Schlagwort: Indie Rock

Bill Ryder-Jones – Yawn

Es war eines dieser Alben, das man nicht so schnell vergisst, das derart komplett aus dem Nirgendwo kam und so gewaltig mitreißt, dass man es geradezu lieben musste – und muss. „West Kirby Country Primary“ zeigte Bill Ryder-Jones am bisherigen Zenit seines Schaffens. Der ehemalige Gitarrist von The Coral hatte seine Stimme endgültig gefunden, irgendwo im Spannungsfeld zwischen Singer/Songwriter und kratzbürstigen Indie-Sounds gefangen. „Yawn“ wagt sich nun noch weiter hinaus.

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Tusq – The Great Acceleration

Stolze fünf Jahre sind seit dem zweiten und bis dato letzten Tusq-Album vergangen. Die beiden Gründungsmitglieder Uli Breitbach und Timo Sauer hatten in der Zwischenzeit mit räumlicher Distanz, überaus aktiven Hauptbands und dem Austausch ihrer kompletten Rhythmusabteilung zu kämpfen. Nun geht dieses Herzensprojekt endlich weiter und somit in die ersehnte dritte Runde. Von Garage-Rock-Revival-Hausproduzent Gordon Raphael, u.a. für das Strokes-Debüt verantwortlich, aufgenommen, zeigt sich „The Great Acceleration“ fokussierter und leidenschaftlicher denn je.

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Estrons – You Say I’m Too Much, I Say You’re Not Enough

Denglisch, diese grausame Verballhornung aus Deutsch und Englisch, von kollidierenden Sprachbarrieren begleitet, kennt man aus dem Alltag. Tatsächlich gibt es ein ähnliches Phänomen auch in Wales, wo ‚Wenglish‘ zu finden ist. Estrons ist ein solcher Begriff; heißt so viel wie „Fremde“, und passt eigentlich prima zum ersten Aufeinandertreffen von Talli Kallström und Rhodi Daniel – zwei Menschen mit grundverschiedenem Musikgeschmack und entsprechend unterschiedlichen Einflüssen. Und doch konnte man sich auf einen gemeinsam Sound einigen: kratzbürstig, gitarrenlastig, der Garage entsprungen. „You Say I’m Too Much, I Say You’re Not Enough“ ist der Titel des Estrons-Debüts.

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The Holy – Daughter

The Holy – nicht gerade ein Bandname, der besonders Google-freundlich wirkt. Dahinter verbirgt sich ein junges Quintett aus Finnland, erst vor wenigen Jahren gegründet und musikalisch in schroffen bis hymnischen Alternative- und Indie-Rock-Gefilden verankert. Auf dem Debütalbum „Daughter“ verarbeitet Frontmann Eetu Henrik Iivari in groben Zügen seine Kindheit und Jugend, seinen Umgang mit Depressionen und den politischen und sozialen Faktoren, die dafür mitverantwortlich waren.

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Sluff – On Debris

Ein Charmbolzen mit Ankündigung: Bereits auf ihrer ersten EP „Constructions“ zeigten sich die Wiener von ihrer spannenden Seite. Die DIY-Platte ging als erster Vorgeschmack auf den im besten Sinne aufwühlenden Sound des Indie-Trios in Ordnung. Für das erste reguläre Album widmet man sich nun dem Drang nach Veränderungen, dem Versuch aus der chaotischen Gegenwart auszubrechen mit allen Hoffnungen und Enttäuschungen. „On Debris“ gibt sich musikalisch überaus mitreißend und tänzelt hin und wieder sogar gen Shoegaze.

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We Were Promised Jetpacks – The More I Sleep The Less I Dream

Geduld ist relativ – und für Fans von We Were Promised Jetpacks mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. 2014 tauchten die Schotten nach ihrer letzten Tour unter, hatten mit einigen Veränderungen zu kämpfen und beschlossen, ihre ganze Energie ins Songwriting zu stecken. Material für zwei Platten entstand, einiges davon wurde jedoch verworfen, weil es, so das Quartett, aus den ‚falschen Gründen‘ entstanden sei. Auf „The More I Sleep The Less I Dream“ zeigt sich – musikalisch wie textlich – eine Band, die erwachsen geworden ist und mit all den damit einhergehenden Vor- und Nachteilen zu kämpfen hat.

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Black As Chalk – Ouro

Black As Chalk sind reif für den großen Wurf. Die Göttinger bereichern seit Jahren die heimische Rockszene, die große und verdiente Explosion blieb dem Indie-Trio bis dato jedoch verwehrt. Und so geben sie sich auf ihrer mittlerweile vierten Platte noch eine Spur härter und bissiger. „Ouro“ entdecken eine neue Klangästhetik und spielten ihre Songs live ein. Dieser Mut zu Blut, Schweiß, Tränen und ungeschönter Präsentation macht sich bezahlt.

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Cub & Wolf – How To Keep Caring

Wie dreckig und verwaschen kann Folk eigentlich klingen, um noch als solcher zu gelten? Bei Cub & Wolf könnte man meinen, J Mascis höchstpersönlich hätte sich auf das relativ ruhige, beinahe poppige Genre gestürzt und sämtliche Regler nach oben gedreht. Das schwedische Duo um Mitglieder von Golden Kanine und Grant Creon stehen auf Lo-Fi-Produktionen wie auch auf 90s-Soundästhetik. „How To Keep Caring“ ist ihr bereits zweites Album.

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Matula – Schwere

FOMO – die Furcht etwas zu verpassen – diente als Leitthema für „Auf allen Festen“. Stolze vier Jahre hat das letzte Album von Matula bereits auf dem Buckel, nun gibt es endlich Nachschub. Poppige Elemente wurden reduziert, der thematische Blick auf das Leben nach der Party gerichtet. Was passiert nach dem großen Exzess? Wie geht man mit dem Kater der Gesellschaft um? „Schwere“ fasst solche Gedankengänge in zehn neuen Songs zusammen.

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The Coral – Move Through The Dawn

Sympathisch war es ja schon, dieses „Distance Inbetween“, The Corals Mini-Comeback vor mittlerweile zweieinhalb Jahren. Einzig der Fluss fehlte, die Platte wirkte eine Spur zu zerrissen und vertrackt. Sei’s drum, jetzt kümmern sich die Briten wieder um den Song an sich. Auf „Move Through The Dawn“ befassen sie sich weiterhin mit psychedelischen Klängen, jedoch ebenso mit feinen Indie-Perlen. In anderen Worten: Man wendet sich abermals den Anfängen zu.

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