Kategorie: Alben

Collapse Under The Empire – Shoulders & Giants

Ohne Frage zählen Collapse Under The Empire gegenwärtig zu den aktivsten und am härtesten arbeitenden Instrumental- / Post-Rock-Bands des Kontinents. Mit nunmehr zwei Alben und zwei EPs – darunter die Split „Black Moon Empire“ mit den russischen Kollegen Mooncake – innerhalb von 22 Monaten liefert das Hamburger Duo eine Unmenge an Material, noch dazu von feinster Qualität. So auch das neue Werk „Shoulders & Giants“, der erste Teil eines Doppelalbums, das sich mit der menschlichen Existenz, dem Traum von Aussteigen und einem Leben in absoluter Freiheit, aber auch mit Isolation und dem Tod befasst.

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Baby Lou – Fresh Water In A Dirty Glass

Lebt Punk Rock eigentlich noch? Und wenn ja, was ist das überhaupt, dieses klassische, längst in seine Einzelteile zerlegte Genre? Mit dem Sex-Appeal von Pistolen haben Baby Lou nichts zu tun, London scheint das Quartett aus Hamburg und Saarbrücken sowieso nicht zu rufen. Kein Wunder, mit Schnappatmung kommt man nicht so leicht zu recht. Wohl aber das junge Hamburger Label 141records, für die „Fresh Water In A Dirty Glass“ erst der zweite Release ist (nach „Sanguinity“ von Three Chord Society). Dafür aber ein guter, versteht sich.

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Scooter – The Big Mash Up

Folgten früher innerhalb eines Jahres manchmal sogar zwei Scooter-Alben, mussten die Fans auf „The Big Mash Up“ diesmal über zwei Jahre warten. Ein Live-Album, das spaßige „Friends Turbo“-Remake und die Vorabsingle „The Only One“ konnten die Wartezeit nur schwer überbrücken. Doch jetzt sind H.P. Baxxter, Rick J. Jordan und Michael Simon zurück und lassen es wieder krachen. Und das ordentlich. Denn das Warten hat sich gelohnt. Scooter klingen anders: frischer und konzentrierter.

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M83 – Hurry Up, We’re Dreaming

Seit mittlerweile zehn Jahren verzaubert der Franzose Anthony Gonzalez als M83 mit seiner Electro- / Dream-Pop-Melange Musikfans und Musiker gleichermaßen. So betourte er sein letztes Album „Saturdays = Youth“ (2008) unter anderem im Vorprogramm der Killers, Kings Of Leon und Depeche Mode, dazu hat er sich einen Namen als Remixer für Daft Punk, Bloc Party und Placebo gemacht. Eine neue Dimension erreicht sein Arbeitseifer jedoch nun mit „Hurry Up, We’re Dreaming“, einem Doppelalbum, inspiriert durch ähnlich ausgelegte Werke wie das weiße Album der Beatles oder „Mellon Collie And The Infinite Sadness“ von den Smashing Pumpkins. Ob sich Gonzalez da nicht zu viel zugemutet hat?

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Baby Universal – Live

Warum Baby Universal trotz ihrem hervorragenden, selbstbetitelten Debütalbum und der charmanten EP „Boys And Girls“ ein Geheimtipp geblieben sind, ist unverständlich. Das Quartett um Cornelius Ochs, geboren aus einem Roadtrip, versteht es Garage Rock mit leicht retrolastigen Rock’n’Roll-Sounds und sommerlichem Britpop zu vermischen, was vor allem live hervorragend funktioniert hat. Eigentlich wollte man die beiden Abschlusskonzerte der letztjährigen Tour nur für Freunde und Crew mitschneiden, hat sich allerdings doch zu einer Veröffentlichung durchgerungen. Mit Recht, denn „Live“ macht unheimlich Laune und seinem Namen alle Ehre.

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Bjørn Berge – Blackwood

Den Blues muss Bjørn Berge wohl mit der Muttermilch aufgesogen haben. Zwar hat der norwegische Mittvierziger, wie er selbst sagt, ’nie unter der sengenden Sonne der Dixie-Plantagen gearbeitet‘, dafür als Mechaniker auf Nordsee-Bohrinsel Erfahrung mit Sturm und Kälte gemacht. Mit seiner zwölfsaitigen Gitarre greift er nicht nur die Traditon des Delta-Blues auf, sondern nimmt sich auch Rock- und Pop-Klassikern an. Unter anderem wurden bereits Songs von Motörhead und den Red Hot Chili Peppers neu eingekleidet. Auf seinem aktuellen Album „Blackwood“ überwiegen jedoch die Eigenkompositionen, was definitiv kein Fehler ist.

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Evanescence – Evanescence

Die Bandgeschichte der amerikanischen Alternative-Rocker Evanescence darf man getrost als bewegt titulieren. Nach dem Durchbruch mit der Single „Bring Me To Life“ und dem Album „Fallen“ im Jahr 2003 verließ Mitbegründer und Gitarrist Ben Moody urplötzlich die Truppe, angeblich wegen musikalischer Differenzen zwischen ihm und seiner Jugendfreundin, Sängerin Amy Lee. Drei Jahre Rehabilitationszeit später erschien 2006 mit „The Open Door“ ein ebenfalls erfolgreicher Nachfolger. Doch erneut spaltete sich die Band: Im Mai 2007 gab man die Trennung von Gitarrist John LeCompt und Schlagzeuger Rocky Gray bekannt. In diesem Jahr geht man also mit einer fast kompletten Neubesetzung an den Start. Das Ergebnis des selbstbetitelten dritten Studioalbums büßt jedoch qualitativ keineswegs ein.

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Paley & Francis – Paley & Francis

Zwei Stimmen, eine Platte: Reid Paley (Reid Paley Trio) und Black Francis (aka Francis Black, The Pixies) haben sich an einem wahren Schnellschuss versucht. Die Musik für ihr gemeinsames Album haben sie an drei Nachmittagen im Eilverfahren geschrieben, weil Francis an jedem dieser Tage für Soloshows in New York verweilte. Man teilte sich die zehn Songs auf, jeder schrieb zu deren fünf Texte und sang die Lead Vocals, während der jeweils andere die Backings übernahm. Aufgenommen wurden die Songs an zwei kurzen Tagen vor einem Jahr, weil an den Abenden Pixies-Shows am Programm standen. Klingt alles recht hektisch – sämtliche verwendete Aufnahmen sind First Takes – funktioniert aber überraschend gut, wie „Paley & Francis“ beweist.

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Emil Bulls – Oceanic

Nach sieben Studioalben (und zwei Livealben) im Laufe ihrer mittlerweile 16 Jahre andauernden Karriere kann man Emil Bulls getrost als etabliert bezeichnen. Die fünf Münchener nähern sich wieder den Chartpositionen ihrer Anfangszeit und müssen längst nicht mehr auf Cover-Versionen zurückgreifen. Im Gegenteil: „Smells Like Rock’n’Roll“, „Leaving You With This“ und „Newborn“ dürfen mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnet werden. Einordnen lassen sich die Herren auch auf „Oceanic“, ihrem siebten Streich, noch nicht, haben aber dennoch längst ihren eigenen Sounds zwischen Hits und kleineren Schönheitsfehlern gefunden.

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Mastodon – The Hunter

‚Stillstand‘ ist für Mastodon ein Fremdwort. Das Quartett aus Atlanta, Georgia hat seine brutale, wütende Sludge Metal-Frühphase längst hinter sich gelassen, auf „Blood Mountain“ erstmals eingängigere Songstrukturen für sich entdeckt und zuletzt in Form von „Crack The Skye“ ein echtes Prog-Konzept-Kunstwerk auf die Beine gestellt. Für ihr mittlerweile fünftes Studioalbum wagen die US-Amerikaner nun einen kleinen Schritt zurück, um weiter nach vorne zu kommen: „The Hunter“ gibt sich vergleichsweise geradlinig und songdienlich, setzt vor allem auf Hits und bärbeißige Riffs.

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