Kategorie: Alben

Gonjasufi – Callus

Gonjasufi hat sich ein dickes Fell zugelegt. Eine Art Hornhaut, mit der er Schmerzen abwehrt, kanalisiert und in seine experimentelle Musik steckt. Diese zu beschreiben, ist so und so zum Scheitern verurteilt. Industrial-Beats, Raps und Halb-Gesang, avantgardistische Elemente, TripHop und Dub geben sich die Klinke in die Hand. Sperrig, unzugänglich und gerade deswegen so spannend: „Callus“ hat seinen Namen verdient.

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The Rifles – Big Life

Bei allem Potential haben The Rifles den Sprung ein klein wenig verpasst. Für den großen The-Band-Hype kamen sie ein wenig zu spät, gute Songs hin und her. Mit ihrem letzten Album „None The Wiser“ klopften sie erstmals an der Tür zu den UK-Top-20. Edelförderer Paul Weller schenkte dem Quartett aus Chingford Studiozeit plus Produzent, sodass in Ruhe an einem Nachfolger geschraubt werden konnte. Herausgekommen ist „Big Life“, das erste Doppelalbum der Rifles.

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Black Foxxes – I’m Not Well

Alles kommt irgendwann wieder, nun eben auch Alternative Rock mit Emo-Schlagseite, wie er Ende der 1990er / Anfang der 2000er besonders populär war. Black Foxxes aus dem britischen Exeter haben offensichtlich viel Brand New, The Cooper Temple Clause und JJ72 gehört. Mit roher Emotionalität, wütenden Squeals und fieberhaften Gitarrenattacken zeigt das Trio, dass es auch direkt und schnörkellos gehen kann. Ihr Debütalbum „I’m Not Well“ unterhält.

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Messer – Jalousie

Nach zwei unterhaltsamen Platten in schneller Abfolge ließen sich Messer dieses Mal ein wenig Zeit. Das Lineup wurde ein wenig umgebaut, der Sound fokussiert und gebündelt. Als Quintett wühlt die über weite Teile des Landes verteilte Band nun besonders launig durch Post Punk, New- und No Wave, getragen von lakonisch vorgetragenen Kurzgeschichten und einer der ungewöhnlichsten Stimmen der Gegenwart. „Jalousie“ lässt nur wenig Licht durch und spendet durchaus wohligen Schatten.

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65daysofstatic – No Man’s Sky: Music For An Infinite Universe

Einer der am heißesten erwarteten Videospieltitel des Jahres erforscht aktuell die Unendlichkeit. „No Man’s Sky“ lädt dazu ein, ein neues Universum zu entdecken, generiert von Computerhand, so überraschend wie mysteriös. Der Soundtrack dazu kommt von den Post-Rock-Veteranen 65daysofstatic, die sich in den letzten Jahren vermehrt elektronischen Einflüssen öffneten und deswegen die perfekten Kandidaten für dieses Game sind. „No Man’s Sky: Music For An Infinite Universe“ beschränkt sich aber keinesfalls darauf, die einzelnen Tracks des Spiels wiederzugeben. Die Briten haben daraus ein eigenständiges Album geschnitzt.

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I Am Jerry – Habicht

I Am Jerry wollten jenes Album aufmnehmen, das sie in Deutschland vermissen. Die vier Herren aus Sprockhövel und Bochum kennen sich bereits seit der Schulzeit und sammelten in knapp zehn Jahren über 100 Songs an. Zwölf davon landen nun auf dem Debütalbum „Habicht“, das mit klassischen Genre-Schubladen bricht. Pop, Indie, Alternative, Electro, Synth und handgespielte HipHop-Beats überraschen auf kuriose Weise, und das stets aufs Neue.

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Haley Bonar – Impossible Dream

Dass Haley Bonar einst halbwegs im Low-Fahrwasser unterwegs war, hört man heute kaum. Mittlerweile vermischt die US-Amerikanerin Pop/Rock mit Indie- und Alternative-Klängen, dazu gesellen sich kleinere Überreste ihrer früheren Karriere. „Last War“, ihr Einstand für Memphis Industries, trumpfte vor knapp zwei Jahren mit einer Reihe richtig guter, kleiner Songperlen auf. Bonar baut mit „Impossible Dream“ darauf auf und öffnet sich endgültig.

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Dinosaur Jr. – Give A Glimpse Of What Yer Not

Seit ihrer Reunion vor über einem Jahrzehnt sind Dinosaur Jr. tatsächlich zur verlässlichen Kreativkraft geworden und haben seither mehr Alben veröffentlicht als zu ihrer goldenen Zeit in den 80er Jahren. Zuletzt standen allerdings vornehmlich Nebenprojekte auf dem Programm. Sweet Apple, Sebadoh und die Solokarriere von J Mascis sorgen dafür, dass die letzte Platte „I Bet To Sky“ bereits vier Jahre zurückliegt. Nun melden sich die Indie- und Alternative-Helden mit „Give A Glimpse Of What Yer Not“ zurück und klingen damit so kraftvoll wie eh und je.

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Wild Beasts – Boy King

Hayden Thorpe wollte ein Soul-Album aufnehmen, Tom Fleming brachte aber eine Gitarre mit ins Studio. Nach dem elektronischen „Present Tense“ planten Wild Beasts musikalische Veränderung. Aus der kreativen Spannung der beiden Köpfe der Band entstand eine Platte, die sowohl als auch ist – gleichermaßen scharfkantig und einfühlsam, tanzbar und sogar poppig. „Boy King“, das sind zehn unheimlich charmante Songs mit viel Gefühl und einer gesunden Portion Widerborstigkeit.

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King Of The North – Get Out Of Your World

Auch wenn man es ihnen nicht anhört, so stecken hinter King Of The North gerade einmal zwei Musiker. In punkto Intensität und Hingabe führen sie die Power-Duo-Tradition von Johnossi, Death From Above 1979 und The Black Keys fort, erinnern musikalisch aber eher an den wuchtigen Hard Rock von Wolfmother, ergänzt durch Stoner- und Punk-Elemente. Auf ihrem zweiten Album „Get Out Of Your World“ packen die beiden Australier Andrew Higgs und Steve Tyssen einmal mehr den Groove-Hammer aus.

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