Blackmail – II

So riskant es auch war, das Unterfangen ‚Sängerwechsel‘ glückte: Blackmail schwimmen mit Mathias Reetz wieder obenauf und durften sich, natürlich vollkommen verdient, über gute Kritiken zum ersten gemeinsamen Album „Anima Now!“ freuen. Um einiges eingängiger und zugänglicher war die Platte, britisch geprägt, ohne jedoch auf die Band-Trademarks zu vergessen. Diesen Weg gehen die vier Koblenzer unbeirrt weiter. „II“, ihr achtes Studioalbum (und das zweite der neuen Ära, wie der Titel signialisiert), ist ihr bislang vielleicht vielschichtigstes Werk, das wie eine Zeitreise durch die Historie der Rockmusik anmutet.

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Madness – Never Knew Your Name

Hierzulande werden die Ska-Heroen von Madness leider bis heute auf ihren eher untypischen Gassenhauer „Our House“ reduziert. Dass man den Briten damit Unrecht tut, beweisen nicht nur Hymnen wie „House Of Fun“ oder „It Must Be Love“, die in ihrer Heimat Kultstatus besitzen, sondern auch die Veröffentlichungen der jüngeren Zeitrechnung, beispielsweise das durch den Film „Neues vom Wixxer“ bekannte „NW5“. Das bereits seit Oktober letzten Jahres erhältliche neue Album „Oui Oui, Si Si, Ja Ja, Da Da“ ging bei uns erwartungsgemäß am Gros der Käuferschaft vorbei und verpasste sogar den Einstieg in die Alben-Top 100. Für Madness jedoch kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen, und so wird mit „Never Knew Your Name“ nach „My Girl 2“ sogar noch ein zweiter Song ausgekoppelt.

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Bosse – Schönste Zeit

Axel Bosse hat mit seinem Album „Wartesaal“ seinen bisher größten musikalischen Erfolg gefeiert. Beim Bundesvision Song Contest 2011 gelang ihm und Anna Loos zudem mit „Frankfurt Oder“ der Sprung aufs Treppchen und in den Charts die bisher höchste Peak für eine seiner Singles (#35). Bis auf das kurze Dance-Pop-Intermezzo („Karambolage“) an der Seite von Oliver Koletzki blieb es 2012 jedoch relativ ruhig um den gebürtigen Braunschweiger. Dieser verbrachte das letzte Jahr u.a. in Istanbul und Umbrien, um Ideen für das kommende Album „Kraniche“ zu sammeln. Mit „Schönste Zeit“ liefert Bosse den ersten Vorgeschmack.

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Das hört die Redaktion – Februar 2013

Geheimtipps, die einfach nicht untergehen dürfen. Album-Tracks, die den Single-Auskopplungen mühelos die Show stehlen. Oder Remixe, die es besser machen als ihre Originale. Kurzum: Musik, die uns besonders am Herzen liegt, findet in unserer beliebten Rubrik „Das hört die Redaktion“ ihren verdienten Platz. In der Februar-Ausgabe mit dabei: Leona Lewis, James Blake, Solarstone & Clare Stagg, Guards, Ben Ivory und Attic.

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ESC 2013: „Österreich rockt den Song Contest“ mit Natália Kelly

Nach Jahren des Misserfolgs und den daraus resultierenden (bzw. selbst auferlegten) Zwangspausen versöhnte Nadine Beiler 2011 das österreichische Publikum mit dem Eurovision Song Contest. Kleine Frau, große Stimme – als Jury-Liebling schaffte sie mit „The Secret Is Love“ den Einzug ins Finale und erreichte Platz 18, die beste Platzierung seit Alf Poiers sechstem Platz 2003. Vergangenes Jahr qualifizierten sich die Trackshittaz mit ihrer Popsch-Liebhaber-Atzen-Hymne für Baku und erreichten die wenigsten Punkte aller Halbfinal-Teilnehmer, Kreuzbandriss (nicht etwa Stimmbandriss, wie man meinen möchte) bei Manuel „Manix“ Hoffelner inklusive. Anstatt sich, wie üblich, beleidigt ins stille Eck zurück zu ziehen, wagt der ORF in Malmö einen neuen Anlauf unter dem Motto „Österreich rockt den Song Contest“.

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Rihanna feat. Mikky Ekko – Stay

Wenn man wie Rihanna mit knapp 25 musikalisch so gut wie alles erreicht hat, was das schnelllebige und oftmals unbarmherzige Business zu bieten hat, muss man sich Alternativen überlegen, sofern man sich mit seinem verdienten Reichtum nicht wie eine gleichaltrige Magdalena Neuner zur Ruhe setzen möchte. Da kommen diverse Gerüchte über eine Affäre mit Justin Bieber (ulkige Vorstellung…) oder eine skandalträchtige Aussöhnung mit RnB-Rüpel Chris Brown doch gerade recht. Weil bei ihren „Diamonds“ nach mehr als viermonatigem Chartaufenthalt aber so langsam der Glanz nachlässt, wird es Zeit für Nachschub. Und auch hier überrascht die barbadische Chanteuse mal wieder alle, denn wer hätte gedacht, dass es sich beim Duett „Stay“ mit Mikky Ekko um eine bedächtige Piano-Ballade handelt?

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ESC 2013: Cascada gewinnen „Unser Song für Malmö“

Cascada werden Deutschland mit „Glorious“ beim Eurovision Song Contest 2013 in Malmö vertreten. Die Band um Frontfrau Natalie Horler bekam von den Radio-Hörern zehn, von der Jury acht und von den Fernsehzuschauern zwölf Punkte, und gewann damit den Vorentscheid mit 30 von 36 möglichen Punkten. „Unser Song für Malmö“, der Vorentscheidungsneustart nach der Raab-Ära, fand damit einen würdigen und auf breiter Basis legitimierten Siegertitel. Auch die Gesamtbilanz fällt positiv aus: Dem NDR ist es gelungen, eine moderne und musikalisch hochwertige Show auf die Bühne zu bringen. Einige Fragen warf hingegen das Votingsystem auf und bietet damit Überarbeitungspotenzial für das kommende Jahr.

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Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Weiter, immer weiter – so etwas wie eine Auszeit gibt es für Nick Cave nicht. Grinderman haben mittlerweile das Zeitliche gesegnet, womit jener kratzige, sexualisierte Noise Rock, der auch die letzte Bad Seeds-Platte „Dig, Lazazus, Dig!!!“ maßgeblich beeinflusst hat, Geschichte ist. Der Australier lässt nun die musikalische Antithese auf den Plan treten, setzt vornehmlich auf instrumentalen Minimalismus und stille Wiederholungen. Für die Arbeiten am 15. Studioalbum „Push The Sky Away“ zog er sich in ein französisches Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert zurück, befasste sich mit Wikipedia-Absurditäten, endlosen Google-Suchen, urbanen Mythen und der Vergänglichkeit von Mode-Erscheinungen.

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Ewig – Sieh mich an

„Nach der Tour ist vor der Tour!“, dachte sich wohl das Trio Ewig. Die Fangemeinde der jungen Band vergrößert sich eher allmählich. Bis November letzten Jahres tingelten die Ewigs durch Deutschland sowie Österreich und stellten alle Lieder aus „Wir sind Ewig“ vor. Dass die Band um Sängerin Jeanette Biedermann vor teils überschaubarem Publikum musizierte, tat der Energie der deutschen Lieder keinen Abbruch. Immerhin hangelte sich das gelobte Debütalbum in die obere Charthälfte: Jetzt heißt es weitertouren – und das in den größten Hallen Deutschlands, wenngleich im Augenblick noch als Vorband. Auf der Pur-„Sein & Schein“-Tour wollen die Ewigs ihre sehr guten Livequalitäten unter Beweis stellen: Single #2 „Sieh mich an“ eignet sich dazu lediglich bedingt.

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Sea + Air – The Heart Of The Rainbow

Wenn Zwei sich gleichen wie Wasser und Luft, deren elementare Unterschiede anziehender denn je sind, so müssten sie durch die Erdatmosphäre tauchen und im Ozean Luftschlösser bauen können. Zuzutrauen wäre es dem Singer/Songwriter-Duo Sea + Air. Dessen Verbindung geht jedoch auf die Eigenwilligkeit vom gesprochenen „Sie + Er“ zurück, welche das deutsch-griechische Paar vor allem musikalisch auslebt. Man höre „The Heart Of The Rainbow“ und sei hiermit gewarnt: Die Gefahr eines extravaganten Zuckerschocks war selten so kalkuliert.

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