Kategorie: Reviews & Previews

Motörhead – Aftershock

Es gab eine Zeit, da schien Lemmy unzerstörbar – ein Image, dass durch die gesundheitlichen Probleme in diesem Jahr, die unter anderem zu einem frühzeitigen Abbruch des Wacken-Auftritts führten, mehr als bloß den einen oder anderen Kratzer genommen hat. Mittlerweile hat sich der 67jährige wieder halbwegs erholt und bringt das 21. Studioalbum seiner Hauptband Motörhead an den Mann. Der Nachfolger zu „The Wörld Is Yours“ – unterbrochen durch zwei Live-Platten und HeadCat-Nachschub – hört auf den Namen „Aftershock“ und klingt, na klar, nach Motörhead.

Weiterlesen

Morcheeba – Head Up High

Irgendwie sind sie alle wieder Zuhause. Sängerin Skye Edwards kehrte auf dem letzten Album „Blood Like Lemonade“ zurück zu Morcheeba, Ross Godfrey verließ sein kalifornisches Exil, wo er als Filmkomponist arbeitete, und Paul Godfrey arrangierte sich mit Depressionen und seiner Diabetes-Diagnose. Gemeinsam nahm man die neue Platte „Head Up High“ auf, die den Vorgänger ganz locker überflügelt, mit ein paar durchaus prominenten Gästen aufwarten kann und Morcheeba endgültig in der Neuzeit ankommen lässt.

Weiterlesen

dan le sac Vs Scroobius Pip & Flux Pavilion – Gold Teeth

Nach der Veröffentlichung von Soloalben stehen Produzent dan le sac und Rap-Poet Scroobius Pip wieder gemeinsam im Ring, um guten Geschmack mit intelligenten Texten, die zum Nachdenken anregen sollten, erneut zu verbinden. „Repent Replenish Repeat“ heißt ihr bereits drittes Album, das am 18. Oktober erscheint und abermals kräftig wie auch wohlüberlegt austeilen wird. Zeitgleich erscheint die Single „Gold Teeth“, auf der die beiden mit Drumstep-Produzent Flux Pavilion zusammenarbeiten.

Weiterlesen

Deep Purple – Perfect Strangers Live

Acht Jahre nach dem Split und insgesamt derer elf, nachdem man zum letzten Mal in dieser Besetzung zusammengespielt hatte, taten sich Deep Purple 1984 im legendären MkII Line-Up um Ritchie Blackmore, Ian Gillan, Roger Glover, Jon Lord und Ian Paice wieder zusammen, um, bis zum nächsten Teil-Split, zwei weitere Alben einzuspielen und erfolgreich auf Tour zu gehen. Von der Tour zu „Perfect Strangers“ gibt es eine einzige komplette Aufnahme von einer Show im australischen Melbourne aus dem Jahr 1985, die nun als „Perfect Strangers Live“ erscheint und auf CD, DVD und LP erhältlich ist.

Weiterlesen

Classified feat. Olly Murs – Inner Ninja

In Deutschland kaum bekannt, zählt Classified in seiner kanadischen Heimat zu den umtriebigsten Musikern des Landes. Seine erste Platte veröffentlichte Luke Boyd, so sein bürgerlicher Name, 1997 mit 18 Jahren, aktuell ist er bei seinem 15. Longplayer angelangt. Der Fleiß wurde belohnt, das schlicht „Classified“ betitelte Album erreichte die Chartspitze, mit „Inner Ninja“ gelang ihm überdies die bestverkaufte Rap-Single der kanadischen Musikgeschichte. Vielleicht klappt es nun auch international. Für den Europa-Release von „Inner Ninja“ übernimmt Olly Murs den Refrain des Folkers David Myles.

Weiterlesen

Baby Lou – Stagediving Into Total Darkness

Mit Biss, Herzblut und DIY-Ethos erspietlen sich Baby Lou vor zwei Jahren einen Platz im Punk-Feld. Oder ist das schon Anti-Punk? Überhaupt noch Punk? Wenn es um die Kategorisierung der mittlerweile zum Trio gewachsenen Saarbrückener geht, tut man sich schwer. Man kommt aus dem Punk, gewisse Bausteine sind noch als solche erkennbar, doch mit einer Mischung aus Hardcore, wahnwitziger Elektronik und Prog-Pop zählen Baby Lou zu den einzigartigsten Bands der Gegenwart. „Fresh Water In A Dirty Glass“ teilte wechselweise in alle Richtung aus, „Stagediving Into Total Darkness“ knüpft daran an und wirkt doch – wohlgemerkt in Relation gesetzt – einen Tacken linearer.

Weiterlesen

Blues Pills – Devil Man

Retro und kein Ende – in so ziemlich jedem Genre sind Zeitreisen nach wie vor höchst angesagt. Es passt ins Bild, dass sich der Metal-Branchenriese Nuclear Blast eine 70s-Rock-Revival-Band unter den Nagel gerissen hat. Blues Pills, ein amerikanisch-schwedisch-französisches Quartett, gründete sich erst im Dezember 2011 und gelangte über ihre erste EP sofort an einen großen Deal. Die jungen Herrschaften um Ausnahmesängerin Elin Larsson versteht etwas von, nun ja, Blues Rock und musikalischem Bombast. „Devil Man“ heißt ihre neue EP, die Lust auf mehr macht.

Weiterlesen

Sub Focus – Torus

Zehn Jahre hat es gedauert, bis Nick Douwma aka Sub Focus angekommen war. Seit einer Dekade veröffentlicht er Dance-Kompositionen, in seiner britischen Heimat nahm man den heute 31jährigen erst nach seiner Tour mit Pendulum und dem Producer-Credit für den Example-Hit „Kickstarts“ wahr. Auftritte beim diesjährigen Glastonbury sowie ein Headliner-Slot bei Reading & Leeds 2012 gingen Hand in Hand mit der einen oder anderen Single, für die der eine oder andere nicht gänzlich unbekannte Gast gewonnen werden konnte. All das und mehr erscheint nun auf „Torus“, Douwmas zweitem Album, das in UK denkbar knapp die Top 10 verpasste.

Weiterlesen

Depeche Mode – Should Be Higher

Depeche Mode können veröffentlichen, was sie wollen – der Erfolg ist ihnen sicher. Das mittlerweile 13. Studioalbum „Delta Machine“, eine der stärksten Band-Platten des neuen Jahrtausends, schaffte es aus dem Stand an die Spitze der Charts und hält sich bereits seit einem halben Jahr in den Top 100. Nach zwei durchaus erfolgreichen Singles und einer viel umjubelten Tour veröffentlicht man – kurz bevor es in Richtung Nordamerika geht – die bereits dritte Auskopplung „Should Be Higher“.

Weiterlesen

Caviare Days – Caviare Days

Zwei Schwedinnen gefangen in den 60s: Caviare Days haben nichts mit Dekadenz und dicken Klötzen zu tun. Hinter diesem protzigen Namen stecken die Schwestern Lina und Maja Westin aus Gävle, die 60s-Garage-Pop mit Psychedelia und einer Prise Rock mischen. Was auf dem beigelegten Bildmaterial ein wenig nach Hippietum aussieht, schlägt sich auch in der musikalischen Ästhetik der beiden nieder. Dabei verstehen sich die Westins als Designerinnen, Regisseurinnen und Schöpferinnen einer eigenen visuellen Welt, eines eigenen Universums. Jenseits des daraus resultierenden Diskurses über Schein und Sein geizt das Debütalbum „Caviare Days“ nicht mit seinen Reizen.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?