Schlagwort: Jazz

King Krule

King Krule – Man Alive!

So plötzlich er wieder aufgetaucht war, so schnell verschwand King Krule kurz nach dem Release seines zweiten Albums „The Ooz“. Archy Marshalls Welt drehte sich jedoch weiter. Während den Arbeiten an neuen Songs kam die Nachricht, dass er zum ersten Mal Vater würde. Schnell ließ Marshall die fatalistische Spirale aus Depression und Alkoholexzessen hinter sich und zog aufs Land, um näher bei der Mutter seines Kindes zu sein. Entsprechend veränderten sich Ton und Fokus der nunmehr dritten Platte „Man Alive!“ auch während der Aufnahme-Sessions. Neben der gewohnten musikalischen Pluralität kollidieren die Reste der Abwärtsspirale mit neuen Alltagsbeobachtungen.

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Makaya McCraven

Gil Scott-Heron – We’re New Again – A Reimagining By Makaya McCraven

Manche Alben kann man nicht oft genug hören. „I’m New Here“ von Gil Scott-Heron ist eines davon. Der Jazz-Poet erfuhr auf seinem letzten Release zu Lebzeiten ein herzliches Willkommen im Zeitgeist und wurde von einer komplett neuen Hörergeneration entdeckt. Nur wenige Monate vor seinem Tod gab es sogar eine Remix-Version mit Jamie xx, dessen Band The xx erst den Sound dieser Platte inspirierte. Zum zehnten Geburtstag erhält dieses wunderbare Werk nicht nur eine Neuauflage mit einer eigenen Bonus-CD, unter dem Titel „We’re New Again“ spielte Jazz-Drummer und Produzent Makaya McCraven eine komplette Neuarrangierung mit jazziger Lässigkeit ein.

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TaxiWars

TaxiWars – Artificial Horizon

Seit bald drei Jahrzehnten verpassen dEUS der belgischen – und europäischen – Rock-Szene wiederholte Frischzellenkuren. Ihre letzte Platte hat zwar bereits sieben Jahre auf dem Buckel, die Veteranen machen aber noch weiter. Frontmann Tom Barmans zweite große Liebe gilt allerdings dem Jazz, TaxiWars ist die dazugehörige Spielwiese. Lässige Grooves, coole Jazz-Standards, 80s-HipHop-Beats und gut durchdachte Lyrics begleiten das Unterfangen. „Artificial Horizon“ ist bereits das zweite Studioalbum.

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Ben Barritt

Ben Barritt – Everybody’s Welcome

Wie funktioniert klassischer Singer/Songwriter-Sound anno 2019 eigentlich? Dieser Frage geht Ben Barritt mit wachsender Begeisterung nach. Der in London geborene Wahl-Berliner spielte in der Royal Albert Hall, arbeitete mit Kenny Wheeler und Bobby McFerrin, und tourte durch Europa und Asien. Reich an Eindrücken und Ideen, gestaltet sich „Everybody’s Welcome“ als musikalisches und gesellschaftspolitisches Motto. Auf Platte geht es betont bunt und ungewöhnlich vor sich.

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Katu Kaiku

Katu Kaiku – Luna

Jazz aus Finnland – warum eigentlich nicht? Zumindest in deutschsprachigen Gefilden sind Katu Kaiku ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt. Das Trio debütierte mit wildem Free Jazz, deutlich von seiner Street-Performing-Vergangenheit beeinflusst. Nun bei Svart unter Vertrag, geht es deutlich moderner und bunter, ja sogar verhalten poppig und progressiv zur Sache. „Luna“ entwickelt sich im besten Sinn zur Grenzerfahrung.

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Ryley Walker – The Lillywhite Sessions

Der überaus umtriebige Ryley Walker ist um keine schräge Ideen verlegen. Nur ein halbes Jahr nach seinem bis dato letzten regulären Album „Deafman Glance“ widmet er sich… der Dave Matthews Band? Wobei, auch das ist nur halb richtig, denn eigentlich befasst sich Walker mit einem Bootleg, den legendären „The Lillywhite Sessions“. Dieses populäre Bootleg aus Filesharing-Tagen, ursprünglich vor dem Top-Seller „Everyday“ aufgenommen, später verworfen und schließlich als Neuaufnahme unter dem Namen „Busted Stuff“ veröffentlicht, wird nun durch einen überraschend jazzigen Fleischwolf gedreht.

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King Krule – The Ooz

Gute Musik braucht manchmal ein wenig Zeit, um sich zu behaupten, gerade wenn sie sich hinter schwierigen Klang-Fassaden versteckt. Aktuell gilt das für keinen zweiten Künstler so sehr wie für King Krule. Archy Marshall, der junge Rotschopf mit der unwahrscheinlich tiefen Stimme, hat sein erstes Pseudonym für ein zweites Album wiederbelebt. Auf „The Ooz“ stolpert der Brite 66 Minuten lang durch Jazz, TripHop, Indie und unzählige weitere Klangcollagen.

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Nils Wülker – On

Um HipHop zu verstehen, hieß es einst, müsse man Jazz erst kapieren. Diese Ansicht ist längst überholt, wirft jedoch ein interessantes Licht auf die neue Platte von Nils Wülker. Der Jazz-Trompeter fand sein letztes Album „Up“ eine Spur zu poppig und tat sich mit dem Produzententeam The Krauts zusammen, das unter anderem hinter den Erfolgsalben von Peter Fox und Miss Platnum steckt. So entstand „On“, die musikalische Union von Jazz und etwas moderneren, urbanen Klängen.

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Emily Millard – By Heron & By Season

Als Miss Emily Brown setzte sie jahrelang musikalische Glanzlichter, nun veröffentlicht Emily Millard unter ihrem bürgerlichen Namen kunstvolle Art-Folk-Songs, die irgendwo zwischen Singer/Songwriter und Jazz tummeln. Die Dame aus Montreal ist hierzulande zwar bestenfalls ein Geheimtipp, hat sich aber offene Ohren verdient. Mit etwas Verzögerung erscheint ihr neues Album „By Heron & By Season“ nun auch in Deutschland.

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Laura Mvula – The Dreaming Room

Gleich mit ihrem Debütalbum „Sing Me To The Moon“ erreichte Laura Mvula vor drei Jahren die britischen Top 10. Ihre ganz besondere, im Positiven eigentümliche Mischung aus Soul, Jazz und einem Hauch von Bon Iver’scher Kammermusik machte sie zum Kritikerliebling. Wenig später nahm sie die Platte sogar mit einem Orchester neu auf. Nun folgt der nächste Entwicklungsschritt: „The Dreaming Room“ setzt auf vertraute Klänge, bemüht sich aber ebenso um frische Akzente und hat so manch unerwarteten Unterstützer an Bord.

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