereits mit The Decemberists und Modest Mouse arbeitete, aufgenommen.

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Into It. Over It. – Standards

Was passiert, wenn der Geo-Graf vom Dienst erstmals in seiner Solokarriere auf ortsspezifische Referenzen verzichtet? Ob einzelne Songs oder ganze Alben, Orte haben bei Evan Weiss immer eine ganz wichtige Rolle gespielt, doch auf dem dritten Album seines Projekts Into It. Over It. sind keinerlei solcher Referenzen zu finden. Nicht nur das, auf „Standards“ wagt er sich noch dazu an musikalische Entschlackung und versucht sich an einer kleinen Neuausrichtung. Mehr Indie, mehr Pop, mehr Experimente – geht das gut?

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Doomsquad – Total Time

Mit diesem Namen müsste man eigentlich dicken, finsteren Metal machen. Doomsquad aus Toronto bewegen sich hingegen in ganz anderen Gefilden und packen psychedelische, elektronische Klänge mit avantgardistischer Note aus. Zig weitere Stilrichtungen schwingen hier ebenso mit und so entwickelt sich „Total Time“, das zweite Album des Trios, zu einer gleichermaßen einlullenden wie aufwühlenden Reise durch Klang und Zeit.

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