Schlagwort: Indie Pop/Rock

White Denim

White Denim – 12

Für James Petralli war die Pandemie, wie für so viele andere Kunstschaffende auch, eine Zeit großer Veränderungen. Er zog mit seiner Familie nach Los Angeles, kümmerte sich ums Homeschooling und erschloss später andere Betätigungsfelder. So arbeitete er am Soundtrack der Amazon-Prime-Serie „Daisy Jones And The Six“, wurde zum bezahlten Songwriter for Hire und feilte nebenher an seinen Produzententätigkeiten. Nun meldet sich seine Band White Denim zurück, erstmals komplett in Eigenregie produziert und durch die Möglichkeiten digitaler Bearbeitung aus der Komfortzone ausbrechend. Noch nie war es für Petralli so einfach, mit verschiedenen Musikern aus dem ganzen Land zusammenarbeiten. „12“ hört man diese Spielfreude an.

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Would

Would – Get Away

Matthias Schwettmann hat aktuell einen Lauf. Wenn er nicht gerade als Teil des Trios Palila exquisite Songs (ein-)spielt, widmet er sich seinem Solo-Schauplatz Would, und das bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Neun Monate nach dem ersten Album „Be Okay Not To Be Okay“ gibt es Nachschub, wenngleich das Material etwas älter ist. Dass Schwettmann die Tracks im Herbst/Winter 2023 einspielte, ist angesichts der durchaus melancholischen Grundstimmung keinesfalls zu überhören. Trotz verschiedener Einflüsse achtete er darauf, dass „Get Away“ wie aus einem Guss klingt. Dieses Setzen auf einen roten Faden macht sich hörbar bezahlt.

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Our Girl

Our Girl – The Good Kind

Der Kampf um Optimismus und der Umgang damit begleitet das Schaffen von Our Girl. Das Trio musste während den Arbeiten an seinem zweiten Album erst lernen, auf sich selbst zu vertrauen, den eigenen Instinkten Glauben zu schenken und selbst schwere Wege zu gehen. Rückhalt fanden die Musiker*innen aus dem britischen Brighton in ihrer queeren Gemeinschaft, deren lebensbejahende Motivation selbst in schwer überwindbaren Zeiten entscheidend war. Von John Parish (PJ Harvey, Sparklehorse), Fern Ford (The Big Moon, Prima Queen) und Sängerin/Gitarristin Soph Nathan produziert, wächst „The Good Kind“ über sich hinaus.

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Courteeners

Courteeners – Pink Cactus Café

Wenige Wochen vor dem ersten Lockdown veröffentlichen Courteeners ihr sechtes Studioalbum „More. Again. Forever.“ und hingen dann erst einmal, wie so viele andere, in der Luft. Sänger und Hauptsongwriter Liam Fray stolperte sogleich in einen, wie er es nennt, Panik-Songwriting-Modus. Ob das Material für seine Band, ein Nebenprojekt oder gar ein Soloding eingesetzt werden sollte, blieb erst einmal offen. Fray setzte sich mit diversen Freunden und Bekannten in Verbindung, und so finden sich so viele Gäste, so viele Mitstreiter wie nie auf einem Courteeners-Album. „Pink Cactus Café“ ist ohne Frage die bunteste und poppigste Platte des Quintetts. Ob es damit, wie im Vorjahr für den Re-Release ihres Einstands „St. Jude“, noch einmal für die UK-Spitze reicht?

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Pom Pom Squad

Pom Pom Squad – Mirror Starts Moving Without Me

Eine kalte Hand fährt durch den Erdboden, die Cheerleaderin ist noch nicht ganz tot. Mit ihrem spannenden ersten Album „Death Of A Cheerleader“ machte Mia Berrin aka Pom Pom Squad vor drei Jahren ordentlich von sich hören. Die kurzweilige Mischung aus Punk, Pop, Grunge und etwas Rock war eine rohe und doch harmoniebedürftige Überraschung gewesen. Gleichzeitig war es für Berrin gar nicht so einfach, sich laufend mit den Meinungen anderer – positiv wie negativ – befassen zu müssen. Diese kreierten verschiedene Versionen ihrer selbst, die sogar im Kopf der Protagonistin herumzugeistern begannen. Der Zweitling „Mirror Starts Moving Without Me“ geht mit diesem bizarren Phänomen offensiv um und bemüht zugleich spannende Weiterentwicklung.

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Orla Gartland

Orla Gartland – Everybody Needs A Hero

Der große Wurf zeichnete sich bei Orla Gartland schon lange ab. Bereits im Teenageralter erschien eine erste EP, zehn Jahre später landete das erste Album auf Platz 10 in den britischen Charts, in der irischen Heimat ging es sogar auf Platz 4. Gartland tourte im Anschluss fleißig, war Stammgast auf diversen Festivals, kollaborierte fleißig und rief mit Fizz sogar ein kleines Nebenprojekt mit guten Freund*innen ins Leben. Ob das zweite Album tatsächlich das schwerste ist, nun, das hat der 29jährigen offensichtlich niemand gesagt. Auf „Everybody Needs A Hero“ beleuchtet sie den Mythos einer Heldin konzeptuell und von verschiedenen Seiten – im Alltag, aber auch auf sozial verklärte Weise.

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Johnossi

Johnossi – Forevers

Einen Schritt nach vorne wollten sie wagen, das Innerste zum Vorschein bringen und zugleich ein großes, klares und furchtloses Album aufnehmen. Große Worte begleiten den achten Longplayer von Johnossi, den das Duo einmal mehr mit Langzeit-Keyboarder Matthias Franzén schrieb. Dafür ging man nach längerer Zeit zurück in den Proberaum, wo einst alles begann, wo damals die ersten Songs entstanden, um das Gefühl der Ursprünglichkeit und des Gemeinsamen wiederzuentdecken. „Forevers“ gibt sich entsprechend jung, energiegeladen, geradezu beflügelt und taucht mit frischem Wind in poppigere Gefilde ein.

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Blossoms

Blossoms – Gary

Blossoms haben eine stolze Serie zu verteidigen. Mit drei ihrer ersten vier Alben landeten sie an der Spitze der britischen Albumcharts, begleitet von diversen Award-Nominierungen und ausverkauften Tourneen. Dieses Mal sind die Vorzeichen etwas anders, denn das Quintett aus Stockport unterhält inzwischen eine eigene Plattenfirma und stellt sich mehr denn je auf eigene Beine. Einmal mehr übernahm James Skelly (The Coral) die Produktion, CMAT schrieb bei zwei Tracks mit und Josh Lloyd-Watson (Jungle) half bei zwei anderen Produktionen aus. Ihr fünftes Album „Gary“ benannten sie nach einem überdimensionalen Fiberglass-Gorilla, der Anfang 2023 aus einem Gartencenter gestohlen wurde. Noch Fragen?

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Please Madame

Please Madame – Easy Tiger

Auf eigenen Füßen steht es sich besonders gut, beschlossen Please Madame, und änderten für ihr nunmehr viertes Album bewusst die Vorzeichen. Das Vorzeige-Indie-Quartett aus Salzburg gründete ein eigenes Label, organisiert sämtliche Konzerte selbst und genoss zudem die neue, vollkommene musikalische Freiheit. Teilweise auf einer abgelegenen Hütte entstanden, geht „Easy Tiger“ den auf dem auch schon wieder vor drei Jahren veröffentlichten Vorgänger eingeschlagenen Weg gekonnt weiter, zeigt sich hörbar angekommen und bewegt sich doch – mutig und zielstrebig – weiter in Richtung spannende Zukunft.

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Charly Bliss

Charly Bliss – Forever

Für eine Band, die mit ihren Songs für eine Vielzahl von Gefühlen steht, waren die letzten Jahre mit Sicherheit spannend. Nach dem Release von „Young Enough“ vor mittlerweile mehr als fünf Jahren konnte man nur einige wenige Konzerte spielen, bevor man letztlich doch zuhause eingesperrt war. Der Kreativprozess öffnete sich, das US-Quartett agierte trotz Distanz mehr denn je als eine Einheit. Sängerin Eva Hendricks befand sich längere Zeit in Australien und nahm ihre Demos in einem geparkten Auto auf, während die übrigen Mitstreiter entsprechend gefordert waren. Wenig überraschend wirkt „Forever“ bunter und homogener zugleich, lebt zudem von der nervösen Energie seiner Entstehungszeit.

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