Schlagwort: Art Rock

Django Django

Django Django – Doveland

Während den Lockdowns arbeiten die Musiker hinter Django Django weitestgehend alleine an verschiedenen Orten. Als man schließlich wieder zusammenfand, war der musikalische Spagat eine Spur zu groß geworden – tanzbare Elektronik auf der einen und folkig angehauchte Reduktion auf der anderen Seite. Das recht tanzbare, kollaborative „Off Planet“ erschien bereits im Sommer 2023, nun geht es um die ruhigere Seite. Über mehrere Sessions und Schübe hinweg entstanden, griff man die Idee eines Roadmovies mit lose zusammenhängen Songs auf, während man sich zugleich etwas ernsteren Themen widmete. „Doveland“ lehnt sich aus dem Fenster und wippt lässig.

Weiterlesen
HMLTD

HMLTD – FANGS

Eigentlich hielten HMLTD nur ein Jahr nach dem Release von „The Worm“ bereits ein komplettes Album in den Händen. Man verwendete so ziemlich den gesamten Vorschuss der Plattenfirma, um eine Indie-Platte in klassischer Bandbesetzung aufzunehmen, die sich mit einer besonders traumatischen Trennung im Leben von Sänger Henry Spychalski befasste. Die Band hasste das Ergebnis, kam mit dem konservativen, in Selbstmitleid ertrinkenden Ergebnis nicht zu recht und wollte stattdessen den kunstvollen, subversiven Weg der Vorgänger fortsetzen. Das Ergebnis heißt „FANGS“ und geht in eine komplett andere Richtung.

Weiterlesen
Bodega

Bodega – All Inside Aquarium

Kein Platz für Post Punk: Wiewohl dieser Ausdruck ursprünglich zu Bodega passte, distanziert sich das New Yorker Quintett nun explizit von diesem Begriff. Geht es nach Sänger und Gitarrist Ben Hozie, hat man sich inzwischen weiter denn je davon entfernt. Entwickelte sich bereits der Vorgänger „Our Brand Could Be Yr Life“, seines Zeichens eine Neuaufnahme einer Prä-Bodega-Platte, musikalisch in eine deutlich rockigere Richtung, so wird nun die bewusste Zuwendung zu melodischeren Songs gefeiert, die vielfältig, abwechslungsreich und kantiger ausfallen dürfen. „All Inside Aquarium“ breitet seine Schwingen gar lässig aus.

Weiterlesen
Protomartyr

Protomartyr – Hotel Usona

Zurückhaltung – vornehm oder anderweitig – war noch nie die Stärke von Protomartyr. Seit mehr als 15 Jahren verbindet das Quartett aus Detroit zunehmend experimentell veranlagten Post Punk mit klarer Kante. Drei Jahre nach dem herausragenden „Formal Growth In The Desert“ ringen sie mit einer in so ziemlich jeder Hinsicht beschissenen Gegenwart und alles andere als hoffnungsvollen Zukunftsaussichten. In „Hotel Usona“ stellt sich Frontmann Joe Casey sein Heimatland als alterndes, zunehmend verfallendes Hotel vor und betrachtet eine Nation im freien Fall, die sich in den Fängen des Faschismus befindet.

Weiterlesen
De Staat

De Staat – De Staat

Nach dem Abschluss ihres bunten Liederzyklus nahmen sich De Staat eine kleine Auszeit. Etwas kreative Regeneration war notwendig, nur um jetzt dem eigenen Bandnamen alle Ehre zu machen. Die niederländische Alternative-Institution widmet sich auf seinem siebten Studioalbum Themen wie Macht, Manipulation, Falschinformationen und Autokratie – als Reaktion auf die Zeichen der Zeit und Ausdruck jüngerer Entwicklungen. Begleitet von Kunstinstallationen und konzeptuellen Live-Shows, kann eine solche Platte selbstverständlich nur einen Namen tragen: „De Staat“.

Weiterlesen
Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

Weiterlesen
Interpol

Interpol – This Mirror Weighs A Ton

Eine zarte Erweiterung der Klangpalette 2022, zwei Jahre später der bislang größte Auftritt vor über 200.000 Menschen in Mexiko, jetzt fortschreitende Revolution: Interpol schicken sich einmal mehr an, die scheinbar permanente Nacht, die ihren Sound begleitet, zumindest stellenweise hinter sich zu lassen. Dafür arbeiteten sie mit Produzent Andrew Wyatt, der sich unter anderem durch seine Arbeit mit Rosalía und Charli XCX einen Namen gemacht hat. Ganz so weit lehnt man sich zwar nicht aus dem imaginären Fenster, traut sich aber ein paar Experimente zu – neue Harmonien, Streicher, akustische Gitarren und durchaus unorthodoxe Songstrukturen. „This Mirror Weighs A Ton“ winkt erstaunlich freundlich.

Weiterlesen
Smiling

Smiling – Why Are You

Das Lächeln zittert mindestens so stark wie das Gebälk: Auf ihren ersten beiden Alben erarbeiteten sich Smiling einen ganz eigenen Sound, von nahezu konstanter Metamorphose umgeben. Einst als Soloprojekt von Johan Hansson Liljeberg (Honningbarna) begonnen, ist man mittlerweile als Quartett unterwegs und geht weit über gängige Indie-Grenzen hinaus. Schrammelnde Lo-Fi-Ästhetik und ein Blick über den Art-Tellerrand reißen zu Experimenten hin. „Why Are You“, das dritte Album der in Oslo ansässigen Band, bricht konsequent mit Erwartungen und Songstrukturen, ohne dabei auf Hooks und Melodien zu vergessen.

Weiterlesen
Yard Act

Yard Act – You’re Gonna Need A Little Music

Nach zwei starken Alben nun also das dritte Kapitel in der noch jungen Erfolgsgeschichte von Yard Act: „The Overload“ schlug Anfang 2022 als Teil einer weiteren großen Post-Punk-Welle ein, blickte schon damals über den Tellerrand. „Where’s My Utopia?“ knüpfte zwei Jahre später daran an. Dieses Mal wollte das Quartett aus Leeds aber einige Dinge anders machen. Man nahm sich eine kleine Auszeit, schrieb 40 bis 50 Songs und wagte sich noch weiter hinaus. Bassist Ryan Needham nannte Blurs legendäres „Parklife“ als Einfluss, was sich tatsächlich nicht von der Hand weisen lässt. „You’re Gonna Need A Little Music“ ist aber keinesfalls eine Britpop-Platte geworden.

Weiterlesen
WU LYF

WU LYF – A Wave That Will Never Break

Die World Unite Lucifer Youth Foundation nimmt wieder Mitglieder auf. Besser bekannt als WU LYF, tauchte das Quartett vor gut 15 Jahren mit seinem eigenen Club auf, verwendete die dadurch finanzierten Aufnahmen für das erste, 2011 erschienene Album „Go Tell Fire To The Mountain“ und war Ende 2012 schon wieder Geschichte. Seither beschäftigte man sich mit diversen Nebenschauplätzen (u. a. Lost Under Heaven, das gemeinsame Projekt von Ellery Roberts und Partnerin Ebony Hoorn), bevor ausgerechnet am 1. April 2025 ein neuer Song erschien, begleitet von ein paar Tourdaten. Wieder ein Jahr später gab es tatsächlich das zweite Album: „A Wave That Will Never Break“ tastet sich durch kunstvollen Indie Rock mit Stadion-Charme und ausdrucksstarken Emotionen.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?