Schlagwort: Indie Pop/Rock

Chris Farren

Chris Farren – Born Hot

Die schmale Gratwanderung zwischen Selbstfindung, Selbsthass und (vorgetäuschtem) Selbstbewusstsein beschäftigt Chris Farren aktuell mehr denn je. Nach dem kurzen Ausflug zu Antarctico Vespucci, dem gemeinsamen Indie-Rock-Projekt mit Jeff Rosenstock, ging es wieder zurück in Solo-Gefilde. „Born Hot“ wurde komplett in Farrens eigener Wohnung in Los Angeles aufgenommen und vermischt einmal mehr Power-Pop und Indie-Exkurse mit sympathischen Experimenten.

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City And Colour

City And Colour – A Pill For Loneliness

Vor einiger Zeit las Dallas Green von einer experimentellen Studie. Durch Zugabe eines Hormons in Tablettenform sollten Gefühle der Einsamkeit reduzieren werden. Von derlei Ambitionen hält der kanadische Enddreißiger herzlich wenig und erklärte die verschiedensten Formen des Alleineseins – gewollt wie ungewollt – zum Konzept für seine neue City And Colour-Platte. Diese kommt zu einem überaus interessanten Zeitpunkt, denn nach mehrjähriger Pause hat sich Greens eigentliche Hauptband Alexisonfire wieder zusammengefunden. Auf den Sound von „A Pill For Loneliness“ hatte das natürlich keine Auswirkungen.

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Thees Uhlmann

Thees Uhlmann – Junkies und Scientologen

Da ist er wieder, der gute Thees Uhlmann. Seit seinem zweiten Soloalbum, kurz und kompakt „#2“ betitelt, sind mehrere Jahre ins Land gezogen, unter anderem veröffentlichte er mit „Sophia, der Tod und ich“ einen grandiosen Debütroman. Demnächst schreibt er über die Hosen, denn irgendwer muss wohl. Aber die Musik, ja, neue Songs gibt es auch wieder. Uhlmann hatte bereits fertig, nahm jedoch erneut Anlauf und widmete sich ausschließlich Liedern, die ihm persönlich überaus nahe waren. Und sind. „Junkies und Scientologen“ hört man diese Aufrichtigkeit in jeder Sekunde an.

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Chastity

Chastity – Home Made Satan

Erst vergangenes Jahr ließ Brandon Williams seine wilde Meute Chastity auf die Musikwelt los. Irgendwo zwischen Shoegaze und Post-Hardcore legten die Kanadier mit „Death Lust“ eine aufwühlende und doch irgendwie eingängige Punktlandung hin. Mittlerweile ist klar: Es war „nur“ der Auftakt zu einer Trilogie aus der Perspektive eines jungen Mannes, der zu viel Zeit alleine verbringt und allmählich von Paranoia verschlungen wird. „Home Made Satan“ befasst sich mit den Themen Furcht, Jugend, Leben im Vorort und Extremismus in der westlichen Welt. Der Sound ist zunächt allerdings kaum wiederzuerkennen.

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Keine Übung

Keine Übung – Singer-Songwriter zu Pflugscharen

Musikalische Regeln sind dazu da, mit Wonne gebrochen zu werden. Jan Frisch hat hörbar Spaß daran. Der Gitarrist der Alin Coen Band wagte vor einem Jahr mit Aua Aua fragmentierte Sinnsuche zwischen Krautrock, Jazz und Liedermacherei. Bei letzterem Genre blieb er hängen und bricht dieses im Bandformat nun auf. Keine Übung ist die lauteste Singer-Songwriter-Formation der Welt und verbindet den Bruch von Hörgewohnheiten mit intellektuellem Anspruch. „Singer-Songwriter zu Pflugscharen“ entpuppt sich als kleines Glanzlicht.

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The Night Café

The Night Café – 0151

Es gibt viele gute Gründe, Hausaufgaben zu verschmähen. Ganz vorne mit dabei: eine Band gründen. Zumindest taten dies Sean, Josh, Arran und Carl aus Liverpool. Seit ein paar Jahren sind sie als The Night Café unterwegs, veröffentlichten einige spannende Singles und Kleinformate, und gelten als nächstes großes Indie-Ding. Ihr Debütalbum „0151“ vereint nun altes und neues Material auf stattlichen 63 Minuten Spielzeit. Ob das zu viel des Guten ist?

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Carnival Youth

Carnival Youth – Good Luck

Wenn es um baltische Indie-Bands geht, steht der Name Carnival Youth in der Regel weit vorne. Das Trio aus Lettland konnte sich außerhalb der Heimat eine Art Kult-Gefolge erspielen dank drei spannender Platten und ausreichenden Tour- sowie Festival-Aktivitäten am ganzen Kontinent. Für „Good Luck“ konnten sie unter anderem Grammy-Gewinner Nicolas Vernhes ans Mischpult locken, das Mastering übernahm mit Greg Calbi ein weiteres musikalisches Idol. Im vergangenen Sommer im brasilianischen Sao Paulo aufgenommen, klingt diese vierte Platte irgendwie anders, letztlich aber auch nicht.

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Sail By Summer

Sail By Summer – Casual Heaven

Etwas ältere Indie- und Alternative-Hörer erinnern sich vielleicht noch an Poor Rich Ones, Norwegens Antwort auf Radiohead. Die Band veröffentlichte zwischen 1996 und 2001 mehrere Alben, kurz danach war Schluss. Frontmann William Hut machte zunächst solo weiter, hat nun aber ein neues Projekt am Start. Gemeinsam mit dem dänischen Keyboarder Jens Kristian rief er Sail By Summer ins Leben, ein Indie-Pop/Rock-Projekt mit Synth- und Math-Schlagseite. Ihr Einstand „Casual Heaven“ könnte kaum bezaubernder und melancholischer sein.

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Young Guv

Young Guv – GUV I

Fucked Up. Yacht Club. No Warning. Ben Cook ist überall und nirgendwo, meist recht lärmend unterwegs. Wenn seine diversen Bands Pause machen, widmet sich der Kanadier seiner Solo-Spielwiese Young Guv. Dieses deutlich poppigere Projekt erinnert ein wenig an die Beatles und die Kinks oder, wenn man es eine Spur moderner mag, Oasis und Supergrass. Auf „GUV I“ widmet er sich nun sonnigen Tönen in aller Kürze.

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Imperial Teen

Imperial Teen – Now We Are Timeless

Wenn Roddy Bottum nicht gerade für Faith No More in die Tasten haut, agiert er als Frontmann von Imperial Teen, und das zuletzt eher selten. Stolze sieben Jahre sind seit dem Release von „Feel The Sound“ vergangen, ganze 23 Jahre seit dem Debütalbum. Als Indie-Pop-Institution der etwas unorthodoxen Art hat das Quartett aber nach wie vor einiges zu sagen. „Now We Are Timeless“ holt sich einen Eisberg aufs Cover und deutet einen von vielen Widersprüchen an.

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