Schlagwort: Alternative Rock

Nichtseattle

Nichtseattle – Große Liebe

Die Suche nach der großen Liebe – eines der zentralen Themen (oder Klischees, je nach Perspektive) der Musikwelt seit Jahrzehnten. Auch an Nichtseattle alias Katharina Kollmann ist sie nicht spurlos vorbeigegangen. Zweieinhalb Jahre nach dem wegweisenden „Haus“ meldet sie sich in kompletter Bandbesetzung zurück. Im Rahmen der Live-Aktivitäten wuchsen Nichtseattle zum Quintett, gingen als solches ins Studio, zudem produzierte Kollmann gemeinsam mit ihrem Gitarristen Sönke Torpus. „Große Liebe“ denkt den vertrauten, ausufernden Sound weiter und gibt seine ureigene Definition davon ab, was hinter diesem universellen Konzept tatsächlich stecken kann.

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beabadoobee

beabadoobee – Pylon

Zu früh gefreut: Bea Laus glaubte endlich zu wissen, was es heißt, eine erwachsene Frau zu sein, und befasste sich auf „This Is How Tomorrow Moves“ mit dem Erwachsenwerden. Letztlich kam es doch anders, die Sicherheit löste sich in Schall und Rauch auf. Nun geht es darum, Unsicherheit und Verwirrung zu akzeptieren. Dafür wählt die als beabadoobee auftretende Songwriterin und Musikerin einen deutlich gitarrenlastigeren Ansatz und widmet sich vor allem Grunge, Midwest Emo und Radio Rock der 90er – etwas mehr Kanten zuletzt, ohne den poppigen Charme zu ignorieren. „Pylon“ stellt sich den Ängsten als Mittzwanzigerin gekonnt in den Weg.

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Team Dresch

Team Dresch – Furthermore

Obwohl sich Team Dresch bereits 1998 aufgelöst hatten, war die Queercore-Institution eigentlich nie so ganz weg gewesen. Binnen fünf Jahren hatten sie zwei Alben sowie diverse Singles und Sampler-Beiträge veröffentlicht, ab 2004 spielte man den einen oder anderen Reunion-Gig und veröffentlichte 2019 und 2020 sogar einzelne neue Songs. Das hier ist aber dennoch ein ganz anderes Kaliber: „Growing Underground“ ist ihr erstes Album seit 30 Jahren und macht das, was das nunmehr mit zwei Drummer:innen operierende Quintett am besten kann. Es setzt Punk, Rock, Songs über queere Kultur und ganz viele Ecken und Kanten für alle.

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Games We Play

Games We Play – I Wish I Never Quit

Zurück auf Start: Die vermeintlich beste Phase seiner jungen Karriere endete für Emmyn Calleiro mit einer Identitätskrise. Als Games We Play verlor er den Plattenvertrag mit seinem Lieblingslabel, seine Band zerfiel und nach Support-Slots für Fall Out Boy und Yungblud war er plötzlich wieder alleine unterwegs. Das klappte erstaunlich gut, wurde aber von einer Existenzkrise begleitet. Als Jungvater ging es darum, einen für sich und seine Familie sinnvollen weiteren Weg zu finden. Nachdem er seit seiner Jugend Hilfe hatte, schrieb er dieses Mal alle Texte selbst, arbeitete die Musik über ein Jahr hinweg aus und wagte sich über vermeintliche Pop-Punk-Limits hinaus. Das Ergebnis hört auf den Namen „I Wish I Never Quit“.

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De Staat

De Staat – De Staat

Nach dem Abschluss ihres bunten Liederzyklus nahmen sich De Staat eine kleine Auszeit. Etwas kreative Regeneration war notwendig, nur um jetzt dem eigenen Bandnamen alle Ehre zu machen. Die niederländische Alternative-Institution widmet sich auf seinem siebten Studioalbum Themen wie Macht, Manipulation, Falschinformationen und Autokratie – als Reaktion auf die Zeichen der Zeit und Ausdruck jüngerer Entwicklungen. Begleitet von Kunstinstallationen und konzeptuellen Live-Shows, kann eine solche Platte selbstverständlich nur einen Namen tragen: „De Staat“.

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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Stay Lonely

Blood Red Shoes gehören mittlerweile zum Inventar. Seit über 20 Jahren machen Laura-May Carter und Steven Ansell gemeinsam Musik, zwei Top-50-Alben in Großbritannien sind als größte Erfolge zu verbuchen, ebenso kleinere Radiohits wie „You Bring Me Down“ und „Say Something, Say Anything“. Nach der einen oder anderen elektronischen Überraschung auf dem Anfang 2022 erschienenen „Ghosts On Tape“ geht es nun wieder weitestgehend (aber keinesfalls ausschließlich) zurück zum kantigeren Rock-Sound davor. Das siebte Studioalbum „Stay Lonely“ entstand komplett in Eigenregie – Songwriting, Aufnahme, Produktion, Mix und Label – und destilliert den Sound des Duos aus Brighton auf das Wesentliche.

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Musa Dagh

Musa Dagh – Endurance

Aren Emirze musste Musa Dagh einmal mehr neu besetzen. Am Schlagzeug kam das bereits das eine oder andere Mal vor (nach Thomas Götz und Sebastian Madsen gibt hier nun der zuletzt unter anderem bei Abwärts tätige Martin „Dog“ Kessler den manisch-motorischen Takt vor), der Abschied von Aydo Abay (der kurze Zeit später eine spannende Platte mit No Body veröffentlichte) überraschte dennoch. Über Produzent Moses Schneider entstand der direkte Kontakt zu SAFI, die zusätzlich den Bass übernahm und den Sound noch einmal etwas aufwertete. Wenig überraschend brennt die Luft ab der ersten Sekunde von „Endurance“, das mittlerweile dritte Studioalbum.

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Agatha Is Dead!

Agatha Is Dead! – Concrete

Erst einmal einspielen, dann Songs aufnehmen: Agatha Is Dead! fanden sich bereits im Winter 2021 und spielten zunächst jahrelang Shows im Berliner Underground. Hier ließen sie ihren Mix aus Post Punk, Garage Rock und Alternative reifen, fanden ihren eigenen Weg zwischen Melancholie, Intensität, Riffs und Tanzbarkeit, und traten unter anderem beim SXSW sowie bei einer monatelang im Voraus ausverkauften Headliner-Show im Berliner Lido auf. Bevor es aufs Reeperbahn Festival sowie zwei Touren im Oktober und Februar geht, landet mit „Concrete“ mal eben zwischendurch ein packendes, angenehm vielschichtiges erstes Album.

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The Fourth Wall

The Fourth Wall – Memories Of The Future

Schwere Kost scheint The Fourth Wall anzuspornen. Vor zweieinhalb Jahren setzte sich Mastermind Stephen Agustin auf „Return Forever“ mit den Erfahrungen von Einwanderern auseinander und griff dabei unter anderem auf die eigene Familiengeschichte zurück. Nun wandert der Blick nach vorne und befasst sich mit einer Zukunft, die immer aussichtsloser wird, wo Leere für Reizüberflutung sorgt, wo wenig Lebenswertes bleibt und die Zuflucht in alternative Realitäten Gang und Gäbe scheint. „Memories Of The Future“ denkt die Krise auf hochspannende Weise weiter.

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Smiling

Smiling – Why Are You

Das Lächeln zittert mindestens so stark wie das Gebälk: Auf ihren ersten beiden Alben erarbeiteten sich Smiling einen ganz eigenen Sound, von nahezu konstanter Metamorphose umgeben. Einst als Soloprojekt von Johan Hansson Liljeberg (Honningbarna) begonnen, ist man mittlerweile als Quartett unterwegs und geht weit über gängige Indie-Grenzen hinaus. Schrammelnde Lo-Fi-Ästhetik und ein Blick über den Art-Tellerrand reißen zu Experimenten hin. „Why Are You“, das dritte Album der in Oslo ansässigen Band, bricht konsequent mit Erwartungen und Songstrukturen, ohne dabei auf Hooks und Melodien zu vergessen.

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