Schlagwort: Indie Pop/Rock

White Denim

White Denim – 13

Im Grunde steuerte alles auf diese magische Nummer zu: James Petralli wurde am 13. August geboren. Es ist sein 13. Studioalbum. Die letzte Platte hieß „12“. Und doch ist die neue Platte von White Denim doch so viel mehr als ’nur‘ eine mythische Zahl. Letztlich sollte es um das Leben und die Erfahrungen Petrallis gehen, was – wie die Zahl selbst – sowohl Glück als auch Unglück, Kreativität und Chaos bedeuten kann. Entsprechend vielseitig, abwechslungsreich und gerne unvorhersehbar zeigt sich „13“, wagt sich noch weiter hinaus und fügt sich doch perfekt in den schrägen, doch stets sympathischen Reigen des bisherigen Schaffens ein.

Weiterlesen
Teen Suicide

Teen Suicide – Nude descending staircase headless

Raus aus dem kleinen Zimmer und rein ins ordentliche Studio: Jahrelang veröffentlichte Sam Ray mit verschiedenen Mitstreitern als Teen Suicide sympathische, energische, aber auch verträumte Lo-Fi-Songs. Seit bald acht Jahren gibt es ein fixes Line-up als Duo mit Ehefrau Kitty Pryde, Rays schwere gesundheitliche Probleme der letzten Jahre scheinen überwunden, zudem besteht nun eine etablierte Tour-Besetzung für ordentlich Live-Präsenz. „Nude descending staircase headless“ weicht dennoch vom vertrauten Homerecording-Prozess ab und wurde erstmals mit umfassender Instrumentierung und ordentlicher Produktion aufgenommen. Das steht der Band erstaunlich gut zu Gesicht.

Weiterlesen
Sean Solomon

Sean Solomon – The World Is Not Good Enough

Zwei Alben lang unterstrichen Moaning ihre Ambitionen, im Post-Punk- und Indie-Rock-Sektor steil zu gehen, bevor die Band 2023 eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt gab. Sänger und Gitarrist Sean Solomon begann daraufhin, Solosongs zu schreiben und zu sammeln, stolze zwei Jahre lang, und verband diese mit kreativen Ideen von seinem zweiten Standbein als Animator. In Jarvis Taveniere (u. a. Whitney, Purple Mountain, Waxahatchee) fand er einen Gleichgesinnten, der die Produktion, den Bass und etwas Percussion übernahm. „The World Is Not Good Enough“ ist Solomons Versuch, die Welt um ihn herum zu begreifen, und sich eine Gemeinschaft aufzubauen.

Weiterlesen
Philine Sonny

Philine Sonny – Virgin Lake

Ein Kraftakt mit viel Herz und Offenheit begleitet Philine Sonny nach zwei EPs zum ersten kompletten Album. Sie lässt das eigene Schlafzimmer hinter sich und holt sich erstmals weitere befreundete Musiker:innen ins Boot, um den Sound auszubauen. Geworden ist es ein Werk in vier Akten, teils inspiriert von Benedict Wells‘ Coming-of-Age-Roman ‚Hard Land‘, der das wütende, sehnsüchtige Kind erst mit Selbstmitleid konfrontiert, später Freude entdecken lässt und schließlich beide Welten miteinander verbindet. „Virgin Lake“ kehrt das Innerste nach außen und setzt die Suche nach Verständnis, Balance und Selbstentwicklung konsequent fort.

Weiterlesen
The Clockworks

The Clockworks – The Entertainment

Gleich mit ihrem ersten Album gelang The Clockworks ein absoluter Volltreffer: Auf „Exit Strategy“ brachte das in Irland gegründete und heute in London ansässige Quartett gebündelte Indie- und Alternative-Klasse zusammen. Und das in kompletter Eigenregie, denn das bandeigene Label war die perfekte Bühne, um diese Hit-Platte auf das Publikum loszulassen. Der Nachfolger wurde vor allem in den eigenen vier Wänden geschrieben und aufgenommen, holt sich neue musikalische Einflüsse hinzu und befasst sich zudem mit Themen wie Isolation, Einsamkeit und Verbindungen. Vom schweren zweiten Album hält „The Entertainment“ herzlich wenig.

Weiterlesen
congratulations

congratulations – Join Hands

Hände reichen und gemeinsam ab auf die Tanzfläche: congratulations aus Brighton veröffentlichen seit vier Jahren immer wieder Singles und Kleinformate und spornen Indie-Klänge zu euphorischer Bewegung an. Kantiger Indie Rock der Nullerjahre trifft 80s-Pop, Groove, Funk und ordentlich Elektronik, während die Texte mitreißen möchten, im Angesicht persönlicher und gesellschaftlicher Probleme. Entsprechend unbekümmert, deutlich und zugleich herzensgut gibt sich ihr erstes komplettes Album. Passend dazu der aufrüttelnde, energische und anfeuernde Titel: „Join Hands“.

Weiterlesen
Beans On Toast

Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

Weiterlesen
M. Byrd

M. Byrd – A Better Place

Zwei Kapitel einer persönlichen Reise und eine alles verbindende große Veränderung begleiten das neueste Album von M. Byrd: Er wurde Vater. Der sympathische Indie- und Alternative-Singer/Songwriter begleitete diese Erfahrung – natürlich, möchte man fast sagen – musikalisch, und schrieb verschiedene Songs vor und nach der Geburt, über weite Strecken bereits in der jüngeren Vergangenheit veröffentlicht. „A Better Place“ wurde als verständlicher und bedeutungsschwangerer Titel gewählt, der sich vielfältig auslegen lässt. Ist die Welt jetzt ein besserer Ort mit dem Nachwuchs oder will der Vater die Welt zu einem besseren Ort machen?

Weiterlesen
The Dears

The Dears – Life Is Beautiful! Life Is Beautiful! Life Is Beautiful!

Wenige Bands klingen so sehr ‚wie sie selbst‘ wie The Dears. Die Kanadier haben seit ihrem ersten Album vor mittlerweile einem Vierteljahrhundet einen ganz eigenen Sound, der feinsinnige Melodien und nahezu orchestrale Songwriting-Ansätze mit verdammt anspruchsvollen Texten und ordentlich Attitüde verbinden. Wo Ecken und Kanten mit sensibler Fragilität kollidieren, entsteht eine Platte, die laut Frontmann Murray Lightburn Unterstützung bieten soll. Die selbst in dunkelsten Stunden das Gemeinsame, das Schöne des Moments betont. Die Herz und Seele öffnet. Passend dazu der euphorische Albumtitel: „Life Is Beautiful! Life Is Beautiful! Life Is Beautiful!“.

Weiterlesen
Hunny

Hunny – SPIRIT!

Nach dem sympathischen „Hunny’s New Planet Heaven“ konzentriert sich Jason Yarger nun auf das Wesentliche und macht Hunny zum Soloprojekt. Klar, die Prioritäten haben sich geändert, er ist glücklich verheiratet und hat ein Kind, was sich auch auf die verarbeiteten Themen auswirkt. Die alten freundschaftlichen und kreativen Bande bleiben jedoch bestehen – Ex-Bassist Kevin Grimmett tritt als Co-Producer auf, Ex-Drummer Joey Anderson spielte das Schlagzeug ein – und geben der Platte einen einigermaßen vertrauten Anstrich. Gleichzeitig möchte Yarger sein Projekt in eine bewusst abstraktere und verspieltere Richtung lenken, genoss die Freiheit, seine Ideen einfach zu verfolgen. Das bekommt „SPIRIT!“ hörbar gut.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?