Schlagwort: Psychedelic Rock

Papir

Papir – 7

Auf ihren bisherigen Alben loteten Papir die Grenzen von Kraut, Psych und Prog aus. Ihre rein instrumentale Kunst, gerne mit etwas Jazz versehen, verzichtet allerdings auf ausladende technische Wirbelstürme und bemüht sich stattdessen um den Fluss der Dinge. Diesen stellen die Dänen nun erst recht in den Mittelpunkt, denn „7“ – erstmals keine römische Ziffer – packt sämtliche Pedale weg und sucht stattdessen nach der gemächlichen Eitelkeit der Dinge. In anderen Worten: Betörender, tiefenentspannter Ambient-Sound hält Einzug.

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Kosmodome

Kosmodome – Kosmodome

Von der Riff-Brigade zur großen Prog-Hoffnung: Kosmodome um die beiden norwegischen Brüder Sturle und Severin Sandvik gelten als neue Hotshots im psychedelisch veranlagten, von den 60er Jahren geprägten Subset der ausladenden Gitarrenmusik. Obendrauf setzt es Stoner- und Alternative-Ansätze für ein wenig moderne Würze, dazu Texte über Vielfalt und Außenseiter. Das erste Album heißt ebenfalls „Kosmodome“ und bemüht sich um starkes Storytelling, gepaart mit Atmosphäre. Ob dieses Selbstbewusstsein auch musikalisch umgesetzt werden kann?

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Daily Thompson

Daily Thompson – God Of Spinoza

Mund abwischen, weitermachen: Im Sommer 2020 veröffentlichten Daily Thompson das mächtige „Oumuamua“, bloß mit der dazugehörigen Tour wollte es nicht so recht klappen. Also nahm man die angestaute Energie einfach mit in den Proberaum und spielte weiter. Die drei Dortmunder wollten vor allem nicht auf der Stelle treten. War die letzte Platte über weite Strecken noch heavy wie Sau, ist davon jetzt etwas weniger zu hören. „God Of Spinoza“ setzt zwar weiterhin auf spacige Psych-Ideen, holt sich aber zusätzlich lässig abgehangenen 90s-Alternative-Rock ins Boot. Und das funktioniert hervorragend.

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Closet Disco Queen

Closet Disco Queen – Stadium Rock For Punk Bums

Ein zweites Mal wirbeln Closet Disco Queen heuer Staub auf, nun in der Originalbesetzung, wenn man so will. Nach der grandiosen Dexter-Platte mit der Begleitband The Flying Raclettes gibt es konventionelle Kost, die alles andere als konventionell ist. Bereits zu Jahresbeginn spielten Luc Hess und Jona Nido eine kleine Residency und nahmen drei Tracks auf, live und ungeschnitten. Später, im Studio, entstand der Bock auf unzählige Spuren und möglichst dicken Sound, noch dazu betont voluminös abgemischt. Stadionrock war die Referenz, freilich im Kontext des sympathisch sperrigen Duos. „Stadium Rock For Punk Bums“ tankt sich durch die Versorgungsgänge unter der Arena.

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Weedpecker

Weedpecker – IV: The Stream Of Forgotten Thoughts

Eine Ende kann manchmal auch ein Anfang sein. Diesen abgelutschen Sinnspruch verdeutlichen Weedpecker. Nach dem Release von „III“ verabschiedeten sich drei langgediente Mitglieder und Piotr Dobry musste die Band neu aufstellen. Was sich bei einer ersten kurzen Tour im Jahr 2019 bereits angedeutet hatte, wird nun deutlich: Das Quartett nutzt den Neustart gleich für kleinflächige Veränderungen. Statt der doppelten Lead-Gitarre wurde nun ein Keyboard fest im Line-up verankert, zudem konzentriert sich „IV: The Stream Of Forgotten Thoughts“ fast ausschließlich auf Psychedelic-Klänge, lässt Stoner- und Fuzz-Elemente weitestgehend in den Hintergrund wandern.

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Closet Disco Queen & The Flying Raclettes

Closet Disco Queen & The Flying Raclettes – Omelette Du Fromage

Coilguns spielen nicht nur patenten Noise-Math, ihre Nebenprojekte sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Hinter Closet Disco Queen stecken Luc Hess und Jona Nido, die 2014 nach eigenen Angaben als talentfreie Version von The Mars Volta durchstarten wollten. Mit der Talentfreiheit ‚klappte‘ es zwar nicht, dafür setzte es mehrere kurzweilige Platten. Für „Omelette Du Fromage“, eine knuffige Verneigung vor „Dexters Labor“, holte man sich The Flying Raclettes – Kevin Galland, der selbst bei Coilguns spielt, sowie der diplomierte Jazz-Bassist Chadi Messmer – ins Boot für endlose, treibende und kraftvolle Psych-, Prog-, Post- und Punk-Energieleistungen.

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Zement

Zement – Rohstoff

Nach all den Jahren und Jahrzehnten bleibt die Faszination für Krautrock ungebrochen. Neue Generationen entdecken den motorisch-experimentellen Sound am Tellerrand von Psychedelic, Prog, Electro und x-weiteren Genres mit Jam-Schlagseite. Zu den krautigen Königen der Gegenwart zählen Zement. Das Duo entstammt eigentlich der DIY-Punk-Szene Würzburgs, bevor man sich auf bislang zwei Platten den langen, durchaus technoiden Visionen von Kraftwerk und Neu! zuwandte. Auf „Rohstoff“ intensivieren Christian Büdel und Philipp Hager ihre rein instrumentalen Exkurse nun gekonnt.

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Twisk

Twisk – Intimate Polity

Minimalismus kann ganze Räume füllen. Anders lässt sich der eigentümliche, faszinierende Sound von Twisk nicht erklären. Das Hamburger Trio bewegt sich mit seiner Interpretation von Gitarrenmusik unter anderem zwischen den Eckpfeilern Math, Psychedelic, Indie und Art, um das Klangbild ungefähr zu umreißen. Ihr erstes Album nahmen sie an einem Wochenende live im Studio ein, einzig der Gesang wurde durch Overdubs nachgereicht. Entsprechend spontan wirkt „Intimate Polity“ bei aller Präzision.

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Motorpsycho

Motorpsycho – Kingdom Of Oblivion

Vor der Trilogie ist nach der Trilogie, finden Motorpsycho, und kündigen nach ihren Gullvåg-Jahren eine Rückkehr zu den rifflastigen Psychedelic-Klängen früherer Tage an. Natürlich ist diese Meldung mit einem kleinen Sternchen versehen, denn die Norweger blicken gleichzeitig nach vorne und wollen außerdem Neuland ansteuern. Tatsächlich begann „Kingdom Of Oblivion“ als Hard-Rock-Album mit Rückkehr zu alter Heavyness, nahm über die Wochen und Monate jedoch immer mehr leichtfüßigere Elemente auf.

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XIXA

XIXA – Genesis

Lateinamerikanische Klänge, Gitarren mit Desert-Note und metaphysische bis psychedelische Zwischentöne begleiten den Klangkosmos von XIXA. Das Sextett aus Tucson in Arizona borgt seinen Namen von Chicha, eine peruanische Musikform, die Anden-Rhythmik und kolumbianischen Cumbia mit Rock vermengt. Was für sich bereits spannend anmutet, erhält bei der US-Band noch einen Überzug aus Indie, Psych, Desert, Goth und Western-Soundtrack – wie deutlich kompaktere, direktere Khruangbin, stark vereinfacht gesagt. „Genesis“ befasst sich zudem mit der Mystik ihrer Heimat im amerikanischen Südwesten.

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