Schlagwort: Indie Pop/Rock

Deserta

Deserta – Every Moment, Everything You Need

Ein Jahr voller Spannung, Druck und Ungewissheit auf Platte gebannt – zumindest das Gefühl, das die letzten beiden Jahre auslösten, kennt man gemeinhin. Für Matthew Doty (u. a. Midnight Faces, Saxon Shore) bedeutete es unter anderem, sein Studio aufzugeben und seine Ausrüstung in der eigenen Zwei-Zimmer-Wohnung aufzubauen, während er und seine Frau abwechselnd 13-Stunden-Schichten im Gesundheitswesen schoben und sich dabei die Kinderbetreuung aufteilen mussten. Entsprechend wurde das zweite Album von Deserta, Dotys Soloprojekt, unter Mithilfe einiger Freunde fertiggestellt. „Every Moment, Everything You Need“ setzt sich intensiv mit einer frustierenden Zeit auseinander.

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Gang Of Youths

Gang Of Youths – Angel In Realtime

Eine der größten Bands Australiens der letzten Jahre wird erneut vorstellig. Mit ihren bisherigen beiden Alben schafften es Gang Of Youths in die oberen Regionen der nationalen Charts, zuletzt sogar bis an die Spitze. Dennoch sind viereinhalb Jahre seit „Go Farther In Lightness“ vergangen, nicht nur angesichts ausdauernder Touren. Das Leben und Vermächtnis von Dave Le’aupepes Vater wurde schnell zum Haupthema, der Sprössling verwarf nach eigenen Angaben zumindest zwei Versionen der neuen Platte, mit Tom Hobden wurde zudem ein neues Mitglied ins Line-up integriert. „Angel In Realtime“ schlägt nun in vielerlei Hinsicht über die Stränge.

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Bedroom Eyes

Bedroom Eyes – Sisyphus Rock

Aus dem beschaulichen Nordschweden schickt Jonas Jonasson seine sympathischen Songs in die weite Welt hinaus. Sein Power-Pop-Projekt Bedroom Eyes ist mittlerweile zur vollwertigen Band aufgestiegen und veröffentlichte bislang zwei starke Alben, zu deren prominenten Fans unter anderem US-Schauspieler Fred Armisen zählt. Er war auch einer der Ersten, die das dritte Werk „Sisyphus Rock“ hören durfte. Aufgenommen an einem abgelegenen Ort in den nordischen Wäldern, setzt es insgesamt deutlich mehr Gitarren sowie spürbaren Indie-Einschlag.

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alt-J

alt-J – The Dream

Fünf Jahre. Fünf lange Jahre sind seit „Relaxer“ vergangen, auf dem sich alt-J neu zu orientieren versuchten, ihre Dekonstruktion konsequent vorantrieben. Die Suche nach der perfekten Form des musikalischen Ausdrucks setzt sich fort, wenngleich es nach dem mittelprächtigen Vorgänger doch etwas aufzuholen gäbe. „The Dream“ holte sich Inspiration von wahren Geschichten aus Hollywood, aus dem persönlichen Umfeld, von Intrigen und Menschlichkeit. Der Sound, so die vollmundige Ansage, sei reifer geworden, es gehe nun um Songwriting und Präzision, ohne den Wahnsinn der ersten Werke komplett ad acta zu legen.

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Fickle Friends

Fickle Friends – Are We Gonna Be Alright?

Die letzten beiden Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Fickle Friends singen gleich mehrere Lieder davon. Nach ihrem erfolgreichen Debüt „You Are Someone Else“, das in der britischen Heimat sogar die Top 10 knackte und acht Singles abwarf, besann man sich zurück auf die Indie-Wurzeln, nur um erst einmal in den Seilen zu hängen. Das Quartett wusste nicht so recht, wie es mit dem plötzlichen Stillstand umgehen sollte, befand sich irgendwo in der Schwebe und sprühte dennoch voller Tatendrang. Nach zwei eingeschobenen EPs gibt es nun das zweite Album. „Are We Gonna Be Alright?“ stellt wichtige Fragen und erweitert den Indie Pop des Einstands um mehr Wucht und Gitarren.

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The Wombats

The Wombats – Fix Yourself, Not The World

Ein Influencer singt die ersten Zeilen eines Remixes zu „Greek Tragedy“ und tanzt dazu auf TikTok, schon war ein Trend geboren. Für The Wombats bedeutete das unzählige Millionen Streams sowie eine Gold-Auszeichnung in den USA aus dem Nirgendwo. Das Trio aus Liverpool nahm das durchaus amüsiert als Lockdown-Randnotiz zur Kenntnis, nur um das neue Album distanziert – über drei Länder verteilt – zu schreiben. Unterstützt von Produzenten-Prominenz, wie Jacknife Lee, Gabe Simon (Dua Lipa, Lana Del Rey), Paul Meaney (Twenty One Pilots, Nothing But Thieves) und Stamm-Knöpfchendreher Mark Crew, entstand das tanzbare, selbstbewusste „Fix Yourself, Not The World“.

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Cat Power

Cat Power – Covers

Neben ihren fantastischen eigenen Songs veröffentlicht Cat Power seit Jahren nicht minder spannende Cover-Version bekannter Klassiker und kleiner Schätze, die in ihrer atemberaubender Schönheit locker mithalten können. Zum Jahresbeginn vervollständigt die US-Amerikanerin nun eine Art Trilogie, die 2000 mit „The Covers Records“ begann und sich 2008 durch „Jukebox“ fortsetzte. „Covers“ tankt sich durch den Sound von zwölf Legenden und versteckten Schätzen, die dabei stets nach Cat Power klingen, als hätte sie die Tracks selbst verfasst.

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Sun Cutter

Sun Cutter – Sun Cutter

Vor drei Jahren erlitt Kevin Pearce einen Herzinfarkt auf einem Golfplatz. Damals war er gerade einmal 33 Jahre alt. Als Teil seines Reha-Prozesses, der unter anderem Lifestyle-Änderungen mit sich brachte, widmete er sich einem eigenen musikalischen Projekt. Als Sun Cutter konzentriert er sich auf einen Mix aus Indie, Soul, Rock und Folk, begleitet von empathischen und liebevollen Texten mit einer feinen Spur Protest. Das erste Album heißt ebenfalls „Sun Cutter“ und beginnt das neue Jahr mit so etwas wie greifbarer Lebenslust.

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Orchards

Orchards – Trust Issues

In der Releasewoche ihres Debütalbums breitete sich der Schatten des ersten Lockdowns aus. Da hatten Orchards mit „Lovecore“ eine wirklich bezaubernde, schillernde, hochgradig intelligente Platte gebastelt und dann konnten, durften sie herzlich wenig damit bewerkstelligen. Kein Wunder, dass die Euphorie erst einmal verschwunden war. Vertrauensprobleme waren das Ergebnis, „Trust Issues“. So heißt die neue EP des britischen Quartetts, das nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr gefühlt genug für ein ganzes Leben erlebte.

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Albert Luxus

Albert Luxus – YinYin

Ist es nun vorbei mit der Leichtigkeit? Eine solche trug „Diebe“, das Debütalbum von Albert Luxus, über weite Strecken in sich. Das Indie-Pop-Kunsthandwerk nimmt nun das Thema Gleichgewicht in den Blick, sowohl auf innerer als auch auf globaler Ebene. Matthias Albert Sänger, zuletzt unter anderem als Teil des prominent besetzten Projektes Freindz in Erscheinung getreten, und Andreas Kiwitt bemühen sich um neue Wärme, holen einen 70s-Synthesizer an Bord und lassen etwas Melancholie über das Weltgeschehen einkehren. „YinYin“ trägt die fehlende Balance bereits im Titel.

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