Schlagwort: Alternative Rock

The New Mourning

The New Mourning – When The Light Fades

Der musikalische Neustart ist ein Muss für Thomas Pronai, der nicht nur das einzige komplett analoge Aufnahmestudio Österreichs besitzt, sondern sich mit so illustren Formationen wie The Beautiful Kantine Band und Bob Candy & His Broken Hearts einen anständigen Ruf erarbeitete. Pronais neuestes Vehikel, The New Mourning, veröffentlichte bereits 2019 eine erste Single und hat seit Februar 2020 eine komplett fertige Platte in der Hinterhand, die bis jetzt auf ihren Release wartete. „When The Light Fades“ bemüht das Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit des Ausbruchs aus vorgegebenen Mustern und dem Einhalten eben solcher selbstauferlegter Einschränkungen.

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Green Sky Accident

Green Sky Accident – Daytime TV

Bislang machten Green Sky Accident vor allem Musik für sich selbst, ohne echten Hintergedanken an ein größeres Publikum, langsam den eigenen Sound erarbeitend. Und dann, heißt es, entstand es so gutes Album, dass man unbedingt mit der Geheimniskrämerei aufhören wollte. Das norwegische Quartett unterschrieb bei Apollon Records und brachte seinen eigenwilligen Indie-Rock-Ansatz in Form. Von Alternative, Prog und Pop begleitet, legt „Daytime TV“ nun eine Punktlandung hin und hievt Green Sky Accident aus dem Stand in den mehr als verdienten Fokus.

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Arionce

Arionce – Calls From Afar Shores

Das stete, häufig widersprüchliche Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung begleitet Arionce seit ihrer ersten EP. Das Berliner Quartett tummelt sich im weiten Alternative-Rock-Mikrokosmos, begleitet von Prog- und Indie-Einflüssen, zwischen Atmosphäre, Hymne und Nachdruck pendelnd. Ihr Debütalbum nahmen sie im eigenen kleinen, frisch ausgebauten Studio auf, wo sie alle Zeit der Welt hatten, mit Sounds und Stimmungen zu experimentieren. „Calls From Afar Shores“ befasst sich mit der Suche nach Kraft in Zeiten sozialer Isolation, nach dem Verlust eines geliebten Verwandten, im Umgang mit der Demenzerkrankung des eigenen Vaters.

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Nichtseattle

Nichtseattle – Kommunistenlibido

Eine energisch angeschlagene Gitarre, eindringlicher Gesang, gelegentlich etwas Flügelhorn und/oder Schlagzeug – mehr braucht es nicht zum großen Glück, das Katharina Kollmann als Nichtseattle vorlebt. Hier bemüht die ansonsten als Lake Felix tätige Musikerin deutschsprachige Texte, so pointiert wie mitreißend und vornehmlich im XXL-Format vorgetragen. „Kommunistenlibido“, so der fantastische Titel ihres zweiten Albums, landet bei Staatsakt und wird in der ohnehin bereits opulenten Doppel-Vinyl-Ausgabe von einem Songbook mit Illustrationen von Fania Jacob begleitet.

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Deaf Lingo

Deaf Lingo – Lingonberry

Im Herbst 2015 hatte Sandro Specchia Bock, ein paar Tracks in seiner Wohnung am Stadtrand von Mailand auf einem 4-Track-Recorder aufzunehmen. Eine Band war schnell gefunden, ein Jahr später hatten Deaf Lingo ein fixes Line-up, das bis heute hält. Das italienische Quartett steht auf dickes Schrammeln, auf Garagen-Charme, auf punkige Attitüde, auf Indie Rock und Power Pop. Mit etwas Verzögerung konnten sie im Vorjahr endlich ins Studio gehen, um ihren Zweitling einzuspielen, der erwachsener klingen und sich zugleich vom Lo-Fi-Debüt entfernen soll. „Lingonberry“ gibt sich tatsächlich angenehm lebhaft.

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Cold Years

Cold Years – Goodbye To Misery

Längst kein wohlgehütetes Geheimnis mehr, sondern womöglich nächste große schottische Band: Vor eineinhalb Jahren legten Cold Years nach zwei kurzweiligen EPs ein nicht minder starkes Debütalbum nach, das die Brücke zwischen Punk und Alternative Rock schlagen wollte – quasi ein Stück Heartland unweit der Highlands. Frontmann Ross Gordon fühlte sich von seiner Heimat erstickt, zog fort aus Aberdeen und ging nach Glasgow. Die Ideen wurden zunächst distanziert ausgetauscht, man holte sich einen Gastdrummer ins Boot, versuchte die goldene Mitte zwischen rebellischer Wut und optimistischer Hoffnung zu finden. Das Ergebnis: „Goodbye To Misery“.

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Psychedelic Porn Crumpets

Psychedelic Porn Crumpets – Night Gnomes

Über weite Strecken hatten Psychedelic Porn Crumpets keinen Plan und keine Ahnung, was sie da gerade taten. Es gab keine große Mission, kein knackiges Statement, als es recht schnell an die Arbeiten zu einem Nachfolger von „SHYGA! The Sunlight Mound“ ging, außer ein wenig Variation. So wollte man, angelehnt an „Helplessness Blues“ von Fleet Foxes, jeden Track gegen Ende mit einem kleinen (Stil-)Bruch versehen, um das Geschehen spannend zu halten. „Night Gnomes“ zeigt die Australier so abwechslungsreich und abgedreht wie eh und je, natürlich wieder überfordernd und doch irgendwie charmant.

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Waste A Saint

Waste A Saint – Hypercarnivore

Trondheim ist eine Rock-Stadt. Hier gibt es sogar ein eigenes Museum, das der Rock- und Pop-Geschichte des Landes gewidmet ist. Zudem bringt sie immer wieder fantastische Bands hervor, siehe und höre aktuell Waste A Saint. Im Herbst 2015 gegründet, veröffentlichte das Quartett mehrere Singles und eine EP, gespickt mit Fuzz-, Alternative- und Stoner-Anleihen, kraftvoll und schillernd zugleich. Das erste Album „Hypercarnivore“ soll die berauschende Bühnenenergie einfangen und außerdem auf große Pläne für den europäischen Festivalsommer vorbereiten.

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50 Foot Wave

50 Foot Wave – Black Pearl

Vor bald 20 Jahren rief Kristin Hersh 50 Foot Wave ins Leben. Hier lebt die Stimme von Throwing Muses gemeinsam mit Bandkollege Bernard Georges am Bass sowie Drummer Rob Ahlers ihr Faible für E-Gitarren-lastigere Musik aus, möglichst unbequem und doch so faszinierend in ihrer lyrischen wie tonalen Abgründigkeit. Geduld ist so und so Pflicht, denn knapp sechs Jahre nach der EP „Bath White“ gibt es endlich wieder neues Material. „Black Pearl“ bezieht sich auf jenes Viertel in New Orleans, wo das Album geschrieben wurde, und führt einmal mehr Finsteres sowie Bedrohliches auf faszinierende Weise zusammen.

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Tree River

Tree River – Time Being

Langsam, aber beständig wuchsen Tree River seit ihrer Gründung im Jahr 2010, ursprünglich als Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Trevor Friedman angedacht. Mittlerweile tritt man als Quartett auf – Produzent Kevin Dye von Gates gilt als eine Art fünftes Mitglied – und baute den Mix aus Alternative Rock und Emo-artigen Sounds immer weiter aus. Die Musik zu „Time Being“ wurde noch vor dem ersten Lockdown, die Lyrics erst während der Pandemie geschrieben. Entsprechend ergibt sich ein spannender Spagat zwischen durchaus energiegeladenen Klängen und Texten, die sich mit düsteren, tiefgründigen Dingen befassen.

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