Kategorie: Reviews & Previews

Communions

Communions – Pure Fabrication

Multiple Häutung, das klingt ungesund, fasst jedoch Communions im Jahr 2021 zusammen. Vom Kern-Line-up blieben die Gebrüder Rehof (Sänger und Gitarrist Martin sowie Bassist Mads) über, wobei die mittlerweile ausgeschiedenen Mitglieder auf der neuen Platte zu hören sind. Nebenher entstand eine neue Aufstellung als Quintett. Zudem bewegt man sich auf dem zweiten Studioalbum „Pure Fabrication“ musikalisch und thematisch ebenfalls in eine andere Richtung. Während der zuletzt angerissene Indie-Rock-Sound mehr Tiefgang erhielt, arbeiten sich die Rehofs nun an Kulturkritik, Selbst-Reflektion und einer Art umgekehrten Coming-of-Age-Geschichte ab.

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Lazy Queen

Lazy Queen – Get Home Or Die Trying

Die individuellen Kämpfe der Mitglieder von Lazy Queen mit psychischen Problemen und der Stigmatisierung selbiger treibt seit jeher den Sound des norwegischen Quartetts mit New-York-Bezug an. Bislang veröffentlichte man zwei EPs mit krachenden, punkig-rockigen Arschtritten und tourte mit wachsender Begeisterung durch die nordischen Staaten und darüber hinaus. Unterwegs ist aktuell niemand, und diese Zäsur dient als Leitmotiv für die neueste Mini-Scheibe „Get Home Or Die Trying“ mit sechs neuen Songs, teils bereits im vergangenen Jahr unters Volk gebracht.

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Donots

Ingo Neumayer – Die Geschichte der Donots: Heute Pläne, morgen Konfetti

Nur wenige Bands haben sich so häufig und so gekonnt neu erfunden wie die Donots. Sie waren die lustigen Pop-Punks mit dem Majordeal, die experimentierfreudigen Rocker mit eigenem Label und jetzt die politische Band mit deutschen Texten. Das liest sich nun stark, stark vereinfacht… und ist letztlich auch genau das. Tatsächlich stecken 27 Jahre Blut, Schweiß und Live-Konzerte hinter dieser banalen Zusammenfassung. Wie das mit den Donots eigentlich so war und ist, beleuchtet nun Ingo Neumayer mit der ultimativen Bandgeschichte. „Die Geschichte der Donots: Heute Pläne, morgen Konfetti“ liefert einen angenehm ehrlichen, sympathischen Blick hinter die Kulissen.

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Motorpsycho

Motorpsycho – Kingdom Of Oblivion

Vor der Trilogie ist nach der Trilogie, finden Motorpsycho, und kündigen nach ihren Gullvåg-Jahren eine Rückkehr zu den rifflastigen Psychedelic-Klängen früherer Tage an. Natürlich ist diese Meldung mit einem kleinen Sternchen versehen, denn die Norweger blicken gleichzeitig nach vorne und wollen außerdem Neuland ansteuern. Tatsächlich begann „Kingdom Of Oblivion“ als Hard-Rock-Album mit Rückkehr zu alter Heavyness, nahm über die Wochen und Monate jedoch immer mehr leichtfüßigere Elemente auf.

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The Offspring

The Offspring – Let The Bad Times Roll

The Offspring und neue Musik, das hatte zuletzt Seltenheitswert. Das letzte reguläre Album „Days Go By“ erschien 2012, die Single „Coming For You“ liegt immerhin sechs Jahre zurück. Seither gab es diverse Touren, Album-Verschiebungen und den unrühmlichen Abgang von Gründungsmitglied Greg K. Und doch wollen es die Cali-Punk-Urgesteine noch einmal wissen. „Let The Bad Times Roll“ vereint zwölf mehr oder minder neue Tracks, über die letzten Jahre gesammelt und abermals mit Produzenten-Veteran Bob Rock aufgenommen. Kann das gut gehen?

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Jakob Mind

Jakob Mind – The One Who Got Away

Kurz nach den Aufnahmen zu „Rat City Dog Boy“, dem Anfang 2020 erschienenen Album von Rotten Mind, zog es Gitarrist und Sänger Jakob Arvidsson wieder ins Studio. Dort nahm er ein paar Songs auf, ohne ein konkretes Ziel oder Projekt im Sinn zu haben. Ein erstes gepostetes Demostück heimste euphorische Reaktionen ein, und schon lief der kreative Motor heiß. Als Jakob Mind präsentiert Arvidsson nun seine Solo-Spielwiese, die natürlich an die Hauptband erinnert und doch weit über diese hinausgehen. Zwischen den Buzzcocks und Velvet Underground breitet sich „The One Who Got Away“ aus.

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Out Of Love

Out Of Love – Funny Feeling EP

Out Of Love fanden sich 2019 vornehmlich als Live-Spielplatz für fünf Musiker, die seit ihrer Jugend in diversen Bands spiel(t)en und tour(t)en. Ein Jahr später kam die Pandemie, also gingen die Londoner ins Studio und nahmen eine erste EP mit schmissigen Punk-Songs auf – mal poppig, mal brachial, mal mit Indie-Schlagseite. An Konzerte ist weiterhin nicht zu denken, also gibt es einfach einen Nachfolger. Das beim Gallows-Label Venn Records erscheinende „Funny Feeling EP“ wurde im Herbst 2020 in Stoke aufgenommen und ist bis zum Rand mit Hits vollgepackt.

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Low Island

Low Island – If You Could Have It All Again

Was tun, wenn man gute Ideen hat, aber keine anständige Plattenfirma findet? Man nimmt die Dinge einfach selbst in die Hand! Low Island veröffentlichten seit ihrer Gründung im Jahr 2016 mehrere spannende EPs, vielseitig wie eingängig. Für den nächsten großen Schritt setzte die Band aus Oxford auf ihre Macher-Qualitäten und gründete einfach ein eigenes Label. Komplette kreative Freiheit führte in ein kleines Studio im ländlichen Frankreich, wo „If You Could Have It All Again“ eingespielt wurde. Das erste Album der Briten wirkt nach den sehr abwechslungsreichen Kleinformaten angenehm homogen und fokussiert, ohne dabei an Eingängigkeit einzubüßen.

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Flyte

Flyte – This Is Really Going To Hurt

Liebeslieder und Trennungsalben sind das Yin und Yang der populärmusikalischen Welt. Flyte aus London widmen sich aktuell zweiterem Bereich. Die Indie-Band dokumentiert Will Taylors prägende Trennung durch Trauer und Akzeptanz. Große, charmante Popmelodien und gekonnt eingesetzte Gitarren, dazu drei butterweiche Stimmen und ein Händchen für Radioperlen, die sich einfach nicht abnutzen wollen – „This Is Really Going To Hurt“ tut nur im Titel und den Lyrics weh, ist ansonsten jedoch Balsam für geschundene Airplay-Seelen.

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The Limit

The Limit – Caveman Logic

Supergroups scheint es mittlerweile wie Sand am Meer zu geben, und doch sind The Limit irgendwie anders. Hier trifft Bobby Liebling, Frontmann der Doom-Rock-Legenden Pentagram, auf die Punk-Urväter Sonny Vincent (Testors) und Jimmy Recca (The Stooges) sowie Hugo Conim und João Pedro Ventura von den portugiesischen Doom-Metal-Veteranen Dawnrider – sicher kein vorhersehbares Line-up. Und doch passt diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination prima zusammen mit einem Sound zwischen Rock, Punk und ein wenig Finsternis. „Caveman Logic“ klingt wie der x-te Frühling für die beteiligten Musiker und hat viel mehr als nur bekannte Namen zu bieten.

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