Schlagwort: Alternative Rock

Shoreline

Shoreline – Is This The Low Point Or The Moment After?

Wie weiß man, ob man die Talsohle bereits durchschritten hat, oder ob man erst am absoluten Tiefpunkt angekommen ist? Diese Frage stellen sich Shoreline auf ihrem neuesten Album, mit dem sie als erste deutsche Band bei Pure Noise Records landen. Das Quartett aus Münster bemüht sich um Hoffnung in einer Welt, die immer hässlicher wird, und liefert die passenden Kampfansagen gleich dazu. Zudem entwickelt man sich musikalisch ein wenig weiter – „Growth“, wenn man denn so will. „Is This The Low Point Or The Moment After?“ nimmt in den Arm, rüttelt wach und geht gemeinsam besseren Tagen entgegen.

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The Sophs

The Sophs – GOLDSTAR

Sechs junge Menschen aus Los Angeles und ein Demotape – so oder so ähnlich begann es einst für The Sophs, die ihre ersten Songs direkt an diverse Lieblingslabels schickten. Bereits am nächsten Tag bekamen sie Antwort von Rough Trade Records, der Rest ist sympathische Geschichte. Seit letztem Sommer erscheinen bereits ein paar Songs hier und da, nun steht das vielschichtige erste Album in den Startlöchern. „GOLDSTAR“ sehnt sich nach Anerkennung und fragt sich zugleich, ob man denn das Richtige tatsächlich aus den richtigen Gründen tut.

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Nothing

Nothing – a short history of decay

Nach dem Release von „The Great Dismal“ 2020 verabschiedeten sich Nothing erst einmal von ihrem Zwei-Jahres-Rhythmus und legten eine kleine Albumpause ein. Untätig war die Shoegaze-Band keinesfalls, unter anderem gab es Live-Material und eine gemeinsame Platte mit Full Of Hell, zudem wurde ein eigenes Festival auf die Beine gestellt. Und doch bot sich für Mastermind und Gründer Domenic „Nicky“ Palermo die Möglichkeit, einen Gang zurückzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Inzwischen mit essentiellem Tremor, einer nicht-tödlichen Familienkrankheit, ringend, steht „a short history of decay“ unter dem Eindruck der Endlichkeit.

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Pil & Bue

Pil & Bue – You Have Chosen Darkness

Seit Jahren fristen Pil & Bue zumindest außerhalb der Heimat ihr Quasi-Geheimtipp-Dasein als eines der besten Rock-Duos Europas. Im Gegensatz zu vielen anderen sind die Norweger deutlich härter und kunstvoller unterwegs. Exakt das möchten Petter Carlsen und Gøran Johansen einmal mehr unter Beweis stellen. Dafür gründeten sie ihr eigenes Label, um absolute, uneingeschränkte kreative Freiheit zu genießen. Das hört man dem Nachfolger des für einen norwegischen Grammy nominierten „Special Agents“ auch an: „You Have Chosen Darkness“ lehnt sich in so ziemlich jeder Hinsicht etwas weiter aus dem Kreativ-Fenster.

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Volores

Volores – Shores Of Scorpio

Das Ehepaar Shelby und Nathen Maxwell (Bassist bei Flogging Molly) bemüht sich als Volores um spannende, emotional aufgeladende Indie- und Alternative-Klänge mit einer gesunden Prise Goth, Post Punk und Americana. Nach einem immersiven ersten Album stellte eine kapitale Enthüllung das Leben von Sängerin Shelby auf den Punkt: Ihr leiblicher Vater war nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hatte. Daraus ergab sich die Suche nach einem eigentlichen Zuhause für eine Person, die sich stets fehl am Platze gefühlt hatte. „Shores Of Scorpio“ begleitet die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

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Stone

Stone – Autonomy

Falls Rock wieder einmal gerettet werden muss: Hier sind die perfekten Kandidaten. Stone gründeten sich vor zehn Jahren in Liverpool, als Fin Power und Elliott Gill gerade einmal 17 Jahre alt waren. In der Folgezeit komplettierten Sarah Lucy Surrage und Alex Smith das Line-up, man veröffentlichte diverse EPs, fand sich plötzlich bei einem Major-Label und erreichte mit dem Einstand „Fear Life For A Lifetime“ die britischen Top 40. Mit V2 hat man nun einen deutlich bodenständigeren Partner an der Seite, der den bewusst rohen, ungeschönten und doch eingängigen Tracks zwischen Alternative, Indie und etwas Britpop-Revival die richtige Bühne bietet. Dazu passt auch der Titel ihres Zweitlings: „Autonomy“.

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Howling Bells

Howling Bells – Strange Life

Plötzlich war ein Jahrzehnt vergangen: Nach dem Release von „Heartstrings“ im Sommer 2014 waren Howling Bells von der Bildfläche verschwunden, eine ‚ungeplante Pause‘ soll der Grund gewesen sein. Juanita Stein veröffentlichte mehrere Soloalben, Bruder und Gitarrist Joel Stein rief Glassmaps ins Leben und tourte zudem gemeinsam mit Drummer Glenn Moule als Teil von Brandon Flowers‚ Solo-Band. Bei einer Reunion-Show 2022 war der alte Funke wieder da, die Australier:innen begannen neue Songs zu schreiben und haben nun das erste gemeinsame Album seit fast zwölf Jahren im Gepäck. „Strange Life“ klingt im besten Sinne in etwa so, als wäre die Zeit stehengeblieben.

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Ulrika Spacek

Ulrika Spacek – EXPO

Die Perspektive verschiebt sich, der Spiegel reflektiert anders. Auf ihren ersten drei Alben waren Ulrika Spacek bevorzugt introvertiert unterwegs, richteten den Blick auf das Selbst und bezogen daraus Kraft für ihre kunstvolle, elektronisch befeuerte Gitarrenmsuik. Das Quintett aus Reading wählt dieses Mal jedoch die Außenperspektive – weil andere Länder auf Tour Eindruck hinterließen, aufgrund von Gedanken und Gefühlen über die USA, aber auch weil sich Sänger und Gitarrist Rhys Edwards fragte, welche Welt seine Tochter einmal erben würde. „EXPO“ versteht sich zudem als intime Auseinandersetzung mit menschlicher Wärme, digitaler Isolation und zunehmend verschwindenden Zwischentönen.

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Katarsis

Katarsis – Žiedlapis tau

Inmitten eines betont bunten Wettbewerbs trugen sie Grauschattierungen ins Finale: Katarsis traten für Litauen beim Eurovision Song Contest 2025 mit dem Post-Punk-Track „Tavo akys“ an. Auf einen sehr respektablen 16. Platz für eine beim ESC mehr als unterrepräsentierte Musikrichtung folgten eine kleine Tour durch Europa sowie mehrere Singles. Für das ehemalige Ein-Mann-Projekt von Lukas Radzevičius, der im Gründungsjahr 2019 noch zur Schule ging, ist das mehr als beeindruckend. Das erste Album „Žiedlapis tau“ (dt. „Ein Blütenblatt für dich“) nimmt den Rückenwind gekonnt mit.

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Kind Kaputt

Kind Kaputt – Ins Blau

Einfach machen. Nicht erst auf Morgen warten. Den Tag siezen. Letzterer Punkt sollte anders lauten, ist aber egal. Denn Kind Kaputt regen dazu an, ewiges Grübeln abzulegen und ausnahmsweise im Hier und Jetzt zu leben, ohne stets an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Das äußerte sich unter anderem im Songwriting für ihr mittlerweile drittes Album. Anstatt erst instrumental genau auszuarbeiten und danach die Lyrics zu schreiben, entstanden sämtliche Elemente bevorzugt gleichzeitig. Dadurch auf das Wesentliche reduzierte Arrangements und das Bekenntnis zum Leben im Moment lässt „Ins Blau“ gekonnt wachsen und gedeihen.

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