Schlagwort: Dark Wave

The Mobile Homes

The Mobile Homes – Trigger

Neues Jahrzehnt, neuer Sound… denkste. Seit über einen Jahr befinden wir uns nun in den 2020ern und einer der größten aktuellen Trends ist nach wie vor das 80er-Revival – sogar der größte Hit des letzten Jahres, „Blinding Lights“ von The Weeknd, entstammte dieser Richtung und beweist gleichzeitig, dass neben viel Ausschuss auch immer wieder echte Glanzstücke in diesem Segment entstehen. Neben neueren Künstlern ergreifen auch Bands, die in den 80ern selbst schon aktiv waren, die Gelegenheit, den Klängen von damals zu frönen. Mit „Trigger“ von der schwedischen Band The Mobile Homes erscheint dieser Tage ein besonders gelungenes Beispiel dieser Gattung.

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Austra

Austra – HiRUDiN

Katie Stelmanis, besser bekannt unter ihrem zweiten Vornamen Austra, verschiebt den Fokus. „Future Politics“ befasste sich vor drei Jahren mit jenen Machtgefügen, welche das gesellschaftliche Leben entscheidend bestimmen. Nun richtet sich der Fokus nach innen mit so breitgefächerten Themen wie den Nachwirkungen einer toxischen Beziehung, Queer-Shame und Unsicherheit. Stelmanis verließ ihre Komfortzone in vielerlei Hinsicht, arbeitete mit ihr zuvor unbekannten Improv-Musikern sowie erstmals mit externen Produzenten zusammen. Entsprechend aufwühlend, vielschichtig und mitreißend gestaltet sich „HiRUDiN“.

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Hilary Woods

Hilary Woods – Birthmarks

Vor 20 Jahren stand Hilary Woods in den Top 20 der britischen Albumcharts und hatte drei weitere Singles in den Top 30. Damals war sie Bassistin der irischen Alternative-Rock-Hoffnungsträger JJ72, legte zwei Alben hin, stieg 2003 aus und widmete sich ihren Studien der feinen Künste. Nach einer langen Auszeit mittlerweile als Solokünstlerin unterwegs, widmet sich Woods nun Wave-, Electro- und Drone-Sounds, die mit den Klängen ihrer Jugend nichts zu tun haben. Ihr aktuelles Album „Birthmarks“ nahm sie hochschwanger auf, zwischen Galway und Oslo pendelnd, das eigene Selbst und das Konzept des Wachstums erkundend.

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City At Dark

City At Dark – City At Dark

Vor zwei Jahren verbreiteten City At Dark erstmals ihre düstere Vision von zeitgemäßiger Populärmusik. Damals nannten sich die Wiener Künstlerin Laura Landergott und der israelische Gitarrist Yair Karelic noch RÁN. Unter aktuellem Namen ließ man sich in der Hauptstadt Berlin nieder, spielte auf diversen Festivals und vertiefte den eigenen Entwurf von Raum und Klang durch Psychedelic, Indie, Wave und sogar ein wenig Post Punk. Das Debütalbum heißt wie die Band und geht im besten Sinne an die Substanz.

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The Dead Sound

The Dead Sound – Cuts

Ende vergangenen Jahres schrieb Love A-Schlagzeuger Karl Brausch erste Demos für ein herrlich düsteres Soloprojekt, auf der Bühne gemeinsam mit Bandkollege Dominik Mercier – die beiden spielen auch gemeinsam bei Matches – und Lars Borrmann von den mittlerweile aufgelösten Freiburg umgesetzt. Mittlerweile sind The Dead Sound eine Band, mit Crazysane Records wurde das passende Label gefunden. Auf dem Einstand „Cuts“ finden sich neun hibbelige, bedrohliche Tracks zwischen Post Punk, Dark Wave, Shoegaze und krautigem Psychedelic Rock.

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Gary Numan – Savage (Songs From A Broken World)

Wer sich mit den Anfängen der New Wave-Musik der 80er Jahre beschäftigen möchte, kommt an dem Namen Gary Numan kaum vorbei. Kein Wunder, hat der 59-jährige Brite mit „Are Friends Electric“ und „Cars“ doch gleich zwei der ersten großen Hits dieser Szene geschaffen. Schon damals ging Gary Numan einen Sonderweg, denn anders als zeitgenössische Prä-New Wave-Interpreten wie The Stranglers, Public Image Ltd oder Ultravox waren er und seine damalige Band Tubeway Army in keiner Weise vom Punk beeinflusst, sondern in erster Linie von Elektronik-Vorreitern wie Kraftwerk. Und dieser Sonderweg setzt sich auch im Jahr 2017 fort, denn anstatt auf den grassierenden 80er-Revival-Trend aufzuspringen, überrascht er die Hörer mit „Savage (Songs From A Broken World)“, einem ziemlich sperrigen, aber nichtsdestotrotz hochklassigem Elektronik-Album.

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Nathan Gray Collective – Until The Darkness Takes Us

Nathan Gray ist immer wieder für Überraschungen gut. Neben der Boysetsfire-Reunion, die seit mehreren Alben kreative Meisterleistungen ausspuckt, bemüht der Sänger nun auch ein Alter Ego. Bereits 2014 legte er den Grundstein für einen deutlich düsteren Sound, nun wagt er sich mit Daniel E. Smith und seinem Nathan Gray Collective gen Dark Wave, Industrial und Gothic vor. Wer die NTHN GRY EP mochte, wird das kompromisslose „Until The Darkness Takes Us“ lieben.

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Austra – Future Politics

Nach einem halben Jahrzehnt ohne festen Wohnsitz, das Katie Stelmanis fast durchgehend auf Tour verbrachte, ließ sich die Kanadierin in Montreal nieder, um sich mit verschiedenen Formen von Einsamkeit und Isolation auseinanderzusetzen und der illustren Karriere der Kritikerlieblinge Austra ein neues Kapitel hinzuzufügen. Spätestens mit dem Umzug nach Mexiko-Stadt fand Stelmanis die radikale Dimension von Musik und Text wieder, trommelte die Band zusammen, und nahm das wuchtige, avantgardistisch-zerstörerische „Future Politics“ auf.

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Kirlian Camera – Ghlóir Ar An Oíche

Seit 31 Jahren gibt es das italienische Dark Wave- / Electro-Projekt Kirlian Camera inzwischen schon. Bisherige Höhepunkte der Karriere waren die Erfolge von Titeln wie „Blue Room“ oder „Heldenplatz“ in den 80ern innerhalb der Wave-Szene, sowie später in den 90ern das Album „Todesengel“ und die Single „Schmerz“ in der sich damals gerade bildenden Gothic-Szene. Als bisheriger Tiefpunkt sind dagegen die völlig unhaltbaren Nazi-Vorwürfe auszumachen, welche glücklicherweise schnell widerlegt werden konnten. Danach wurde es etwas ruhiger um Kirlian Camera, obwohl weiterhin in unregelmäßigen Abständen neue Alben veröffentlicht wurden. Nachdem zuletzt hauptsächlich Sampler mit älteren Stücken erschienen sind, gibt es nun endlich wieder neues Material der Kultband.

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Deine Lakaien – Indicator

Ein Indikator kann vieles sein: Messinstrument, Hinweis, chemische Substanz, Tendenz und Auslöser für Interpretation. Ein bewusst gesetzter Titel für ein Album, der dem Hörer einerseits genügend Raum für die eigene Deutung lässt und andererseits die neue Zeit einleitet. Seit mehr als 20 Jahren sind Alexander Veljanov und Ernst Horn nun bereits gemeinsam musikalisch aktiv, die Historie ihres Schaffens liest sich so eindrucksvoll wie erfolgreich. Bisher schimmerte in allen Werken das geniale Spiel mit Metaphorik und musikalischer Vertracktheit durch, auch wenn über die Jahre die Leitmotive wechselten. Mit „Indicator“ macht die Band nach den großartigen Ausflügen in die Crossover-Klassik und der eigenen Retrospektive nun einen merklichen Cut.

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