Matt Boroff – Grand Delusion

Seine Wahlheimat mag mittlerweile Österreich sein, doch musikalisch ist Matt Boroff nach wie vor tief in den Vereinigten Staaten verhaftet. Auf seinem dritten Soloalbum versucht er sich ein wenig von Desert-Rock-Klängen zu lösen, was zumindest bedingt gelingt. Mehr Americana, mehr Singer/Songwriter – und Wüstenprominenz hinter den Kulissen. Kein Geringerer als Josh Homme-Intimus Alain Johannes produzierte „Grande Delusion“, während Jack Irons (Red Hot Chili Peppers, Pearl Jam) am Drumhocker Platz nahm.

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Airbourne – Breakin‘ Outta Hell

Keine Airbourne-Rezension ohne AC/DC-Vergleich – bringen wir diese lästige Pflicht somit am besten gleich zu Beginn dieses Textes hinter uns. Natürlich erinnert die Musik der genau wie die großen Vorbilder aus Australien stammenden Hard Rock-Band rund um die Brüder Joel und Ryan O’Keeffe auch im Jahr 2016 stark an eben jene Rock-Giganten, hier und da garniert mit dezenten Anleihen bei anderen Bands aus dem hart rockenden Blues Rock-Spektrum wie z.B. Whitesnake. Will man als Gruppe jedoch auf lange Sicht bestehen, ist auch das Entwickeln einer eigenen Identität von Nöten. Mit „Breakin‘ Outta Hell“ ist dieser Tage das vierte Airbourne-Album in die Läden gekommen. Grund genug also, einmal abzuchecken, wie gut es um die Identität des Quartetts bestellt ist.

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Apothek – Apothek

Morten Myklebust und Nils Martin Larsen würden jeweils für sich nicht funktionieren. Also musikalisch. Als Apothek verbinden Popmusik mit Elektronik und ein wenig Avantgarde. Quasi James Blake auf Kollisionskurs mit Everything Everything, wenn man so will. Die Songs auf ihrem eponymen Album vermengen poetische Texte – Myklebusts Domäne – mit Larsens Hang zur Soundtüftlerei. Beide setzen auf komplett konträre musikalische Ansätze und kollidieren herrlich kurios miteinander.

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Deacon Blue – Believers

Hoffnung in einer unsicheren Zukunft. Zwei Seiten – und die stetige Problematik, sich für eine von beiden zu entscheiden. Deacon Blue, die schottische Band, die nun auch schon seit 30 Jahren als ein Garant für eingängige Popmusik mit Botschaft gilt, beschäftigt sich auf ihrem neuem Album mit den ganz großen Themen, die derzeit die Welt bewegen. Dabei beziehen sie klar Position, auf welcher Seite sie stehen wollen – und das ist nicht jene Seite, auf der die besorgten Bürger mit ihrer egozentrischen Weltsicht und Angst vor Veränderungen stehen, sondern jene, auf der man an eine bessere Zukunft glaubt und sich für diese auch stark macht. So hat das neue Werk, das nach „The Hipsters“ und „A New House“ den dritten Teil einer Trilogie darstellt, dann auch prompt den passenden Namen „Believers“ erhalten.

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The T.S. Eliot Appreciation Society – Turn It Golden!

Tom Gerritsen wuchst auf einem Jahrmarkt auf und kam früh mit den mythischen Geschichten von Künstlern und Predigern in Berührung. Ihre fantastischen Ausführungen beeinflussen ihn bis heute. Mittlerweile im niederländischen Utrecht heimisch, gibt er unter dem Pseudonym The T.S. Eliot Appreciation Society einen Singer/Songwriter mit Faible für ausgefallene Arrangements und Texte. Mit dem Zweitling „Turn It Golden!“ entfernt er sich zwar ein wenig vom rohen Sound des Debüts, denkt sich dafür umso faszinierender in seine Kindheit zurück.

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Ultimate Painting – Dusk

Wenn Coolness wehtun würde, wären Ultimate Painting ununterbrochen auf Schmerzmitteln; zumindest auf musikalischer Ebene. Der lässige, kunstvolle Pop-Sound von Jack Cooper und James Hoare erinnert ein wenig an Velvet Underground, wirkt mal verträumt, dann wieder psychedelisch, stellenweise sogar folkig. Mit ihren ersten beiden in kurzer Abfolge erschienenen Alben sicherten sich die Briten wohlverdiente Aufmerksamkeit, und auch an „Dusk“ wurde nicht lange geschraubt. Dass die zehn neuen Songs dennoch so stylish klingen, spricht für die kreative Energie der Londoner.

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God Damn – Everything Ever

Kaum zu glauben, dass sich die Musiker hinter God Damn einst als Indie-Pop-Band versuchten. Der rohe, schroffe, punkige gegenwärtige Sound deutet keinesfalls daraufhin. Ein lebensgefährlicher Kollaps von Dave Copson führte einst zum Reset und dem mächtigen Debüt „Vultures“. Auf den durchaus sensationellen Einstand folgt nun „Everything Ever“, das einmal mehr Riffgewalt mit Melodik, bärtigen Rock mit eingängiger Punk-Dynamik koppelt.

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All diese Gewalt – Welt in Klammern

Wenn Max Rieger nicht gerade mit Die Nerven Krawall und Noise mit Pop-Ideen kreuzt, widmet er sich experimentellen Solo-Platten. Als All diese Gewalt vermengt er Post Rock, Elektronik, Avantgarde und unterschwellige Pop-Melodien mit durchaus literarischem Anspruch. Zwischen Drone und Easy-Listening spielt „Welt in Klammern“ mit Erwartungen, Hörgewohnheiten und Songwriting-Ansätzen.

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Beach Slang – A Loud Bash Of Teenage Feelings

Rauer Gesang, Punk-Attitüde, mörderlische Hooklines, Rock-Drive: Beach Slang debütierten Ende letzten Jahres mit dem charmanten „The Thing We Do To Find People Who Feel Like Us“ und klopften sogar an die Pforte der US-Album-Charts. Zahlreiche Auszeichnungen und umjubelte Live-Shows folgten. Für den Nachfolger „A Loud Bash Of Teenage Feelings“ ließ sich Frontmann James Alex von den Geschichten seiner jugendlichen Fans inspirieren. Teenage Angst, Weltschmerz, Euphorie, Hoffnung und Party prägen einen unterhaltsamen Zweitling.

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Hansen & Friends – XXX – Three Decades In Metal

Jubiläen sind ja immer so eine Sache. Oft werden sie von Bands dazu genutzt, eine Best Of-Rückschau ihres Schaffens in die Läden zu bringen, in anderen Fällen werden alte Songs neu eingespielt und auf zumeist eher zweifelhaften Retroscheiben veröffentlicht. Kai Hansen, seines Zeichens Ex-Helloween-Gitarrist und Sänger sowie Gitarrist und Songschreiber bei seiner Band Gamma Ray und bei Unisonic, geht einen anderen Weg. Nicht nur, dass es ungewöhnlich ist, wenn ein Künstler, der sonst nur aus Bandzusammenhängen bekannt ist, zu seinem persönlichen 30-jährigem Schaffensjubiläum eine Soloscheibe veröffentlicht, nein, sein Album „XXX – Three Decades In Metal“ ist auch frei von aufgewärmten Altlasten und enthält zehn brandneue Kompositionen und jede Menge Kollaborationen mit dem Who-is-Who der deutschen Heavy-Szene.

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