Schlagwort: Alternative Rock

Quicksand

Quicksand – Bring On The Psychics

Seit ihrer jüngsten Reunion 2012 melden sich Quicksand alle paar Jahre mit neuer Musik, und das zuletzt ein Tacken experimenteller als zu ihrem Post-Hardcore-Heyday in den 90ern. Ihr drittes Album nach der Wiedervereinigung will nun bewusst eine Brücke zwischen beiden Phasen schlagen – härter und kompromissloser auf der einen, verplant und gerne mal etwas schräger auf der anderen Seite. „Bring On The Psychics“ bemüht sich darum, neue Wege zu beschreiten, auch wenn das Leben gerade etwas härter zulangt. Auch für die eine oder andere kleinere Überraschung bleibt Platz.

Weiterlesen
Citizen

Citizen – Halcyon Blues

Zarte Veränderungen und konstante Bewegung begleiten Citizen seit ihrem ersten, vor 13 Jahren veröffentlichten Album. Das Quintett aus Toledo im US-Bundesstaat Ohio entfernte sich zuletzt noch weiter von Emo und Post-Hardcore, gestaltete den Rock auf „Calling The Dogs“ zuletzt immer wieder angenehm und sympathisch poppig. Ihr mittlerweile sechstes Studioalbum, das sich unter anderem mit den bittersüßen Aspekten des Erwachsenwerdens befasst, verzichtet auf eine direkte musikalische Antwort auf den Vorgänger und macht stattdessen einfach. „Halcyon Blues“ klingt über weite Strecken wie ein kleiner Streifzug durch das bisherige Schaffen.

Weiterlesen
Violet Grohl

Violet Grohl – Be Sweet To Me

Bekannter Name, große Fußstapfen: Der Name Grohl lässt mehr als nur eine Augenbraue hochgehen, keine Frage. Ob als Drummer für Nirvana, mehr als 30 Jahre als Anführer der Foo Fighters oder in einer Fülle anderer Projekte und Guest-Slots, Dave Grohl zählt zu den bekanntesten Rockmusikern der Gegenwart. Tochter Violet Grohl stand bereits das eine oder andere Mal mit ihm auf der Bühne, schreibt aber auch eigene Songs. Nun landet ein erstes Album der 20jährigen, direkt bei einem Major, was natürlich gewisse Nepo-Unkenrufe auf den Plan wirft. Dabei hatte der Papa mit „Be Sweet To Me“ rein gar nichts zu tun; aufgenommen wurde mit Justin Raisen (u. a. Charli XCX, Kim Gordon), unterstützt durch dessen Freunde und musikalischen Begleiter.

Weiterlesen
Edgär

Edgär – Behind The Wall

Nach einem sympathischen zweiten Album demonstrieren Edgär eindrucksvoll, dass Totgesagte gelegentlich deutlich länger leben. Dafür brauchte es aber eine kleinere Metamorphose für das Duo aus Amiens, das seinen musikalischen Fokus verschob. Der Pop-Charme der Vorgänger hat (vorerst) ausgedient, stattdessen rücken die Gitarren komplett in den Mittelpunkt und langen beherzt zu. „Behind The Wall“ verpackt Ängste und Klaustrophobie in stark verzerrte Wände und Frontalattacken und schneidert daraus eine Art Mini-Anleitung für Katharsis, während der gewisse Funke Hoffnung immer wieder durchzuscheinen versucht.

Weiterlesen
Red Dwarf Star

Red Dwarf Star – LP1

Seit seinem Umzug von den USA in die Schweiz läuft das Leben bei Coley Dennis etwas anders. Der Alltag ist von Familie und Beruf geprägt, seine Band Maserati veröffentlichte sein letztes Album vor über sechs Jahren und schraubt seit geraumer Zeit an einem Film-Soundtrack, der heuer erscheinen soll. Zwischenzeitlich schrieb er eigene Songs, inspiriert durch den Alternative- und Post-Hardcore-Sound der 90er, jedoch zusehend krautig und elektronisch verfremdet. Red Dwarf Star wachsen aktuell vom Solo-Projekt zur kompletten Band an (u. a. mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Jeffk, Kruger, Orso und Lenore), der Einstand heißt schlicht und ergreifend „LP1“.

Weiterlesen
PEACH

PEACH – Only Love

Ein Riesenalbum aus dem gefühlten Nirgendwo … und jetzt? Gleich mit dem Einstand gelang PEACH ein Volltreffer. Das Quartett aus Bristol veröffentlichte sein Debüt im September 2023 und punktete mit einer wütenden, intensiven Mischung aus Alternative, Grunge, Post Punk und Noise sowie dem einen oder anderen Abstecher in die Wüste. Daran hat sich seither herzlich wenig geändert. „Only Love“ tritt nun ein schweres Erbe ein, tobt sich mit den gewonnenen Erfahrungen der letzten Jahre aus und hat hörbar wenig Lust darauf, auch nur im Geringsten nachzugeben – das sollte spätestens nach einem Blick auf das Artwork keineswegs überraschen.

Weiterlesen
Temples

Temples – BLISS

Seit bald 15 Jahren ackern sich Temples aus Kettering durch ihren ureigenen Psych- und Alternative-Mikrokosmos. Nachdem ihre ersten drei Alben in den UK-Charts gelandet waren, der Einstand sogar auf Platz 7, lief mit „Exotico“ im Frühjahr 2023 rein gar nichts. Einige Fans, die die Band auf Tour getroffen hatten, wussten nicht einmal von der neuen Platte. Dieser Schock musste erst einmal verdaut werden. Neue Songs ergaben sich erst nach und nach anhand von Home-Recording-Ideen, man baute sich ein neues Team auf, wechselte zu V2 Records und nahm zudem alles in Eigenregie auf, arbeitete einzelne Tracks sogar erst im Studio fertig aus. „BLISS“ ist mehr als nur ein lautstarkes Lebenszeichen geworden.

Weiterlesen
Hard-Fi

Hard-Fi – Sweating Someone Else’s Fever

2005 tauchten Hard-Fi auf und dominierten zumindest eine Saison lang den Indie-Zeitgeist. „Hard To Beat“ ist und bleibt ein unkaputtbarer Sommerhit, das erste Album „Stars Of CCTV“ erreichte Platz 1 in Großbritannien und hierzulande die Top 20. Ihre Unbeschwertheit ging auf den nach wie vor guten beiden Folgeplatten verloren, nach einem Best-of-Album 2014 tauchte man erst einmal unter. Comeback-Gigs 2022 und 2023 entfachten das sprichwörtliche Feuer erneut, mit „Sweating Someone Else’s Fever“ gibt es nun tatsächlich ein erstes neues Studiowerk seit stolzen 15 Jahren. Und das mit einer Rückkehr zu alten, bewährten Qualitäten.

Weiterlesen
Modest Mouse

Modest Mouse – An Eraser And A Maze

Mit ihrem ersten Album seit fünf Jahren melden sich Modest Mouse unter besonderen Vorzeichen zurück. Erstmals seit über zwei Jahrzehnten stehen sie nicht bei einem Major-Label unter Vertrag, zudem musste Isaac Brock nach diversen Ausstiegen sowie dem viel zu frühen Krebstod von Gründungsmitglied Jeremiah Green gleich drei neue Musiker ins Line-up integrieren. Ursprünglich als EP für Brocks Nebenprojekt Ugly Casanova gedacht, enstand schließlich „An Eraser And A Maze“, für das der Mastermind nach eigenen Angaben sämtliche Filter deaktivierte und sich einfach von der Musik leiten ließ. Das Ergebnis spricht für sich und wirkt wie eine Rückkehr zu den klassischen Modest-Mouse-Platten der 2000er.

Weiterlesen
Madsen

Madsen – SMILE

Was kann man über Madsen nach mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten noch großartig sagen? Das mehr als verdiente erste Nummer-Eins-Album ihrer illustren Karriere liegt hinter den Wendländern, doch umgeworfen wurde deswegen selbstverständlich nichts. Ihre mittlerweile zehnte Studioplatte wurde im eigenen Proberaum aufgenommen und produziert, natürlich von der Band selbst, kommt über das eigene Label, und auch weite Teile der Videos und Social-Media-Content wurden selbst gedreht und geschnitten. Selbst gewisse Spannungen, die sich zuletzt durch die enge, langjährige Zusammenarbeit ergeben hatten, wurden souverän überstanden. „SMILE“ ist das mehr als starke Ergebnis des geplatzten Knotens.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?