Schlagwort: Indie Pop/Rock

Illiterate Light

Illiterate Light – Sunburned

Nach einem starken ersten Album mussten sich Illiterate Light neu motivieren. Das US-Duo um Jeff Gorman (Gesang, Gitarre und fußgesteuerter Synth-Bass) sowie Jake Cochran (Steh-Drums) landete 2019 einen Alternative-Volltreffer, tourte fleißig und wollte danach mehr. Man baute sich ein eigenes Studio, gründete ein eigenes Label und trieb den Multi-Instrumentalisten-Ansatz voran. Der Tod von Gormans Vater nach langer, schwerer Krankheit zu Beginn der Songwriting-Sessions sorgte zudem für neue Motivation. So verwundert es kaum, dass das zweite Album „Sunburned“ einen gewaltigen Sprung nach vorne markiert.

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Sam Himself

Sam Himself – Never Let Me Go

Er kommt zwar aus der Schweiz, seine musikalische DNA ist nach eigenen Angaben aber betont amerikanisch: Sam Himself zeigte sich auf seinem Einstand „Power Ballads“ von seiner düsteren Seite, wohl auch einer besonderen Zeit geschuldet. Nun folgt der Ausbruch aus der Tristesse mit einer musikalischen Frischzellenkur. Von einem Spannungsverhältnis zwischen Hoffnung und dem steten Bewusstsein ihrer Zerbrechlichkeit ist die Rede, wenn „Never Let Me Go“ den Indie-Sound eine Spur kunstvoller und synthetischer erklingen lässt, ohne dabei auf den zuvor rockigeren Charme komplett zu verzichten.

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We Are Scientists

We Are Scientists – Lobes

Die unkaputtbaren We Are Scientists scheinen mittlerweile unaufhaltsam und legen schon wieder eine neue Platte vor, ihr bereits achtes Werk. Für den „Huffy“-Nachfolger setzte man auf Altbewährtes und verschob den Fokus zugleich noch weiter in poppige Gefilde. „Lobes“ – Chris Cain und Keith Murray mögen das Wort und finden es witzig – entstand fast zur gleichen Zeit wie das erst im Oktober 2021 erschienene Werk, geht aber gänzlich andere Wege. Glitzernde Disco-Weisheiten, pumpende Hymnen und knackige Melodien rücken das kreative Duo mehr denn je in Radionähe, ohne sich dabei auch nur im Geringsten abgeschmackt zu geben.

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Jamie Beale

Jamie Beale – Hello Nimbus

Um im Lockdown nicht komplett durchzudrehen, suchte und fand Jamie Beale eine eigene Welt, bemühte Eskapismus in Zeiten der Isolation und schrieb eigene Songs. Der Versuch, stets eine halbwegs positive Einstellung zu behalten und dabei die eigene Komfortzone zu verlassen, regte letztlich seine Kreativität an. Der Brite konnte mit seinen bisherigen Singles bereits einiges an Radio-Airplay genießen und wagt sich nun an das Albumformat. „Hello Nimbus“ ist eine kleine, (noch) versteckte Perle, die sich ordentlich Aufmerksamkeit verdient hat.

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Dives

Dives – Wanna Take You There

Nach einem starken Einstand und nunmehr über 150 Konzerten strebten Dives nach Veränderungen und wollten sich vom vergleichsweise ungeschliffenen Garagen-Sound verabschieden. Stattdessen stand und steht mehr Pop auf dem Programm, so wie es Wet Leg im Frühjahr vormachten. Exakt das ist den Wienerinnen auch gelungen. „Wanna Take You There“ rückt Leichtigkeit und Lässigkeit, zweistimmige Harmonien und unaufdringliche Eingängigkeit in den Mittelpunkt, ohne dabei von nunmehr vertraut pointierten, präzisen und gerne mal unbequemen Texten und Themen abzusehen.

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Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Ich schwöre mir läuft die Zeit davon

Vor zwei Jahren sangen Dreimalumalpha gegen Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit an. Die Situation verbesserte sich seither nicht, und doch hallt „Jugend ans Geld verloren“, das mächtige Debütalbum der Innsbrucker, immer noch nach. Eine kleine Fortsetzung darf es derweilen schon sein, weiterhin im leicht schrammelnden Indie-Rock-Gewand mit pointiert hinterfragenden Texten. „Ich schwöre mir läuft die Zeit davon“ zeigt bereits im Titel, dass sich die Lage definitiv nicht gebessert hat. Die Songs sind dafür weiterhin richtig stark.

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Lehmanski

Lehmanski – Du strahlst so schön

Nach 14 langen Jahren gibt es wieder neue Musik von Lehmanski, zumindest unter diesem Namen. Weiterhin darf man diese unter keinen Umständen als Indie Rock bezeichnen, stattdessen hält das selbstgewählte Genre ‚Indieprock‘ – hier stoßen Pop und Rock zusammen – als Alternative her. Davon unabhängig präsentiert der in den letzten Jahren u. a. als Teil von Herrenmoos alles andere als untätige Musiker endlich wieder acht neue Songs mit seinem Solo-Schauplatz. „Du strahlst so schön“ funkelt hell – mal introvertiert und sachte, dann wieder extrovertiert und belebend.

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Thees Uhlmann & Band

Thees Uhlmann & Band – 100.000 Songs Live in Hamburg

Die große Album-Rückkehr vor gut drei Jahren fiel mit „Junkies und Scientologen“ mächtig aus, die dazugehörige Tour musste jedoch jäh unterbrochen werden: Thees Uhlmann hatte sich das bestimmt anders vorgestellt und spielte, sobald es ging, erste Gigs in kleiner, später wieder in kompletter Besetzung. Letzteres wurde umfassend als Doppel-CD und Dreifach-Vinyl dokumentiert, geschmückt mit alten und ganz alten Songs. „100.000 Songs Live in Hamburg“ ist ein Triumphzug mit einem bestens aufgelegten Storyteller und einer nicht minder bestechend starken Band.

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Jamie Lenman

Jamie Lenman – The Atheist

Ob mit Reuben oder solo, Jamie Lenman kennt man eher als Mann fürs Grobe, der zwar im Rock zuhause ist, der aber auch vor rasender Post-Hardcore-Explosivität keinesfalls zurückschreckt. Dabei schrieb er eigentlich immer schon, seit über zwei Jahrzehnten, deutlich ruhigere und melodischere Songs, die jedoch nie auf ein Album passten. Bis jetzt, denn nun bündelt der Brite seine hymnischen bis intimen Tracks über Religion, Beziehungen und Sozialwissenschaften auf einer Platte. „The Atheist“ schlägt ein neues Kapitel auf und zeigt den Veteranen so zugänglich, so eingängig wie nie zuvor.

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Turnover

Turnover – Myself In The Way

Bis vor nicht allzu langer Zeit spielten Turnover im Schnitt 200 Konzerte pro Jahr. Damit war jedoch Anfang 2020 Schluss, und plötzlich änderte sich der Alltag der vier Musiker, die ihre Umgebung bewusster wahrnahmen, sich neuen Berufen und Berufungen widmeten. Nebenbei arbeitete man 18 Monate lang an einem Nachfolger für „Altogether“, ließ sich alle Zeit der Welt und versuchte stets das Positive in erzwungenen Veränderungen zu sehen. „Myself In The Way“ ist Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung zu gleichen Teilen, nach wie vor unfassbar smooth und charmant, aber auch etwas weltoffener.

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