Kategorie: Alben

LaFaro – Easy Meat

Warum der legendäre Jazz-Bassist Scott LaFaro für vier Jungs aus Belfast so wichtig war, dass sie sich seinen Nachnamen für ihre Band ‚geliehen‘ haben, bleibt im Dunkeln. Davon abgesehen tauchen sich LaFaro in gleißend helles Schweinerock-Licht, das die Frage aufwirft, wo eigentlich die längst in die Bedeutungslosigkeit verschwundenen Helmet und LaFaros nordirischen Landsleute Therapy? abgeblieben sind. Auf ihrem zweiten Album „Easy Meat“ – das eponyme Debüt zerstörte im Herbst 2010 die bleierne Stormgitarren-Liga – geben sich Johnny Black und Konsorten noch härter, überdrehter und kaputter als zuvor.

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This Is The Arrival – A Million Kicks

An ähnlicher Stelle wurden Ron Flieger und sein Label Dienje Music bereits mehrfach gelobt – eine kleine Oase für quirlige, hibbelige Indie-Mucke mit Pop- und Synthie-Affinität. Das Roster ist klein, die Releases – zuletzt Chau Chat, Deckchair Orange und Hello Gravity – durch die Bank spannend bis qualitativ hochwertig. Auch This Is The Arrival aus München gehören in diese illustre Runde, debütieren vor eineinhalb Jahren mit ihrem eponymen Album charmant zwischen The Killers und Bombay Bicycle Club. Auf „A Million Klicks“ explodieren die vier Anfangzwanziger nun mit verstärktem Synthie-Einsatz und unverschämt eingängigen Refrains.

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Eisblume – Ewig

Vor ziemlich genau drei Jahren sorgte ein emoesk-unterkühltes Video, welches den Subway To Sally-Coversong „Eisblumen“ visuell untermalte, für ordentlich Aufsehen. Dies stellte den Startschuss der Karriere der Berliner Band Eisblume dar, welche in der Öffentlichkeit zumeist durch die charismatische Frontfrau und Sängerin Ria vertreten wird. Nachdem es nach der Veröffentlichung des Debütalbums „Unter dem Eis“ erst mal wieder ruhiger um die Band wurde, gab es kürzlich mit der neuen, an Yirumas Pianoballade „River Flows In You“angelehnten Single „Für immer“ schon mal einen interessanten Vorgeschmack auf das lang ersehnte, ab sofort erhältliche zweite Album „Ewig“.

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Professor Green – At Your Inconvenience

Während Professor Green in seiner britischen Heimat bereits zu Beginn seiner Karriere große Erfolge einfahren konnte – das Album „Alive Till I’m Dead“ schaffte es auf die #2, die Single „I Need You Tonight“ auf die #3 – ging es hierzulande nicht ohne Anlaufschwierigkeiten vor sich. Erst mit „Read All About It“, Greens erster UK-#1, gelang über Downloads ein Einstieg in die Top 80, die erste deutsche Chartplatzierung für den Rapper. Das dazugehörige Album „At Your Inconvenience“ kommt mit Verkäufen im sechsstelligen Bereich, einer Gold-Auszeichnung und der beinahe obligatorischen dreimonatigen Verzögerung von der Insel. Darauf macht es Green weder sich noch seinen Fans einfach.

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Underworld – A Collection

2012 wird ein heißes Jahr für die britischen Electro-Legenden Underworld. Nicht nur, dass man 20jähriges Jubiläum feiert – zumindest erschien vor zwei Jahrzehnten die erste, wie man selbst sagt, „anständige Single“ – gemeinsam mit „Trainspotting“-Regisseur Danny Boyle ist man für die Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in London verantwortlich. Karl Hyde und Rick Smith leiten das große Jahr mit gleich zwei Compilations ein. Während „The Anthology 1992-2012“ eine Art Update des zehn Jahre alten Best of-Albums auf drei CDs mit zahlreichen Raritäten für Fans und Sammler sein soll, gibt es auf „A Collection“ kompakt sämtliche Underworld-Hits in verkürzten Edits auf einem Silberling.

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Vierkanttretlager – Die Natur greift an

„Husum, verdammt!“, schrie Jan Windmeier einst in „Insel“ und machte die nordfriesische Kreisstadt im Punk-Mikrokosmos unsterblich. Einige Jahre später tourten Turbostaat mit Vierkanttretlager aus eben jenem Husum, die sich obendrein im zarten Alter von Anfang 20 anschicken, als potentielle Nachfolger von Tocotronic die deutschsprachige Indie-Krone an sich zu reißen. Bei der Veröffentlichung der EP „Penzion Kanonir“ im Sommer 2010 hatten Teile der Band die Schule noch nicht abgeschlossen, nun stellt man sich – gestärkt durch eine gemeinsame Tour mit Casper – mit dem Debütalbum „Die Natur greift an“ dem zarten Hype.

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Sport – Aus der Asche, aus dem Staub

Eilig hatten es Sport noch nie. Die Hamburger sind mittlerweile zum Quartett angewachsen – Jan-Eike Michaelis stieg bereits zur letzten Tour ein – und tauchten nach dem druckvollen „Unter den Wolken“ wieder ein klein wenig unter. Frontmann Felix Müller arbeitete mit Kante unter anderem an der musikalischen Untermalung zur „Antigone“-Inszenierung von Friederike Heller, weswegen die neuen Songs in den verschiedensten Studios und Proberäumen zwischen Hamburg und Berlin aufgenommen werden mussten. Dieses Hin- und Herspringen hört man „Aus der Asche, aus dem Staub“ – dem vierten Sport-Album in 15 Jahren Bandgeschichte – jedoch nicht an, denn 2012 wirken die Herren fokussierter und in sich ruhender denn eh und je.

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Crippled Black Phoenix – (Mankind) The Crafty Ape

Auf ihrer Homepage versuchen Crippled Black Phoenix einige Missverständnisse aus der Welt zu räumen. Die Briten seien keine Post-Rock-Supergroup, kein Mogwai- oder Portishead-Nebenprojekt und kein Kollektiv, verlautbaren sie, ihre Bandinitialen CBP ständen weder für „Crippled Back Penis“ oder „Canadian Border Patrol“. So weit, so informativ. Wesentlich spannender ist jedoch, dass die Briten ihren überaus eklektischen Sound zwischen Progressive, Folk und Alternative Rock im Rahmen ihres fünften Studioalbums „(Mankind) The Craft Ape“ auf ein zwei CDs umfassendes Konzeptwerk bannen, mit dem sie selbst das so faszinierende „I, Vigilante“ übertreffen.

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Mint Julep – Save Your Season

Läge im modernen Shoegazing keine Sehnsucht, könnte klassische Romantik keine frischen Züge haben, ja, wären Keith und Hollie Kenniff gar nicht verheiratet als Mann und Frau – ihre Musik wäre sicherlich ähnlich klanggewaltig, aber vermutlich nicht derart psychedelisch beseelt. Nach Demo und EP präsentiert das Duo Mint Julep mit „Save Your Season“ sein erstes Album. So verlockend wie atmosphärisch vollkommen. Eine Frage des Geschmacks, sicherlich, doch macht ja auch die Minze erst den Mint Julep Cocktail.

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Kraftklub – Mit K

29. September 2011: Aus dem Nichts tauchen Kraftklub beim Bundesvision Song Contest auf, holen Platz 5 für Sachsen, steigen in die Top 50 der Single-Charts ein und verschwinden vorläufig wieder. So plötzlich dieser kometenhafte Einschlag auch wirkt, hinter dem Erfolg – mittlerweile muss man beinahe von einem kleinen Hype sprechen – steckt harte Arbeit, den sich der Fünfer aus Chemnitz (die Band nennt ihre Heimat immer noch Karl-Marx-Stadt) durch unnachgiebiges Touren mit Casper, Fettes Brot und den Beatsteaks erkämpft hat. Ihr Debütalbum „Mit K“ soll nun im Vorbeigehen das Blut der Indie-Generation in Wallung versetzen. Musikalisch wie inhaltlich sollte das problemlos gelingen.

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