Schlagwort: Art Rock

Manchester Orchestra

Manchester Orchestra – The Million Masks Of God

Bei Manchester Orchestra lag etwas in der Luft, das zeigten unter anderem Andy Hulls Gastauftritte bei diversen von Bands und Musikern in den vergangenen Monaten. Tatsächlich ist die Hauptband wieder da mit dem ersten Album seit vergleichsweise langen vier Jahren. Hull und Co-Songwriter Robert McDowell verarbeiten ein einschneidendes Erlebnis, begleitet von tiefer Trauer und der Erkenntnis, das man sich mit dieser intensiv und konzentriert auseinandersetzen müsse, um wieder nach vorne blicken zu können. „The Millions Masks Of God“ zeigt das Indie-Orchester so druckvoll und feinsinnig wie schon lange nicht mehr.

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Mush

Mush – Lines Redacted

Ausnahmesituationen verlangen nach Ausnahmealben. Nur ein Jahr nach dem Release ihres Debüts sind Mush schon wieder da. Das Trio aus Leeds treibt mit seinem kauzigen, direkten und zugleich überschwänglich anstrengenden Art-Rock-Ansatz durchaus kuriose Blüten. „Lines Redacted“ stellt nun den Soundtrack zu den vielen kleinen Weltuntergängen dar, die man täglich durchlebt, und verbindet eindringliche Botschaften mit bitterbösem Sarkasmus.

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NEØV

NEØV – Picture Of A Good Life

Lauter, wilder, gitarrenlastiger: Nach dem starken „Volant“ mit dazugehöriger Riesentour wollten die Gebrüder NEØV – im Studio wieder zu zweit, ein neues Live-Line-up entsteht aktuell – einiges anders machen. Dazu gehört auch ein Tapetenwechsel, denn während besagte Platte in der finnischen Einsiedelei aufgenommen wurde, ging es dieses Mal ins Hamburger Hausstudio von Clouds Hill. Die Analog-Atmosphäre und der besondere Puls der Stadt begeisterte und inspirierte Anssi und Samuli Neuvonen offenkundig, und so erreicht „Picture Of A Good Life“ stetig neue Höhen.

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Lice

Lice – Wasteland: What Ails Our People Is Clear

Das nächste gut gehütete Geheimnis aus der britischen Art-Punk-Szene startet durch. Lice aus Bristol machen keine halbe Sachen. Erst 2016 gegründet, tourte das Quartett wiederholt als Support ihrer guten Freude Idles, auf deren Label auch die ersten EPs der Band erschienen. Mittlerweile haben Lice ihre eigene Plattenfirma, die als Plattform für experimentelle Künstler dienen soll. Und experimentell ist das, was es auf dem Debütalbum „Wasteland: What Ails Our People Is Clear“ zu hören gibt, allemal – konzeptuell wie musikalisch.

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Dirty Projectors

Dirty Projectors – 5 EPs

Das kreative Feuer lodert bei Dirty Projectors beträchtlich. Gleich fünf EPs erscheinen in einem Kalenderjahr – ein begeisternder Zyklus mit durchaus unterschiedlichen Ausgaben, die jeweils die Stimme eines anderen Bandmitglieds in den Mittelpunkt rückt und zudem in die stilistische Breite gehen. Parallel zum Release des finalen Abschnitts „Ring Road“ erscheint die gesamte Anthologie unter dem Titel „5 EPs“ mit 20 spannenden, angenehm vielfältigen Tracks.

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Mammút

Mammút – Ride The Fire

Zum zweiten Mal singen Mammút auf Englisch. Ihr erster Versuch, „Kinder Versions“, darf gut und gerne als gelungen bezeichnet werden. Der kunstvolle und zugleich bezaubernde Ansatz brachte verdientes Lob und gleich drei Icelandic Music Awards ein. Für ihre neue, insgesamt fünfte Platte stellte das Quintett seinen Ansatz etwas auf den Kopf. Anstatt alle gemeinsam zu schreiben und aufzunehmen, verteilten sich die Arbeiten an „Ride The Fire“ auf zwei Orte – Island und London. Unter der Ägide von Vaccines-Bassist Árni Hjörvar Árnason entstand ein angenehm anderes Werk, das vermehrt auf Improvisation und Offenheit setzt.

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Everything Everything

Everything Everything – Re-Animator

Ihre letzten beiden Platten waren entweder politisch und gesellschaftskritisch oder finster und fatalistisch. Genau das wollen Everything Everything jetzt hinter sich lassen und – wie es oft gerne heißt – zurück zu den Wurzeln kehren. Tatsächlich konnten die Briten die angepeilte Direktheit und Unmittelbarkeit realisieren. Auf „Re-Animator“ bemüht sich die Band um einen deutlich songdienlicheren Ansatz und rückt, zumindest im Vergleich zu den letzten Releases, die Gitarren wieder etwas weiter in der Mittelpunkt.

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Another Sky

Another Sky – I Slept On The Floor

Singt da ein Mann oder eine Frau? Besser gesagt: Sollte das nicht eigentlich egal sein? Über Catrin Vincents Stimme wird seit der ersten Single ihrer Band Another Sky heftig debattiert, weil diese eben ein wenig anders klingt. Gerade das macht den Reiz aus, denn sie kleidet den ohnehin bereits eklektischen Sound des britischen Quartetts – irgendwo zwischen Alternative Rock, Art und Gaze-Pop angesiedelt – in ein noch spektakuläreres Licht. Das Debütalbum „I Slept On The Floor“ befasst sich mit Austerität, mit geistiger Gesundheit und toxischer Männlichkeit, und zeugt von der Adoleszenz in einer rechts geprägten Stadt sowie den Alltagserfahrungen einer Frau in Großbritannien.

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Thao & The Get Down Stay Down

Thao & The Get Down Stay Down – Temple

Nach Jahren des Doppellebens, der übermäßigen Vorsicht und des Versteckens – unter anderem aus Furcht vor Konflikten mit und Entfremdung von ihrer Familie und geliebten Kultur – bekennt sich Thao Nguyen offen zu ihrer Queer Identity. Eine gewisse Nervosität bleibt ihr innewohnend, und doch spürt sie eine neue Freiheit, heiratete ihre Freundin und lebt endlich ihr echtes Leben. Beinahe hätte es keine neue Platte von Thao & The Get Down Stay Down gegeben, schien Genosse Rock nicht ausreichend, das endlich öffentlich gewordene Selbst entsprechend auszudrücken. Erstmals in Eigenregie produziert mit Unterstützung des langjährigen Bandmitglieds Adam Thompson, der auch gleich an der Hälfte des Albums mitschrieb, klingt „Temple“ nun etwas anders, und doch vertraut.

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Rustin Man

Rustin Man – Clockdust

Erst lässt er 17 Jahre warten, dann dauert es plötzlich nur 13 Monate: Ex-Talk Talk-Bassist Paul Webb scheint sich mittlerweile in seiner Solo-Persona Rustin Man wohlzufühlen. Das Debüt „Drift Code“, eine Art inoffizielles Follow-Up zur mittlerweile legendären Kollaboration mit Portishead-Frontfrau Beth Gibbons, überraschte mit kunstvollen, gitarrenbasierten Tracks. Webb merkte jedoch schnell, ausreichend Material für zwei Platten fertiggestellt zu haben, und bemüht auf dem Nachfolger noch feinmaschigere Strukturen mit offenen Klangflächen. Was sich wie ein kleiner Widerspruch liest, funktioniert auf „Clockdust“ hervorragend.

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