Kategorie: Alben

Antlered Man – Giftes Parts 1 And 2

Alle heiligen Zeiten wird eine Platte an Land geschwemmt, die sich gleichermaßen konsequent jeglicher Kategorisierung verschließt und dabei die Bedeutung des Begriffs ‚Brillanz‘ neu definiert. Antlered Man hießen bis 2009 Metro Riots, bevor sie unter ihrem neuen Namen diverse, deutlich düstere Singles in Eigenregie veröffentlichten, die nun auf ein Album gebannt wurden. Für „Giftes Parts 1 And 2“ gründeten die Briten eigens das Label Goo Grrrl Records, hierzulande durch Noisolution würdig vertreten. The rest, as they say, is noise.

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The Last 3 Lines – Visions From Oniria

Irgendwas muss an The Last 3 Lines dran sein, wenn für ihren ersten Release einst ein eigenes Label gegründet wurde. Bereits seit 2008 sind sie bei den Spaniern Aloud Music untergebracht und arbeiten sich seither kontinuierlich nach oben. Das Sextett aus Barcelona zockt launigen Indie Rock mit elektronischer Schlagseite, einem Faible für Experimente und unverschämt eingängigen Melodien. Unter anderem durften sie 2010 Placebo als Support begleiten. Ihr neues Album „Visions From Oniria“ könnte den Wirkungskreis der Spanier noch weiter vergrößern.

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The Cranberries – Roses

Vorhang auf, die Comeback-Parade 2012 ist hiermit offiziell eröffnet. Den Anfang macht die irische Rockband The Cranberries, die besonders durch ihren Nr. 1-Hit „Zombie“ aus dem Jahr 1994 weltberühmt wurde. Das dazugehörige Album „No Need To Argue“ sowie die beiden Nachfolger „To The Faithful Departed“ (1996)  und „Bury The Hatchet“ (1999) konnten ebenfalls Spitzenpositionen einfahren. Anfang des neuen Jahrtausends wurde es jedoch ruhig um die Gruppe und im September 2003 folgte die vorläufige Trennung. Nun, fast zehn Jahre später wagt man mit dem Longplayer „Roses“ einen Neubeginn und setzt auf die bewährte Mischung aus Pop, Rock und Irish Folk, wobei großartige Überraschungen ausbleiben.

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The Asteroids Galaxy Tour – Out Of Frequency

Es ist wie verhext: Da räumen The Asteroids Galaxy Tour europaweit ab (die Single „The Golden Age“ platzierte sich auf der #4 in Österreich, der #7 in der Schweiz und der #19 in Spanien) und schaffen es sogar dank massivem Werbe-Einsatz nach Nordamerika, doch in Deutschland kriegt man davon nichts mit. Schade, denn „Fruit“, das schräge Debütalbum der Dänen, entpuppte sich ob seiner eigenwilligen Mischung – irgendwo zwischen Pop, Indie, Funk, Soul, Reggae, Dancehall, Acid und Electro – als Wundertüte und Grower. Der Nachfolger „Out Of Frequency“ soll nun auch hierzulande den mehr als nur verdienten Durchbruch bringen.

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Featuring Yourself – Inner Underground

Ein wenig Namedropping zum Auftakt: Featuring Yourself ist ein Trio aus Norddeutschland, dessen Mitglieder in Bands wie The Detectors, The Creetins und Rantanplan spielen bzw. spielten. Nach einer kleinen EP, die kurz nach der Bandgründung 2010 veröffentlicht wurde, sind Kay Petersen, Matthias Frank und Timo Köhler mittlerweile bei 141records (Three Chord Society, Baby Lou, Chäirwalk) untergekommen, von wo aus sie generischem Punk Rock den Kampf ansagen wollen. Klingt mutig, zumal ihr Debütalbum „Inner Underground“ mit Punk jedweder Art relativ wenig zu tun hat, wobei die selbst gewählte Genre-Bezeichnung ‚Modern Postpunk‘ ein wenig in die Irre führt.

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Ólafur Arnalds – Another Happy Day

Im Spannungsfeld zwischen moderner Klassik, Indie-Pop und Elektronik fühlt sich der Isländer Ólafur Arnalds besonders wohl. Sein stilistischer Crossover und der Mut, neue Wege zu beschreiten, haben ihn längst zum ‚Darling der modernen Klassik‘ werden lassen, wie ihn sein Label so treffend bezeichnet. Keine drei Monate nach seiner EP „Living Room Songs“, einem gelungenen Songwriting-Experiment, erscheint nun „Another Happy Day“, der Soundtrack zum gleichnamigen Film von Sam Levinson, auf dem Arnalds sein Spektrum ein wenig erweitert.

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The Stewardesses – Pussy Empire hebt ab

Zum zehnjährigen Jubiläum von Pussy Empire Recordings haben sich die Labelgründerinnen Catharina Boutari (u.a. Uh Baby Uh und Puder) und Chantal de Freitas etwas Besonderes überlegt: Unter dem Pseudonym The Stewardesses veröffentlichen sie gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Katriana und Birgit Fischer (Motorsheep), sowie Illute von Las Vegas Records eine ganz spezielle Geburtstags-CD, auf der sie bekannte Songs made in Germany covern und in eine ungewohnte musikalische Umgebung stecken. Vollkommen zu Recht hört die Platte auf den programmatischen Titel „Pussy Empire hebt ab“.

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Frau Potz – lehnt dankend ab

Ein Ende kann ein neuer Anfang sein; gelegentlich auch ein verspäteter Anfang, wie in diesem Fall. Nachdem sich Escapado zunächst in eine längere Pause, schließlich aber komplett verabschiedeten, konnte Sänger Felix Schönfuss endlich das Debütalbum seiner Band Frau Potz – den Namen verdankt das Trio einer besprühten Wand – vorantreiben. Aufgenommen im Tonstudio 45 von Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Scumbucket), entpuppt sich „lehnt dankend ab“ als angepisster Stoff zwischen Hardcore und Punk, zwischen Comeback Kid und Turbostaat.

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Kettcar – Zwischen den Runden

„Die halbe Welt wartet auf den nächsten Hüftschwung“: Vor einer Dekade revolutionierten Kettcar mit ihrem Debütalbum „Du und wieviel von deinen Freunden“ die deutschsprachige Indie Rock-Landschaft – so viel Superlativ muss schon sein. Während sich seither eine Vielzahl an Bands, bewusst und unbewusst, auf die Hamburger berufen, sind sie ihren Weg konsequent weitergegangen. Das letzte Studioalbum „Sylt“ hat mittlerweile knapp vier Jahre auf dem Buckel, eine Live-Platte diente als zwischenzeitliches Lebenszeichen, ebenso eine kleine Akustiktour mit Streichquartett, die hörbar Spuren hinterlassen hat. Auf „Zwischen den Runden“ machen laute Gitarren Platz für Streicher und Bläser, während Keyboarder Lars Wiebusch eine zentrale Rolle einnimmt.

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Manual Kant – Applaus

Seltsamer Name, leicht wunderliches Auftreten, schwer verdauliche Musik – die selbst ernannten „niederbayerischen Taugenichtse“ Manual Kant sind alles, nur nicht einfach. Das Quartett aus Landshut bewegt sich im Indie-Rock-Universum betont frei herum, spielt mit Punk- und Post-Grunge-Elementen, gesäumt von einer dominanten Bassgitarre und pointierten Texten zwischen metaphorisch-verkopfter Abstraktheit und peinlich berührender Direktheit, die bereits Thees Uhlmann ordentlich abgefeiert hat. Über Dennis Scheiders Label Richard-Mohlmann-Records, auf dem unter anderem Ghost Of Tom Joad und Beat! Beat! Beat! beheimatet sind, erscheint nun das Debüt „Applaus“.

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