Schlagwort: Indie Pop/Rock

Olafur Mowa

Olafur Mowa – Post Internet Era

Ist das Internet tatsächlich tot? Seit geraumer Zeit grassieren Theorien, dass weite Teile des Web und der Diskussionen in sozialen Medien und Kommentarspalten von Bots geführt werden, von Unmengen an Werbung (YouTube ohne entsprechende Block-Technologie ist … eine Erfahrung) und künstlicher Intelligenz ganz zu schweigen. Olafur Mowa befasst sich auf seinem ersten Soloalbum mit der Zeit danach. Neben GiGi Blow hatte er Bock, auch mal den einen oder anderen Track ohne Partybezug zu schreiben, über Coming of Age jenseits der Teenagerzeit. Musikalisch zwischen unzähligen Genres und Epochen angesiedelt, kultiviert „Post Internet Era“ den Charme des Seins im digitalen Zeitalter.

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ACUA

ACUA – Flood My Eyes

Das Leben on tour kann eine Band verändern. Nach dem Release von „Is There More Past Or More Future“ spielten ACUA mehr als 50 Konzerte, tourten fleißig – unter anderem in Kanada, Japan und Großbritannien – und gewannen vor allem einiges an Erfahrungen. Keyboarderin und Sängerin Maja machte die Kölner zum Quartett, zudem entstand die neue Platte deutlich kollaborativer. Alle vier Musiker:innen brachten sich ein, singen sogar ab und an Leads, während zugleich dem Pop deutlich mehr Platz eingeräumt wurde. „Flood My Eyes“ traut sich in jeder Hinsicht mehr und lässt frischen Wind wehen.

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Casafungo

Casafungo – Killing Time Without Injuring Eternity

Die Lübecker Bucht ist unter Wind- und Kitesurfern sowie Stand-up-Paddlern mehr als beliebt. Ob das den Sound von Casafungo beeinflusste, ist allerdings nicht bekannt. Christopher Langkauf und Lucas Weinknecht kennen sich bereits seit mehreren Jahren aus verschiedenen Bands. Eher zufällig trafen sie bei einer Jam-Session auf die vielfach ausgezeichnete Jazz-Sängerin Ella Burkhardt, die Chemie stimmte sofort. Als Casalungo widmet man sich einer poetischen Mischung aus Indie, Dream-Pop und eben Surf Rock. „Killing Time Without Injuring Eternity“ ist das erste komplette Album des Trios aus Lübeck.

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Family Stereo

Family Stereo – The Thread

Als sich Everything But The Girl 2023 mit ihrem ersten Album seit fast 14 Jahren zurückmeldeten, war die Überraschung groß. Im Hintergrund brachte sich bereits die nächste Generation in Position: Blake Watt ist eines der Kinder der EBTG-Masterminds Tracey Thorn und Ben Watt, veröffentlicht seit 2020 diverse EPs unter dem Künstlernamen Family Stereo. Seine musikalische Identität befasst sich aber vor allem mit Folk, Singer/Songwriter und ein wenig Indie. Im Laufe der Zeit gestaltete sich Watts Songwriting nach eigenen Angaben zusehend schlichter und reduzierter, auf das Wesentliche eines Songs konzentriert. „The Thread“ ist das erste komplette Album.

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JJerome87

JJerome87 – The Canyon

Normalerweise empfindet Joe Newman eine gewisse kreative Erschöpfung, wenn ein Album seiner Band alt-J fertiggestellt wurde. Als deren jüngste Platte „The Dream“ schließlich im Kasten war, ging es aber einfach weiter. Unter dem Eindruck der Geburt seiner Tochter und dem Dasein als junger Vater begann er, diese Erfahrungen mit Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend zu neuen Geschichten zu verweben, die sich sowohl thematisch als auch musikalisch ein wenig außerhalb vertrauter Muster bewegen. Nachdem der Solo-Einstand „The Canyon“ vergangenen Dezember etwas unorthodox auf seiner Homepage zu kaufen war und als ZIP-Datei übermittelt wurde, wagt er als JJerome87 nun doch noch einen breiten Release.

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The Veils

The Veils – Fragile World

Mit kompakterem Budget auf der Haben-Seite und bewusst schwermütig ausgerichteten Streichern als Begleiter gaben sich The Veils auf „Asphodels“ so ermattend wie selten. Finn Andrews konnte mit einer Art Chamber-Music-Vision von Indie Pop Anfang 2025 durchaus überraschen. Die Antwort ließ überraschenderweise keine 18 Monate auf sich warten. Bewusst lebendiger und kraftvoller ausgerichtet, beruht „Fragile World“ auf Texten aus Andrews‘ Londoner Zeit als Kettenraucher und erkundete die dazugehörigen Arrangements und die begleitende Instrumentierung über weite Strecken erst im Studio – ein mutiger Schritt, der sich hörbar lohnt.

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Spacey Jane

Spacey Jane – Exit Wounds

Spacey Jane schwimmen weiterhin auf einer Erfolgswelle. Das vor 13 Monaten erschienene „If That Makes Sense“ erreichte erneut Platz 2 in Australien und war das meistverkaufte australische Album des Jahres. Bevor es in der Heimat auf eine große Tour gibt, setzt es – glücklicherweise international – noch ein wenig Nachschlag. Die sechs Songs der EP „Exit Wounds“ waren ebenfalls während der Album-Sessions entstanden, passten für die Band jedoch nicht zur restlichen Platte. Dass diese Tracks nicht unter Verschluss gehalten werden, ist ein absoluter Gewinn.

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New Idea Society

New Idea Society – Fire On The Hill

Die dauerbeschäftigten Mike Law (Wild Arrows) und Stephen Brodsky (Cave In, Mutoid Man) machen wieder gemeinsame Sache. Ein letztes Album von New Idea Society hat inzwischen über fünfzehn Jahre auf dem Buckel, zwischendurch erschien zumindest der eine oder andere Song. Aktuell ist man wieder rein als Duo unterwegs und konzentriert sich auf einen gewissen Minimalismus, dessen Lo-Fi-Ansatz an die Anfangstage angelehnt ist. „Fire On The Hill“ befasst sich mit Liebe und all den Formen, die sie annehmen kann – zwischen Schönheit und Schmerz, Hoffnung und Verlust.

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Broken Social Scene

Broken Social Scene – Remember The Humans

Das vielleicht bekannteste Indie-Kollektiv der Welt meldet sich zurück. Stolze neun Jahre hat „Hug Of Thunder“, das bislang letzte Album von Broken Social Scene, inzwischen auf dem Buckel. Die Welt ist seither ohne Frage eine andere, was man dem Nachfolger anhört. Für diesen tat sich Gründer Kevin Drew nach über zwei Jahrzehnten wieder mit Produzent David Newfeld zusammen, der für das Chaos der zweiten und dritten Supergroup-Platte verantwortlich war. Kurz nach dem Wiedersehen starben die Mütter der beiden in kurzer Abfolge. Auch das hinterließ ohne Fragen Spuren auf „Remember The Humans“, das die Suche nach etwas Gemeinsamen aus den Anfangstagen erneut hochleben lässt.

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White Denim

White Denim – 13

Im Grunde steuerte alles auf diese magische Nummer zu: James Petralli wurde am 13. August geboren. Es ist sein 13. Studioalbum. Die letzte Platte hieß „12“. Und doch ist die neue Platte von White Denim doch so viel mehr als ’nur‘ eine mythische Zahl. Letztlich sollte es um das Leben und die Erfahrungen Petrallis gehen, was – wie die Zahl selbst – sowohl Glück als auch Unglück, Kreativität und Chaos bedeuten kann. Entsprechend vielseitig, abwechslungsreich und gerne unvorhersehbar zeigt sich „13“, wagt sich noch weiter hinaus und fügt sich doch perfekt in den schrägen, doch stets sympathischen Reigen des bisherigen Schaffens ein.

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