Schlagwort: Indie Pop/Rock

Elbow

Elbow – Flying Dream 1

Außergewöhnliche Zeiten fördern außergewöhnliche Alben zutage. Elbow – vier Musiker, die sich eigentlich nur während des Band-Alltags unterhalten – schrieben ihre neuen Songs distanziert. Das passt zum Ethos, das passt zur komplizierten Zeit. Für die Aufnahmen mietete man hingegen ein Theater in Brighton, das damals erzwungenermaßen leerstand, und nutze den erhabenen, weit offenen und zugleich so stillen Raum für eine Platte, die sich ebenfalls den etwas leiseren Momenten widmet. „Flying Dream 1“ befreite sich von etwaigen Erwartungen an ein Elbow-Album und bemühte sich stattdessen um Ruhe.

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Admiral Fallow

Admiral Fallow – The Idea Of You

Fast wollte man meinen, Admiral Fallow wären in den letzten Jahren ein wenig von der Bildfläche verschwunden gewesen. Ihr letztes reguläres Studioalbum erschien 2015, zuletzt gab es unter anderem Nebenprojekte sowie den Soundtrack zu Gareth Williams‘ Oper „Navigate The Blood“, die im November 2018 durch Schottland tourte. Kurz danach entstanden weite Teile von „The Idea Of You“, eine Platte über Wachstum und Aufblühen, fast schon sorglos und euphorisch wirkend, bevor alles den sprichwörtlichen Bach runterging. Eine andere Zeit scheint zu grüßen.

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Good Morning

Good Morning – Barnyard

Von vermeintlichen Konventionen des Musikgeschäfts wollen Good Morning eigentlich nichts wissen. Implizierte Regeln werden gerne gebrochen: Das australische Pop-Duo nimmt seine Alben fast immer sehr spontan an einem Ort auf, das Ergebnis ist in der Regel kurz und auf den Punkt. Selbst als man sich 2018 für „Prize // Reward“ einmal ordentlich Zeit nahm, mussten es im Folgejahr gleich zwei rausgeklopfte Nachfolger sein. Nun holt man sich immerhin einen externen Produzenten an Bord. „Barnyard“ war bereits vor der Pandemie fertig aufgenommen, ruhte dann ein wenig, und erscheint nun schließlich so, wie es bereits vor knapp zwei Jahren klang.

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Ian Miles

Ian Miles – Degradation, Death, Decay

Es dauerte ein wenig, bis sich Ian Miles durchringen konnte, sein Solomaterial zu veröffentlichen. Dabei schreibt der Creeper-Songwriter bereits seit seinem 15. Lebensjahr eigene Songs, die er immer wieder einmal aus dem Ärmel schüttelt. Nun setzt es für Miles also gleich ein komplettes Album, das bereits 2018 aufgenommen wurde, doch letztlich fand er genug Selbstbewusstsein, um das alleine im eiskalten Gästezimmer eingespielte Material – gesungen wurde beispielsweise nur, wenn seine Frau außer Haus war – zu veröffentlichen. „Degradation, Death, Decay“ verpackt kunstvolle Horror-Texte in ruhige, bewegende Arrangements.

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Isolation Berlin

Isolation Berlin – Geheimnis

Vertraute narrative Fäden wollen neu miteinander verflochten werden, zumindest scheinen Isolation Berlin genau das in den dreieinhalb Jahren seit „Vergifte dich“ beschlossen zu haben. Ein neuer Minimalismus hält Einzug und bemüht Reduktion auf ein absolutes Minimum, möglichst weit weg von gängigen Rockriffs und zugleich geheimnisvoll. So passt es gewissermaßen, die neue Platte „Geheimnis“ zu nennen … und auch nicht, denn Tobias Bamborschkes Texte bleiben deutlich und konkret, erhalten einzig mehr Luft zum Atmen, zum Wachsen und Gedeihen. Also alles anders und doch irgendwie gleich.

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The Vaccines

The Vaccines – Back In Love City

Der Urknall aus der Garage hat bereits knapp elf Jahre auf dem Buckel. Mit „Wreckin‘ Bar (Ra Ra Ra)“ begann der unvermeidliche Aufstieg von The Vaccines, vier vielschichtige Alben sollten folgen. Nach „Combat Sports“ musste man sich erst einmal neu orientieren, die Aufnahmen gestalteten sich besonders mühevoll. Sänger Justin Young und Multi-Instrumentalist Timothy Lanham fanden im Nebenprojekt Halloween frische Energie, dann zog Young für das Songwriting nach Los Angeles. In El Paso stieß der Rest der Band dazu, bereits Anfang 2020 war „Back In Love City“ fertiggestellt. Und das zeigt die Vaccines eine kräftige Portion poppiger und lebenslustiger.

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Please Madame

Please Madame – Angry Boys, Angry Girls

Ein neues Album von Please Madame ist stets ein Grund zum Feiern, selbst wenn dieses von Wut unterspült wird. Wobei, so ganz kann man das nicht stehen lassen, denn das Salzburger Quartett verschreiben sich dem schöpferischen Charakter dieser Emotion, die – richtig kanalisiert und bewusst eingesetzt – zum Motor für Veränderungen werden kann. Musikalisch blieben sich die Salzburger treu und bemühen sich um poppigen Indie Rock, der noch vielfältiger strahlt. Seit 2019 arbeiteten sie an ihrem dritten Album „Angry Boys, Angry Girls“, nun ist die Zeit dafür endlich gekommen.

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Burkini Beach

Burkini Beach – Best Western

Nach umfassenden Produzentenjahren kehrt Rudi Maier zurück zum Solo-Glück. Als Burkini Beach veröffentlichte er bereits 2017 eine kurzweilige Sammlung kleiner Songperlen zwischen Euphorie und Nachdenklichkeit, stets suchend und doch der Versuchung nahe. Die Musik ist in den letzten Jahren nur gewachsen, klingt deutlich größer und voluminöser. Von Sir Simon produziert, für dessen gleichzeitig erscheinende Platte wiederum Maier an den Regeln saß, landet „Best Western“ mit Gefühl, Spielwitz und Beinahe-Rauscherfahrung.

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Sir Simon

Sir Simon – Repeat Until Funny

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich Simon Frontzek vor allem auf den Produzentenstuhl. Gemeinsam mit Rudi Maier saß man unter anderem für Little Big Sea und Thees Uhlmann (Frontzek war auch Teil des letzten Tomte-Line-ups) an den Reglern. Und dann reifte doch wieder der Wunsch, selbst Musik zu schreiben. Maier und Frontzek produzierten sich gegenseitig, namen einen gemeinsamen Track auf, der auf beiden Platten enthalten ist, und veröffentlichen sogar am gleichen Tag. „Repeat Until Funny“ ist das erste Album von Sir Simon seit zehn viel zu langen Jahren.

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IDER

IDER – shame

Megan Markwick und Lily Somerville mussten erst wieder zu sich selbst finden, um erfolgreich IDER sein zu können. Sie verließen ihre Plattenfirma und stellten sich auf eigene Beine, schrieben neue Songs zwischen Berlin und London im Angesicht der Corona-Pandemie, und bemühten sich um ein erneuertes Gefühl von Selbstakzeptanz, das auch gleich zum Leitmotiv der neuen Platte wurde. Diese heißt „shame“ und reizt die Alternative-, Indie- und Pop-Konzepte des Duos gekonnt aus, ohne dabei auf das eingängige Momentum zu verzichten.

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