Kategorie: Reviews & Previews

Plug And Pray – Evergreens

Mit seinen offenen Strukturen und wilden Improvisationen setzt Jazz seit Jahrzehnten immer wieder neue Maßstäbe hinsichtlich Experimentalität und Musikalität. Das Übersetzen in elektronische Gefilde ist sicherlich nichts Neues, wurde aber nur selten so gezielt und gekonnt zelebriert wie vom Franzosen Benoît Delbecq und dem gebürtigen Belgier Jozef Dumoulin. Als Plug And Pray mengen die beiden Pianisten Beats und Synths unter ihre narrativ beflügelnden Fender-Rhodes-Ausflüge. „Evergreens“ ist ihr Debütalbum.

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QTY – QTY

Zwei Gitarren, zwei Stimmen und ganz viel offene Räume: So oder so ähnlich lässt sich der Sound von QTY zusammenfassen. Das Duo aus New York um Alex Niemetz und Dan Lardner versucht einen Hauch von Optimismus in den tristen, schwermütigen Trübsal des Alltags zu bringen. Herausgekommen ist schmissiger Garage Rock mit dezenter Pop-Schlagseite und einer schönen Portion Strokes-Ursuppe. Das erste Album heißt wie die Band und macht richtig Laune.

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Sinan Mercenk – Individuality

Sinan Mercenk als DJ- und House-Urgestein zu bezeichnen, wird der illustren Karriere des Electro-Produzenten bestenfalls rudimentär gerecht. Mitten in der ersten großen House-Welle veröffentlicht er 1994 seine erste Single, wird zum renommierten Remixer und gründet 2009 sogar sein eigenes Label. „Individuality“ ist tatsächlich erst Mercenks drittes Album, kommt dafür mit allerlei Prominenz zwischen House, Electronica und Deep House aus.

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Telquist – Strawberry Fields

Anfang 20 und schon so gut: Telquist frustiert und verwundert. Wohnhaft und studierend in Regensburg, verschreibt sich der Jungspund dem klassischen Pop-Format, wohlweislich von einer alternativen, bunt und doch lässig schimmernden Seite aufgezogen. Ein Hauch Indie hier, eine Prise FM4 da, dazu hörbares Faible für charmanten Art Pop – fertig ist das Debütalbum „Strawberry Fields“ mit seinen zwölf kurzweiligen Perlen.

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Robert Finley – Goin‘ Platinum!

Robert Finley ist ein Spätzünder. Der Army-Veteran bestritt seinen Lebensunterhalt jahrzehntelang als Zimmermann und betrieb Musik nebenbei als Hobby. Eine Organisation für ältere, unterprivilegierte Musiker verhalf dem Mitt-Sechziger vergangenes Jahr zu seinem Debütalbum, kurz darauf wurde er von Dan Auerbach (The Black Keys) für sein Label gesignt. Auerbach wird nicht müde, von Finleys Stimme zu schwärmen, schrieb und produzierte sein zweites Album „Goin‘ Platnum!“ mit und lud gleich allerlei Studiomusiker-Prominenz ein.

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Beans On Toast – Cushty

Seit 2009 veröffentlicht Jay McAllister aka Beans On Toast jedes Jahr zu seinem Geburtstag am 1. Dezember ein neues Album – pünktlich wie ein Uhrwerk, stets überraschend anders. So widmete sich der Drunk-Folk-Storyteller im vergangenen Jahr erstmals einer rein elektronischen Platte und verzichtete auf seine etatmäßige Gitarre. Auf „Cushty“, dem mittlerweile neunten Album, ist aber wieder alles beim Alten. Beans On Toast hat viel zu sagen und zeigt sich in bestechender Form.

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David Beckingham – Just When The Light

Nach mehrjähriger Pause touren Hey Ocean! aktuell wieder durch Nordamerika und veröffentlichten kürzlich erste Songs eines neuen Studioalbums. Die Band erfreut sich gerade unter Bronies einen Kultstatus, da Sängerin Ashleigh Ball Synchronarbeit für die nach wie vor ungewöhnliche Kultserie „My Little Pony: Freundschaft ist Magie“ leistet. Viel zu oft übersehen: Gitarrist David Beckingham, der vergangenes Jahr sein erstes Soloalbum veröffentlichte und besagtes „Just When The Light“ mit ordentlich Verzögerung nun endlich auch nach Europa bringt. Darauf enthalten: Zehn wahrlich magische Songs, ganz ohne animierte Abenteuer.

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Peter Muffin – Ich und meine 1000 Freunde

Die Nerven sind nicht nur als Band überaus umtriebig, auch solo zeigen sich die Mitglieder von ihrer produktiven Seite. Neben Sänger Max Rieger, der zuletzt unter dem Pseudoynm All diese Gewalt zwischen Drone und Easy Listening forschte, präsentiert nun auch Bassist und Butzen-Labelchef Julian Knoth eine Solo-Platte. Als Peter Muffin bewegt er sich zwischen Post Punk und Noise. „Ich und meine 1000 Freude“, herrlich unterkühlt von Kollege Rieger produziert, bleibt dem Sound der Hauptband über weite Strecken treu.

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Hey Ruin – Poly

Punktlandung mit rohem Biss: Hey Ruin debütierten im März 2016 gar erfolgreich mit „Irgendwas mit Dschungel“ und verpassten der deutschsprachigen No-Wave-Szene einen wichtigen Arschtritt. Nun möchte die Band aus Köln und Trier mehr. Mittlerweile zum Quintett angewachsen, öffnete man den Songwriting-Prozess für alle Musiker und verhandelte gerne auch schon mal über einzelne Wörter. Die Mühe lohnt sich: „Poly“ gibt sich auf allen Ebenen deutlich souveräner, erwachsener und bissiger.

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Pale | Seas – Stargazing For Beginners

Eigentlich sollte 2014 das Jahr von Pale | Seas werden. Von der Indie-Presse für ihre Kleinformate und Live-Konzerte gefeiert, stand ein Debütalbum bereits in den Startlöchern. Die Briten waren mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden und tauchten einfach mal ein paar Jahre unter, um auf der Isle of Wight alles unter besonderen Voraussetzungen neu einzuspielen. Der etwas ungewöhnliche Aufwand macht sich auf „Stargazing For Beginners“ hörbar bezahlt.

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