Schlagwort: Indie Pop/Rock

Flyte

Flyte – This Is Really Going To Hurt

Liebeslieder und Trennungsalben sind das Yin und Yang der populärmusikalischen Welt. Flyte aus London widmen sich aktuell zweiterem Bereich. Die Indie-Band dokumentiert Will Taylors prägende Trennung durch Trauer und Akzeptanz. Große, charmante Popmelodien und gekonnt eingesetzte Gitarren, dazu drei butterweiche Stimmen und ein Händchen für Radioperlen, die sich einfach nicht abnutzen wollen – „This Is Really Going To Hurt“ tut nur im Titel und den Lyrics weh, ist ansonsten jedoch Balsam für geschundene Airplay-Seelen.

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The Fratellis

The Fratellis – Half Drunk Under A Full Moon

Mit ihrem ersten Album und Songs wie „Chelsea Dagger“, „Flathead“ und „Whistle For The Choir“ gingen The Fratellis durch die Decke. Das ist mittlerweile 15 Jahre her. Nach kurzer Katerstimmung etablierte sich das Trio aus Glasgow zumindest in der Heimat als echte Albumband und erreichte zuletzt sogar die britischen Top 5. Nun kommt eine Platte hinterher, die in düsteren Zeiten wie ein kämpferisches Statement wirkt, die auf die Rückkehr von Live-Musik vorbereitet und zugleich die Energie und Macht von gutem Pop betont. „Half Drunk Under A Full Moon“ zeigt die Fratellis vielschichtiger denn je.

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Black Honey

Black Honey – Written & Directed

Farbenfrohe, knuffige Optik, schroffer Realismus dahinter: Black Honey begeistern mit ihren lebenslustigen Auftritten, gerade in den mehr als sehenswerten Videos, während die Texte von Izzy B. Phillips die alltäglichen Probleme junger Frauen beleuchten – ein unverblümter Blick hinter die Kulissen, der das Debütalbum der vier Brit*innen vor drei Jahren auf Platz 33 der UK-Charts brachte. Der Nachfolger „Written & Directed“ widmet sich starken Frauen und rückt Empowerment in den Mittelpunkt.

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Tim Hart

Tim Hart – Winning Hand

Als die Welt im vergangenen Jahr stillstand, hatte Tim Hart endlich Zeit, etwas innezuhalten. Im Herbst 2019 meldeten sich Boy & Bear nach mehreren Rückschlägen erfolgreich zurück, zu ausgedehnten Tour-Aktivitäten kam es allerdings nicht mehr. Hart lebt mittlerweile in Brisbane, zwölf Stunden von seiner Heimatstadt Sydney entfernt, ist kürzlich Vater geworden und schreibt nebenher auch noch Soloalben. Für ein solches hatte er dann doch unerwartet Zeit gefunden und tritt mit „Winning Hand“ in den direkten Dialog mit seinem Publikum.

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ParkWalker

ParkWalker – Distant Phenomena

Klingt so etwa ein Spaziergang durch den Park? Die Gemächlichkeit von Momenten der Idylle inmitten der Wirren des Alltags vertonen ParkWalker, ein 2018 gegründetes Quartett aus Stuttgart und Karlsruhe, bei dem unter anderem Mitglieder von The Tidal Sleep beschäftigt sind. Man versteht sich auf Slowcore, eine besonders entspannte und melodische Form von Pop und Rock mit Indie und Emo als übergreifender Bogen, sehr international klingend und sich dennoch seiner Wurzeln bewusst. „Distant Phenomena“ ist das Debütalbum der Band.

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Aaron Lee Tasjan

Aaron Lee Tasjan – Tasjan! Tasjan! Tasjan!

Wie kann eine ganze Generation gleichzeitig so empathisch und so narzisstisch sein? Diese Frage rückt Aaron Lee Tasjan in einen selbstkritischen, autobiographischen Kontext und baut sein neues Album rundherum auf. Der Mittdreißiger aus New Albany im US-Bundesstaat Ohio tankt sich mit wachsender Begeisterung durch etablierte Schubladen und Retro-Sounds zwischen Rock, Pop, Glam und Soul. Genau das geschieht auch auf dem neuesten Werk, das nachdrücklich betitelte „Tasjan! Tasjan! Tasjan!“. Geht das als selbstbetiteltes Album durch?

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My Little White Rabbit

My Little White Rabbit – Lowest Heights

Anstatt sich vom Lockdown irre machen zu lassen, schrieben My Little White Rabbit ihr zweites Album. Das Hamburger Quintett um Sängerin Rike Pfeiffer ist nie um eine spitze Pointe verlegen und verpackt Feminismus, Kapitalismuskritik und Surrealismus in poppige Garage-Tracks mit gelegentlichen Psychedelic-Ausflügen. Bauchgefühl trifft Message mit einer gewissen Vintage-Note, ist zugleich stets fest im Hier und Jetzt verankert. Was sich unnötig kompliziert liest, lässt sich einfach zusammenfassen: „Lowest Heights“ tritt ordentlich Hinterschinken.

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Kiwi Jr.

Kiwi Jr. – Cooler Returns

Wie der Name bereits keinesfalls vermuten lässt, kommen Kiwi Jr. aus Kanada und haben mit Neuseeland herzlich wenig am Hut. Macht aber nichts, denn die Musik des Quartetts aus Toronto ist dafür gleichermaßen schmissig und bezaubernd – Indie durch und durch am Scheitelpunkt zwischen vorwitzigem Pop und Rock mit Retro-Attitüde. Nach dem Einstand „Football Money“ griff Sub Pop zu und gab der Band eine Bühne für ihre schroffe und zugleich unverschämt eingängige Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte. „Cooler Returns“ kehrt tatsächlich lässig zurück.

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NEØV

NEØV – Picture Of A Good Life

Lauter, wilder, gitarrenlastiger: Nach dem starken „Volant“ mit dazugehöriger Riesentour wollten die Gebrüder NEØV – im Studio wieder zu zweit, ein neues Live-Line-up entsteht aktuell – einiges anders machen. Dazu gehört auch ein Tapetenwechsel, denn während besagte Platte in der finnischen Einsiedelei aufgenommen wurde, ging es dieses Mal ins Hamburger Hausstudio von Clouds Hill. Die Analog-Atmosphäre und der besondere Puls der Stadt begeisterte und inspirierte Anssi und Samuli Neuvonen offenkundig, und so erreicht „Picture Of A Good Life“ stetig neue Höhen.

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Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Jugend ans Geld verloren

Schrammelnder Gitarren-Pop, knackige Parolen und philosophische Texte – da war doch mal etwas in Hamburg. Tatsächlich machen Dreimalumalpha keinen Hehl um ihre musikalischen Vorbilder. Das Trio aus der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck arbeitet frontal und doch durchdacht, schreibt dabei richtig gute Songs und dreht die Uhr mal eben um zwei bis drei Jahrzehnte zurück, ohne dabei altbacken zu wirken. Wie bitte? „Jugend ans Geld verloren“, so der Titel des Debütalbums, will keine offenen Fragen beantworten und zieht stattdessen seinen Stiefel durch.

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