Schlagwort: Art Rock

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Illusory Walls

Ein großartiger Bandname alleine ist noch kein Garant für großartige Musik. Das wissen auch The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die, die wortreich auffallen, dahinter mit kompositorischer Cleverness auftrumpfen. Für den Nachfolger von „Always Foreign“ hatte das Quintett aus Willimantic im US-Bundesstaat Connecticut ausnahmsweise mehr als genug Zeit, schrieb und nahm distanziert an zwei Orten über ein Jahr verteilt auf. Das bekommt dem anspruchsvollen Sound – Indie, Post Rock, Emo und Art-Anleihen kollidieren mit bis zu drei verschiedenen Stimmen – richtig gut. Inspiration fand „Illusory Walls“ im modernen Action-RPG-Klassiker „Dark Souls“. Eine reine Videospiel-Platte sollte man deswegen aber keinesfalls erwarten.

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ViLLA NOiSE

ViLLA NOiSE – Conversations On A Lonely Star

Die letzten eineinhalb Jahre hinterließen bei und an allen Spuren. ViLLA NOiSE vertonen diese und öffnen sich musikalisch deutlich. „Stories“, der Einstand der Kölner, hat bereits drei Jahre auf dem Buckel und wirkt stellenweise wie aus einer anderen Zeit. Mehr Experimente, mehr Alternative- und sogar Art-Einflüsse, dazu deutlich präsentere elektronischere Einflüsse – der Indie-Ansatz des Debüts erhält nun einen frischen Anstrich. „Conversations On A Lonely Star“ arrangiert Gedankenfetzen um musikalisch wechselhafte Tracks, die präzisen Minimalismus mit wuchtigem Druck torpedieren.

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Lehnen

Lehnen – Negative Space

Vor einigen Jahren schrieben Die Ärzte ein Lied vom Scheitern. Lehnen machen ein ganzes Album daraus. Die drei Wiener klopfen nach gut sechs Jahren endlich wieder an und betrachten, wie sich die Angst vorm Scheitern in der heutigen Gesellschaft gestaltet, wie man im Konflikt mit sozialen Konstrukten und Erwartungen einen Platz sucht, ob und wie man das eigene Schicksal ändern kann und will. Dabei verbleibt stets etwas leerer Raum, ein „Negative Space“, der gefüllt werden will. Und genau das tun Lehnen mit ihren zehn neuen Tracks.

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Pil & Bue

Pil & Bue – The World Is A Rabbit Hole

Nach dem Ausstieg von Aleksander Kostopoulos gab es Pil & Bue geraume Zeit nicht als Band. Das letzte Album erschien Anfang 2016, Sänger und Gitarrist Petter Carlsen kümmerte sich vornehmlich um seine Solo-Exkurse. Dann übernahm Carlsens alter Kumpel Gøran Johansen Schlagzeug und Percussion, und schon hob das Power-Duo erneut ab. Ob man nun besser oder bloß etwas anders klänge, kann und will der Frontmann nicht sagen, doch zumindest hat man an Qualität nichts eingebüßt. „The World Is A Rabbit Hole“ klingt, als wäre die Zeit seit „Forget The Past…“ stehen geblieben.

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alexalone

alexalone – ALEXALONEWORLD

Chaos ist überall in der Welt von alexalone. Das Quartett um Alex Peterson (they/them) sucht und findet experimentelle Gitarrenklänge, die Gaze- und Fuzz-Charme mit Art- und Noise-Kaskaden bombardieren. Nach einer Fülle an Singles und EPs wagt sich die Band aus Austin, Texas an ein komplettes Album. Dafür erzeugen sie eine komplette Welt, die „ALEXALONEWORLD“, in der nichts so ist, wie man es sich erwartet, während die Künstlerseele im steten Konflikt mit den eigenen, betont widersprüchlichen Emotionen steht.

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Peter Muffin Trio

Peter Muffin Trio – Stuttgart 21

Die Nerven sind nicht nur eine tolle Band, ihre Nebenschauplätze lassen häufig mit der Zunge schnalzen. Julian Knoth baut seinen nun aus. Im Spätherbst 2017 veröffentlichte er als Peter Muffin eine kleine Soloplatte, nun gibt es den Zweitexkurs sogar in Bandbesetzung. Der Sänger und Gitarrist unterhält Unterstützung von Caroline d’Orville von Zirkel sowie von seinem Bruder Philipp, der unter anderem bei den Nerven sowie Karies spielte. Als Peter Muffin Trio bringt man gleich zu Beginn den großen Gag: „Stuttgart 21“ ist fertig, denn so heißt das Debütalbum.

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Slut

Slut – Talks Of Paradise

Geduld ist eine Tugend, welche Slut-Fans zur Genüge kennen. Die Indie-Urgesteine aus Ingolstadt brechen nichts übers Knie, doch sind fast acht rekordverdächtige Jahre seit „Alienation“ vergangen. Tatsächlich ging man nach der Konzertreihe im Sommer 2014 auseinander, ohne fixe Vereinbarung für Zukunftspläne. Erst 2017 trafen sich Rainer Schaller und Chris Neuburger wieder, gingen später eine Woche lang nach Athen, um Songs zu schreiben, und lieferten die Basis für „Talks Of Paradise“. Das mittlerweile neunte Album der Bayern klingt allerdings anders als erwartet.

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Twisk

Twisk – Intimate Polity

Minimalismus kann ganze Räume füllen. Anders lässt sich der eigentümliche, faszinierende Sound von Twisk nicht erklären. Das Hamburger Trio bewegt sich mit seiner Interpretation von Gitarrenmusik unter anderem zwischen den Eckpfeilern Math, Psychedelic, Indie und Art, um das Klangbild ungefähr zu umreißen. Ihr erstes Album nahmen sie an einem Wochenende live im Studio ein, einzig der Gesang wurde durch Overdubs nachgereicht. Entsprechend spontan wirkt „Intimate Polity“ bei aller Präzision.

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Tschaika 21/16

Tschaika 21/16 – Prinzessin Teddymett

Ihre große Wahnsinnstat hat mittlerweile an die fünf Jahre auf dem Buckel: Mit ihrer Tante erschütterten Tschaika 21/16 zwischen zotigem Humor, krautigem Groove und Art-Wahnsinn. Längst haben sie eine Tür weitergedacht und sich musikalisch abermals geöffnet. Mehr Vocals, mehr Trompeten, mehr Melodie und generell mehr Abwechslung, so lautet die Kampfansage des Trios aus der Hauptstadt. Was sich wie ambitionierter Wahnsinn liest, geht tatsächlich auf: „Prinzessin Teddymett“ schlägt erfolgreich ein neues, durchaus spektakuläres Kapitel auf.

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Manchester Orchestra

Manchester Orchestra – The Million Masks Of God

Bei Manchester Orchestra lag etwas in der Luft, das zeigten unter anderem Andy Hulls Gastauftritte bei diversen von Bands und Musikern in den vergangenen Monaten. Tatsächlich ist die Hauptband wieder da mit dem ersten Album seit vergleichsweise langen vier Jahren. Hull und Co-Songwriter Robert McDowell verarbeiten ein einschneidendes Erlebnis, begleitet von tiefer Trauer und der Erkenntnis, das man sich mit dieser intensiv und konzentriert auseinandersetzen müsse, um wieder nach vorne blicken zu können. „The Millions Masks Of God“ zeigt das Indie-Orchester so druckvoll und feinsinnig wie schon lange nicht mehr.

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