Kategorie: Alben

Sophie Ellis-Bextor – Wanderlust

Nein, glorreich waren die letzten Jahre für Sophie Ellis-Bextor nicht. Nach ihrem fulminanten Durchbruch mit Songs wie „Groovejet (If This Ain’t Love)“ oder „Murder On The Dancefloor“ vor über einem Jahrzehnt, ebbte der Erfolg ab. Obwohl die nunmehr 34-jährige Britin zuletzt mit Musikgrößen wie Calvin Harris, Armin van Buuren oder Bob Sinclar zusammenarbeitete, nahm die Öffentlichkeit in ihrer Heimat davon kaum Notiz. In Osteuropa und Russland hingegen fand die Sängerin eine Anhängerschaft, die die Produktion ihres nunmehr fünften Albums „Wanderlust“ maßgeblich beeinflusste. Der Disco-Sound ist verschwunden und hat folkloristischen Klängen, denen sie auf den Reisen durch Osteuropa begegnete, Platz gemacht.

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Within Temptation – Hydra

Über 18 Jahre beständig abzuliefern und dabei musikalische Langeweile zu vermeiden, stellt für die meisten Künstler und Bands eine schier unlösbare Aufgabe dar. Die sympathischen Symphonic-Metaller von Within Temptation gehören diesbezüglich zu den wenigen einzigartigen Ausnahmen. Nach ihrem orchestralen und weltweit erfolgreichen Album „The Unforgiving“ aus dem Jahr 2011 kehren die sieben Niederländer mit dem Nachfolger nun wieder zu ihren Wurzeln zurück: „Hydra“ heißt nicht nur das neue Werk, sondern auch ein vielköpfiges, schlangenähnliches Ungeheuer aus der griechischen Mythologie. Schlägt man ihm einen Kopf ab, wachsen an dessen Stelle zwei neue. Für Gitarrist und Songwriter Robert Westerholt ist dies der perfekte Titel für den Longplayer.

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All The Luck In The World – All The Luck In The World

Mit einem Hauch von Werbe-Unterstützung begann in Deutschland die Karriere von drei 19jährigen Iren. All The Luck In The World um Neil Foot, Kevin Barr und Ben Connolly schreiben und spielen seit 2011 gemeinsam kleine Songperlen zwischen Folk und Alternative mit dezentem Pop-Appeal. „Never“ brachte sie durch die Trivago-Spots immerhin für eine Woche in die Top 100 der Single-Charts und ließ die Klicks für das dazugehörige Video auf mittlerweile über 900.000 anwachsen. Hinter den drei Teenagern mit dem sperrig-schmalzigen Bandnamen steckt allerdings wesentlich mehr, wie das eponyme Debütalbum nun unter Beweis stellt.

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KMPFSPRT – Jugend mutiert

KMPFSPRT, das ist nicht etwa Musik für Vokalverweigerer. Hinter dem Quartett stehen unter anderem ehemalige Mitglieder von aufgelösten Größen wie Fire In The Attic und Days In Grief. „Das ist doch kein Name für ’ne Band“, fand man, und veröffentlichte im Mai 2012 eine erste EP mit genau diesem Titel. Seither war man Dauergast auf diversen Festivals und durfte sich von Rival Schools-Ikone Walter Schreifels mit Hot Water Music und Title Fight vergleichen lassen. Das Debütalbum „Jugend mutiert“ steht nun in den Startlöchern und wird seinen Vorschusslorbeeren gerecht.

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Against Me! – Transgender Dysphoria Blues

Jegliche Fragen, wie es musikalisch für Against Me! weitergehen würde, nachdem man mit „White Crosses“ auf eine Sackgasse zuzusteuern drohte, wurden von Tom Gabels Transgender-Coming-Out im Mai 2012 überschattet. Seither unterzieht sie sich Hormon- und Elektrolysebehandlungen, und hat den Namen Laura Jane Grace angenommen. Die Band, in der Zwischenzeit wieder ohne Major-Vertrag unterwegs, stellte sich neu auf, begrüßt nun Atom Willard (ex-The Offspring, -Social Distortion, –Angels & Airwaves) und Inge Johansson (The (International) Noise Conspiracy) an Bord. Entsprechend spannend erwartet wurde „Transgender Dysphoria Blues“, der Beginn einer neuen Zeitrechnung für Against Me! und Laura Jane Grace.

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Axel Rudi Pell – Into The Storm

Keine Experimente! Konrad Adenauers Wahlspruch trifft wohl auf keinen anderen Rockmusiker der heutigen Zeit so sehr zu wie auf Axel Rudi Pell (von Rock ‚N‘ Rolf vielleicht mal abgesehen). Wer sich eine neue Scheibe vom Wattenscheider Hartwurstfabrikanten zulegt, weiß, was ihn erwartet, denn oft unterscheiden sich die Alben nur in Nuancen. Auch wenn dies mitunter nicht ganz unberechtigt kritisiert wird, liefern Axel und seine Begleitmusiker letztlich mit jedem Album genau den Sound, den die nicht gerade kleine Fangemeinde wünscht – erdigen Hard Rock an der Grenze zum Heavy Metal, angesiedelt irgendwo zwischen alten Rainbow- und Dio-Alben. Zudem ist der Band das Kunststück geglückt, auch nach 25 Jahren kein einziges schwaches Album zu veröffentlichen, und an diesem Grundsatz ändert sich auch im Jubiläumsjahr nichts, was „Into The Storm“ lautstark unter Beweis stellt.

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The Animen – Hi!

Neue Rock’n’Roll-Helden braucht das Land. Im Falle des Falles werden auch Grenzgänger dankbar aufgenommen. The Animen kommen aus Carouge im Kanton Genf, eine sympathische Stadt im französischen Teil der Schweiz. Davon hört man herzlich wenig, denn musikalisch bewegt sich das Quintett zwischen klassischem Beatles-Sound, den Soul-Einflüssen der frühen Stones (und damit unter anderem Otis Redding) und der modernen, radiofreundlichen Rock-Schule um Mando Diao. Ihre Kräfte bündeln die Eidgenossen nun auf „Hi!“ – eine kleine aber feine Begrüßung.

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Max Herre – MTV Unplugged / KAHEDI Radio Show

Seit knapp 25 Jahren macht Max Herre Musik, betourte mit Freundeskreis die Welt, heiratete seine ehemalige Mitstreiterin Joy Denalane und feierte schließlich Erfolge als Solokünstler. Einen ungeahnten Popularitätsschub erfuhr Herre in diesem Jahr durch seine Jurortätigkeit bei „The Voice of Germany“. Als Haushaltsname durfte er nun ein „MTV Unplugged“-Album aufnehmen, das er, angelehnt an sein aktuelles Album „Hallo Welt!“, mit dem Untertitel „KAHEDI Radio Show“ versehen hat. Das wie eine gigantische Radioshow aufgebaute Konzert erscheint in verschiedenen Editionen, vorzuziehen ist auf Audio-Ebene jedoch auf jeden Fall die vollständige 2CD-Version.

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Sea Wolf – Old World Romance

Es hat mittlerweile Tradition, dass Sea Wolf-Alben erst mit mächtig Verspätung in Deutschland erscheinen. Dass man sich überhaupt an den Platten von Alex Brown Church erfreuen kann, hat man DevilDuck Records zu verdanken, die bereits „White Water, White Bloom“ hierzulande auf den Markt brachten. Sein drittes Album erarbeitete Church zunächst alleine, bevor er sich die Unterstützung von alten Weggefährten holte und einen noch älteren Drumcomputer ins Homestudio ließ. Das Ergebnis, „Old World Romance“, ist eine Liebeserklärung der anderen Art.

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Rebecca Ferguson – Freedom

Das Casting-Stigma konnte Rebecca Ferguson – natürlich gerade in Deutschland, wo man davon wenig mitbekommen hatte – schnell abschütteln. Mit ihrem Debütalbum „Heaven“, das sich hierzulande ganze zwölf Wochen in den Charts halten konnte, gelang ihr ein aufregender Karrierestart. Mehr als eine Million Abnehmer weltweit sprechen für die Qualitäten der jungen Soul-Sängerin. Als die Britin im Angesichts des Erfolges nach dem passenden Soundtrack zu ihrer wachsenden Verunsicherung suchte, wurde sie in ihrer Plattensammlung nicht fündig und schrieb neue Songs, in denen sie sich wiederfinden konnte. Das daraus resultierende „Freedom“ lässt Ferguson einen weiteren kräftigen Schritt nach vorne machen.

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