Schlagwort: Art Rock

WU LYF

WU LYF – A Wave That Will Never Break

Die World Unite Lucifer Youth Foundation nimmt wieder Mitglieder auf. Besser bekannt als WU LYF, tauchte das Quartett vor gut 15 Jahren mit seinem eigenen Club auf, verwendete die dadurch finanzierten Aufnahmen für das erste, 2011 erschienene Album „Go Tell Fire To The Mountain“ und war Ende 2012 schon wieder Geschichte. Seither beschäftigte man sich mit diversen Nebenschauplätzen (u. a. Lost Under Heaven, das gemeinsame Projekt von Ellery Roberts und Partnerin Ebony Hoorn), bevor ausgerechnet am 1. April 2025 ein neuer Song erschien, begleitet von ein paar Tourdaten. Wieder ein Jahr später gab es tatsächlich das zweite Album: „A Wave That Will Never Break“ tastet sich durch kunstvollen Indie Rock mit Stadion-Charme und ausdrucksstarken Emotionen.

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Panda Bear & Sonic Boom

Panda Bear & Sonic Boom – A ? of WHEN

Wenn Panda Bear und Sonic Boom zusammenkommen, wird es schräg, spektakulär und eingängig. „Reset“, das 2022 erschienene, erste gemeinsame Album von Noah Benjamin Lennox (Animal Collective) und Peter Kember (Spacemen 3), brachte Loops und Samples längst vergangener Pop- und Rock-Tage für etwas komplett Neues, Kunstvolles, leicht Anderweltliches zusammen. Im Laufe der Jahre trugen die beiden verschiedenste Ideen aus aller Welt zusammen – von mexikanischen Mariachis bis zum Jodeln aus der Schweiz. „A ? of WHEN“ verschmilzt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, begleitet von deutlichen Kommentaren zu den politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Hindernissen im Hier und Jetzt.

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Broken Social Scene

Broken Social Scene – Remember The Humans

Das vielleicht bekannteste Indie-Kollektiv der Welt meldet sich zurück. Stolze neun Jahre hat „Hug Of Thunder“, das bislang letzte Album von Broken Social Scene, inzwischen auf dem Buckel. Die Welt ist seither ohne Frage eine andere, was man dem Nachfolger anhört. Für diesen tat sich Gründer Kevin Drew nach über zwei Jahrzehnten wieder mit Produzent David Newfeld zusammen, der für das Chaos der zweiten und dritten Supergroup-Platte verantwortlich war. Kurz nach dem Wiedersehen starben die Mütter der beiden in kurzer Abfolge. Auch das hinterließ ohne Fragen Spuren auf „Remember The Humans“, das die Suche nach etwas Gemeinsamen aus den Anfangstagen erneut hochleben lässt.

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They Might Be Giants

They Might Be Giants – The World Is To Dig

Ein Hoch auf Parallelismus: Vor wenigen Tagen erschien eine Forsetzung von ‚Malcolm mittendrin‘ in Form einer Miniserie. Fast zeitgleich melden sich die Herren hinter der Titelmusik zurück: They Might Be Giants sind selbstverständlich viel mehr als „Boss Of Me“, können auf über 40 Jahre gemeinsame Geschichte zurückblicken, zwei Grammys, eine Tony-Nominierung, mehr als 20 Studioalben sowie diverse gefeierte Platten für Kinder. „The World Is To Dig“ ist ihr erstes neues Werk seit viereinhalb Jahren, erzählt einmal mehr viele spannende Geschichten und stellt sich musikalisch gewohnt breit, kunterbunt auf.

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My New Band Believe

My New Band Believe – My New Band Believe

Der Abschied von black midi wurde zugleich zum kreativen Neustart für die beteiligten Musiker. Morgan Simpson nahm die Drumsticks unter anderem für Rapperin Little Simz und Jazz-Musikerin Nala Sinephro in die Hand, Gitarrist und Sänger Geordie Greep veröffentliche im Herbst 2024 ein wildes, tanzbares, erwartungsgemäß unvorhersehbares Soloalbum. Etwas ruhiger ging es Bassist Cameron Picton an, arbeitete hier und da an einzelnen Songs. Durch ein krankheitsartiges Delirium in einem chinesischen Hotel kam er zu Bildern, zu Textfragmenten und zum etwas seltsamen Namen My New Band Believe. Das erste Album heißt ebenfalls „My New Band Believe“ und erinnert im besten Sinne an eine semi-akustische Antwort auf die frühere Band, die letztlich doch komplett anders klingt.

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Pil & Bue

Pil & Bue – You Have Chosen Darkness

Seit Jahren fristen Pil & Bue zumindest außerhalb der Heimat ihr Quasi-Geheimtipp-Dasein als eines der besten Rock-Duos Europas. Im Gegensatz zu vielen anderen sind die Norweger deutlich härter und kunstvoller unterwegs. Exakt das möchten Petter Carlsen und Gøran Johansen einmal mehr unter Beweis stellen. Dafür gründeten sie ihr eigenes Label, um absolute, uneingeschränkte kreative Freiheit zu genießen. Das hört man dem Nachfolger des für einen norwegischen Grammy nominierten „Special Agents“ auch an: „You Have Chosen Darkness“ lehnt sich in so ziemlich jeder Hinsicht etwas weiter aus dem Kreativ-Fenster.

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Ulrika Spacek

Ulrika Spacek – EXPO

Die Perspektive verschiebt sich, der Spiegel reflektiert anders. Auf ihren ersten drei Alben waren Ulrika Spacek bevorzugt introvertiert unterwegs, richteten den Blick auf das Selbst und bezogen daraus Kraft für ihre kunstvolle, elektronisch befeuerte Gitarrenmsuik. Das Quintett aus Reading wählt dieses Mal jedoch die Außenperspektive – weil andere Länder auf Tour Eindruck hinterließen, aufgrund von Gedanken und Gefühlen über die USA, aber auch weil sich Sänger und Gitarrist Rhys Edwards fragte, welche Welt seine Tochter einmal erben würde. „EXPO“ versteht sich zudem als intime Auseinandersetzung mit menschlicher Wärme, digitaler Isolation und zunehmend verschwindenden Zwischentönen.

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Katarsis

Katarsis – Žiedlapis tau

Inmitten eines betont bunten Wettbewerbs trugen sie Grauschattierungen ins Finale: Katarsis traten für Litauen beim Eurovision Song Contest 2025 mit dem Post-Punk-Track „Tavo akys“ an. Auf einen sehr respektablen 16. Platz für eine beim ESC mehr als unterrepräsentierte Musikrichtung folgten eine kleine Tour durch Europa sowie mehrere Singles. Für das ehemalige Ein-Mann-Projekt von Lukas Radzevičius, der im Gründungsjahr 2019 noch zur Schule ging, ist das mehr als beeindruckend. Das erste Album „Žiedlapis tau“ (dt. „Ein Blütenblatt für dich“) nimmt den Rückenwind gekonnt mit.

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New Miserable Experience

New Miserable Experience – Gild The Lily

Aktuelle und ehemalige Mitglieder von Rosetta, Revocation und Rivers Of Nihil beschreiten neue Pfade. Während zumindest die beiden letzteren Bands für anspruchsvolle, technisch versierte Metal-Härte bekannt sind, haben New Miserable Experience damit herzlich wenig zu tun. Das Quintett aus Philadelphia versteht sich auf kunstvolle Alternative-Klänge mit Synth- und Electro-Fokus – beatesk, leicht proggig, poppig und bis obenhin voll mit dichten Texturen. Während man echte Drums und Percussion vergeblich sucht, ist das erste komplette Album „Gild The Lily“ dafür bis obenhin voll mit faszinierenden Klangvisionen.

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Leatherette

Leatherette – Ritmo Lento

Durchatmen, Luft holen, weitermachen: Leatherette hatten sich binnen kürzester Zeit in ihrer neuen Rolle als Indie-Darlings eingelebt. Das italienische Quintett tourte fleißig durch Großbritannien und ganz Europa, spielte diverse Festivals, doch mussten sie irgendwann langsamer machen. Aus exakt dieser Absicht heraus entstand ihr drittes Album und reflektiert dieses Verlangen musikalisch. „Ritmo Lento“, zu Deutsch „langsamer Rhythmus“, wurde erst nach einer kleinen Kunstpause geschrieben, wollte den Fokus wieder auf die Musik an sich richten und zugleich ein gewisses Maß an Veränderung bemühen. Das ist vollumfänglich gelungen.

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