Schlagwort: Art Rock

Peter Muffin Trio

Peter Muffin Trio – Stuttgart 21

Die Nerven sind nicht nur eine tolle Band, ihre Nebenschauplätze lassen häufig mit der Zunge schnalzen. Julian Knoth baut seinen nun aus. Im Spätherbst 2017 veröffentlichte er als Peter Muffin eine kleine Soloplatte, nun gibt es den Zweitexkurs sogar in Bandbesetzung. Der Sänger und Gitarrist unterhält Unterstützung von Caroline d’Orville von Zirkel sowie von seinem Bruder Philipp, der unter anderem bei den Nerven sowie Karies spielte. Als Peter Muffin Trio bringt man gleich zu Beginn den großen Gag: „Stuttgart 21“ ist fertig, denn so heißt das Debütalbum.

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Slut

Slut – Talks Of Paradise

Geduld ist eine Tugend, welche Slut-Fans zur Genüge kennen. Die Indie-Urgesteine aus Ingolstadt brechen nichts übers Knie, doch sind fast acht rekordverdächtige Jahre seit „Alienation“ vergangen. Tatsächlich ging man nach der Konzertreihe im Sommer 2014 auseinander, ohne fixe Vereinbarung für Zukunftspläne. Erst 2017 trafen sich Rainer Schaller und Chris Neuburger wieder, gingen später eine Woche lang nach Athen, um Songs zu schreiben, und lieferten die Basis für „Talks Of Paradise“. Das mittlerweile neunte Album der Bayern klingt allerdings anders als erwartet.

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Twisk

Twisk – Intimate Polity

Minimalismus kann ganze Räume füllen. Anders lässt sich der eigentümliche, faszinierende Sound von Twisk nicht erklären. Das Hamburger Trio bewegt sich mit seiner Interpretation von Gitarrenmusik unter anderem zwischen den Eckpfeilern Math, Psychedelic, Indie und Art, um das Klangbild ungefähr zu umreißen. Ihr erstes Album nahmen sie an einem Wochenende live im Studio ein, einzig der Gesang wurde durch Overdubs nachgereicht. Entsprechend spontan wirkt „Intimate Polity“ bei aller Präzision.

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Tschaika 21/16

Tschaika 21/16 – Prinzessin Teddymett

Ihre große Wahnsinnstat hat mittlerweile an die fünf Jahre auf dem Buckel: Mit ihrer Tante erschütterten Tschaika 21/16 zwischen zotigem Humor, krautigem Groove und Art-Wahnsinn. Längst haben sie eine Tür weitergedacht und sich musikalisch abermals geöffnet. Mehr Vocals, mehr Trompeten, mehr Melodie und generell mehr Abwechslung, so lautet die Kampfansage des Trios aus der Hauptstadt. Was sich wie ambitionierter Wahnsinn liest, geht tatsächlich auf: „Prinzessin Teddymett“ schlägt erfolgreich ein neues, durchaus spektakuläres Kapitel auf.

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Manchester Orchestra

Manchester Orchestra – The Million Masks Of God

Bei Manchester Orchestra lag etwas in der Luft, das zeigten unter anderem Andy Hulls Gastauftritte bei diversen von Bands und Musikern in den vergangenen Monaten. Tatsächlich ist die Hauptband wieder da mit dem ersten Album seit vergleichsweise langen vier Jahren. Hull und Co-Songwriter Robert McDowell verarbeiten ein einschneidendes Erlebnis, begleitet von tiefer Trauer und der Erkenntnis, das man sich mit dieser intensiv und konzentriert auseinandersetzen müsse, um wieder nach vorne blicken zu können. „The Millions Masks Of God“ zeigt das Indie-Orchester so druckvoll und feinsinnig wie schon lange nicht mehr.

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Mush

Mush – Lines Redacted

Ausnahmesituationen verlangen nach Ausnahmealben. Nur ein Jahr nach dem Release ihres Debüts sind Mush schon wieder da. Das Trio aus Leeds treibt mit seinem kauzigen, direkten und zugleich überschwänglich anstrengenden Art-Rock-Ansatz durchaus kuriose Blüten. „Lines Redacted“ stellt nun den Soundtrack zu den vielen kleinen Weltuntergängen dar, die man täglich durchlebt, und verbindet eindringliche Botschaften mit bitterbösem Sarkasmus.

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NEØV

NEØV – Picture Of A Good Life

Lauter, wilder, gitarrenlastiger: Nach dem starken „Volant“ mit dazugehöriger Riesentour wollten die Gebrüder NEØV – im Studio wieder zu zweit, ein neues Live-Line-up entsteht aktuell – einiges anders machen. Dazu gehört auch ein Tapetenwechsel, denn während besagte Platte in der finnischen Einsiedelei aufgenommen wurde, ging es dieses Mal ins Hamburger Hausstudio von Clouds Hill. Die Analog-Atmosphäre und der besondere Puls der Stadt begeisterte und inspirierte Anssi und Samuli Neuvonen offenkundig, und so erreicht „Picture Of A Good Life“ stetig neue Höhen.

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Lice

Lice – Wasteland: What Ails Our People Is Clear

Das nächste gut gehütete Geheimnis aus der britischen Art-Punk-Szene startet durch. Lice aus Bristol machen keine halbe Sachen. Erst 2016 gegründet, tourte das Quartett wiederholt als Support ihrer guten Freude Idles, auf deren Label auch die ersten EPs der Band erschienen. Mittlerweile haben Lice ihre eigene Plattenfirma, die als Plattform für experimentelle Künstler dienen soll. Und experimentell ist das, was es auf dem Debütalbum „Wasteland: What Ails Our People Is Clear“ zu hören gibt, allemal – konzeptuell wie musikalisch.

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Dirty Projectors

Dirty Projectors – 5 EPs

Das kreative Feuer lodert bei Dirty Projectors beträchtlich. Gleich fünf EPs erscheinen in einem Kalenderjahr – ein begeisternder Zyklus mit durchaus unterschiedlichen Ausgaben, die jeweils die Stimme eines anderen Bandmitglieds in den Mittelpunkt rückt und zudem in die stilistische Breite gehen. Parallel zum Release des finalen Abschnitts „Ring Road“ erscheint die gesamte Anthologie unter dem Titel „5 EPs“ mit 20 spannenden, angenehm vielfältigen Tracks.

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Mammút

Mammút – Ride The Fire

Zum zweiten Mal singen Mammút auf Englisch. Ihr erster Versuch, „Kinder Versions“, darf gut und gerne als gelungen bezeichnet werden. Der kunstvolle und zugleich bezaubernde Ansatz brachte verdientes Lob und gleich drei Icelandic Music Awards ein. Für ihre neue, insgesamt fünfte Platte stellte das Quintett seinen Ansatz etwas auf den Kopf. Anstatt alle gemeinsam zu schreiben und aufzunehmen, verteilten sich die Arbeiten an „Ride The Fire“ auf zwei Orte – Island und London. Unter der Ägide von Vaccines-Bassist Árni Hjörvar Árnason entstand ein angenehm anderes Werk, das vermehrt auf Improvisation und Offenheit setzt.

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