Schlagwort: Art Rock

Thao & The Get Down Stay Down

Thao & The Get Down Stay Down – Temple

Nach Jahren des Doppellebens, der übermäßigen Vorsicht und des Versteckens – unter anderem aus Furcht vor Konflikten mit und Entfremdung von ihrer Familie und geliebten Kultur – bekennt sich Thao Nguyen offen zu ihrer Queer Identity. Eine gewisse Nervosität bleibt ihr innewohnend, und doch spürt sie eine neue Freiheit, heiratete ihre Freundin und lebt endlich ihr echtes Leben. Beinahe hätte es keine neue Platte von Thao & The Get Down Stay Down gegeben, schien Genosse Rock nicht ausreichend, das endlich öffentlich gewordene Selbst entsprechend auszudrücken. Erstmals in Eigenregie produziert mit Unterstützung des langjährigen Bandmitglieds Adam Thompson, der auch gleich an der Hälfte des Albums mitschrieb, klingt „Temple“ nun etwas anders, und doch vertraut.

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Rustin Man

Rustin Man – Clockdust

Erst lässt er 17 Jahre warten, dann dauert es plötzlich nur 13 Monate: Ex-Talk Talk-Bassist Paul Webb scheint sich mittlerweile in seiner Solo-Persona Rustin Man wohlzufühlen. Das Debüt „Drift Code“, eine Art inoffizielles Follow-Up zur mittlerweile legendären Kollaboration mit Portishead-Frontfrau Beth Gibbons, überraschte mit kunstvollen, gitarrenbasierten Tracks. Webb merkte jedoch schnell, ausreichend Material für zwei Platten fertiggestellt zu haben, und bemüht auf dem Nachfolger noch feinmaschigere Strukturen mit offenen Klangflächen. Was sich wie ein kleiner Widerspruch liest, funktioniert auf „Clockdust“ hervorragend.

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Anna Calvi

Anna Calvi – Hunted

Wann ist ein Song eigentlich perfekt? Diese kompositorische Gretchenfrage scheint sich Anna Calvi immer wieder zu stellen. Ihr 2018 veröffentlichtes Album „Hunter“ wurde verdient abgefeiert, aber war es für die Singer/Songwriterin perfekt? Während einer Tourpause hörte sie sich durch die ersten Aufnahmen für besagte Platte, am eigenen Dachboden aufgenommen, meist recht reduziert und minimalistisch. Diese durchaus intimen Momente fängt sie nun mit neuen Bearbeitungen dieser Ur-Versionen ein. Auf „Hunted“ erfährt Calvi zudem prominente Unterstützung.

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Cold Reading

Cold Reading – ZYT

Auch wenn es immer weiter in den Hintergrund zu rücken scheint, hat das klassische Konzeptalbum im Streaming-Zeitalter weiterhin seine Daseinsberechtigung. Wie es geht, zeigen aktuell Cold Reading aus Luzern. Die fünf Schweizer brechen das Format komplett auf und dritteln es. Der erste Abschnitt – „Past Perfect“ – erschien digital bereits vergangenen Mai, der zweite Teil „Present Tense“ kam im September. Nun gibt es alles, gemeinsam mit dem großen Finale „Future Continous“ (erst in der Vorwoche präsentiert), auf einer großen Platte. „ZYT“ widmet sich nicht nur einer spannenden Geschichte über einen Ausgestoßenen, sondern zeichnet zudem die packende musikalische Entwicklung der Luzerner nach.

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Dirty Projectors - Sing The Melody

Dirty Projectors – Sing The Melody

In unregelmäßiger Abfolge präsentiert die Domino Documents Sessions-Serie etwas andere Live-Dokumente von Künstlern des britischen Indie-Labels. Julia Holter hat bereits eine solche aufgenommen, Wild Beasts ebenfalls. Nun sind Dirty Projectors an der Reihe. David Longstreth und Band setzen auf Neu-Arrangierungen, kleinere Überraschungen sowie eine besonders originelle Cover-Version. „Sing The Melody“ macht so ziemlich alles richtig.

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Surf Curse

Surf Curse – Heaven Surrounds You

Lieder über Herzschmerz und Entfremdung, direkt aus dem jugendlichen Leben gegriffen, beschäftigten Surf Curse zu Beginn ihrer Karriere. Das ist bald zehn Jahre her, damals spielten Nick Rattigan und Jacob Rubeck noch punkigen Rock. Kürzlich zog das Duo von Reno nach Los Angeles, zugleich wurde der Sound eine Spur sonniger und verträumter. Indie Rock, Post Punk und ein wenig Dream-Pop geben sich auf dem mittlerweile dritten Studioalbum „Heaven Surrounds You“ die sprichwörtliche Klinke in die Hand.

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One True Pairing

One True Pairing – One True Pairing

Nach dem Ende von Wild Beasts fiel Tom Fleming erst einmal in ein tiefes Loch. Er sah sich plötzlich mit seiner Realität konfrontiert, die von gesundheitlichen Problemen und Geldsorgen begleitet war. Er verbrachte einige Tage, wie betäubt, in einem Pub, bevor er sich aus eigener Kraft aus dem Nebel der plötzlichen Leere befreite und zur Musik zurückkehrte. Als One True Pairing ist er nach Hayden Thorpe nun das zweite auf Solopfaden wandelnde Biest. Sein eponymes Debüt setzt sich mit der Wut, Orientierungs- und Richtungslosigkeit seiner britischen Heimat auseinander.

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Ceremony

Ceremony – In The Spirit World Now

Die musikalische Metamorphose ist abgeschlossen: Von der räudigen Hardcore-Punk-Band über furiose Garage-Punker bis zur tiefen Verneigung vor Joy Division legten Ceremony in den letzten knapp 15 Jahren einen beeindruckenden Weg zurück. Mittlerweile ist das Quintett aus Rohnert Park im US-Bundesstaat Kalifornien bei poppig ausgelegtem Post Punk mit Art-Qualitäten angekommen und bohrt sich über weite Strecken tief in die Klänge der 80er Jahre. Irgendwo zwischen Devo, Echo & The Bunnymen und ein wenig Gang Of Four präsentiert sich ihr Relapse-Debüt „In The Spirit World Now“.

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Rustin Man – Drift Code

Im Herbst 2002 veröffentlichte Portishead-Sängerin Beth Gibbons das grandiose „Out Of Season“. An ihrer Seite war ein gewisser Rustin Man, ein Pseudonym des ehemaligen Talk Talk-Bassisten Paul Webb. Kurz nach dem Release begann er mit den Arbeiten an einer Solo-Platte. Warum „Drift Code“ erst jetzt erscheint? Webb gründete eine Familie, hatte zwei Töchter, baute eine alte Farm zum Wohnraum und Studio um, und nahm schließlich Instrument für Instrument, Track für Track, mit nur wenig Unterstützung auf. Prominentester ‚Mitstreiter‘ ist ohne Frage Schulfreund Lee Harris, mit dem er bereits gemeinsam bei Talk Talk und .O.rang spielte.

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Lost Under Heaven – Love Hates What You Become

Auf den avantgardistischen Husarenritt folgt die gesittete Kür: LUH wurden zu Lost Under Heaven und lassen das wilde, schwierige „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ weit hinter sich – ein lohnenswertes wenn auch sperriges Album. Ebony Hoorn und Ellery Roberts (ex-Wu Lyf) arbeiteten seither fleißig an neuen Songs, am Schlagzeug saß Thor Harris von Swans. „Love Hates What You Become“ wirkt nun eine Spur direkter und schroffer und folgt dem Mantra, das Songwriting einfacher zu halten.

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