Schlagwort: Singer/Songwriter

Lisa Wanloo

Lisa Wanloo – Shadows

Drei Songs vor drei Jahren, so machte Lisa Wanloo 2018 erstmals auf sich aufmerksam. Die junge schwedische Singer/Songwriterin aus Hönö in den Göteborger Schären führt eine lebenslange Liebesbeziehung zu Grunge und kultiviert diese mit reduziert instrumentierten Methoden. Zuletzt ging Wanloo durch eine Zeit der Einkehr und der Klarheit, die sich nun, so lässt man verlautbaren, in einer Art sinnlicher Dunkelheit äußert, angelehnt an die etwas düstere Singer/Songwriter- und Americana-Kunst von Sharon Van Etten oder Angel Olsen. „Shadows“ wagt sich erstmals an die Albumlänge.

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Courtney Barnett

Courtney Barnett – Things Take Time, Take Time

Nach dem Ende der letzten Tour zu „Tell Me How You Really Feel“ schrieb Courtney Barnett eine Zeit lang nur wütende Songs. Sie war sauer, mit sich selbst nicht im Reinen, musste sich erst wieder durch ein paar Solo-Shows freispielen. Plötzlich kam die positive Energie zurück, auch in der langen Periode des Alleinseins in den eigenen vier Wänden, und legte den Grundstein für eine deutlich offenere Platte. „Things Take Time, Take Time“ bemüht sich um noch mehr Ehrlichkeit und entfernt sich zugleich musikalisch vom Vorgänger, zurück zu den lockeren Strukturen ihrer ersten Alben.

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Lionlimb

Lionlimb – Spiral Groove

Von der Backing-Band zum Hauptact: Lionlimb begannen als Unterstützung von Angel Olsen und sind mittlerweile eine komplett eigenständige Entität, im Grunde das Baby von Singer/Songwriter Stewart Bronaugh. Dieser schrieb seine neuen Songs vor dem Ausbruch der einschneidenden Pandemie, als er sich von einer Nackenoperation erholte. Geschichten von Sucht und Nüchternheit, von Sterblichkeit und der großen Liebe begleiten ein herrlich organisch instrumentiertes Werk, so kunterbunt und nostalgisch wie es kraftvoll im Hier und Jetzt verankert ist. „Spiral Groove“ hievt Lionlimb auf ein neues Level.

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Admiral Fallow

Admiral Fallow – The Idea Of You

Fast wollte man meinen, Admiral Fallow wären in den letzten Jahren ein wenig von der Bildfläche verschwunden gewesen. Ihr letztes reguläres Studioalbum erschien 2015, zuletzt gab es unter anderem Nebenprojekte sowie den Soundtrack zu Gareth Williams‘ Oper „Navigate The Blood“, die im November 2018 durch Schottland tourte. Kurz danach entstanden weite Teile von „The Idea Of You“, eine Platte über Wachstum und Aufblühen, fast schon sorglos und euphorisch wirkend, bevor alles den sprichwörtlichen Bach runterging. Eine andere Zeit scheint zu grüßen.

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Ian Miles

Ian Miles – Degradation, Death, Decay

Es dauerte ein wenig, bis sich Ian Miles durchringen konnte, sein Solomaterial zu veröffentlichen. Dabei schreibt der Creeper-Songwriter bereits seit seinem 15. Lebensjahr eigene Songs, die er immer wieder einmal aus dem Ärmel schüttelt. Nun setzt es für Miles also gleich ein komplettes Album, das bereits 2018 aufgenommen wurde, doch letztlich fand er genug Selbstbewusstsein, um das alleine im eiskalten Gästezimmer eingespielte Material – gesungen wurde beispielsweise nur, wenn seine Frau außer Haus war – zu veröffentlichen. „Degradation, Death, Decay“ verpackt kunstvolle Horror-Texte in ruhige, bewegende Arrangements.

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Noah Gundersen

Noah Gundersen – A Pillar Of Salt

2009 zog Noah Gundersen, gerade einmal 20 Jahre alt, aus der Kleinstadt nach Seattle. In der damaligen Künstlerstadt, wo immer noch ein Hauch von Grunge durch die Luft wehte, hatte er das Gefühl, alles erreichen zu können. Nach und nach verschwand die Kultur der Stadt, wurde von großen Tech-Konzernen verdrängt. Als Corona schließlich alles Bars schließen ließ, verabschiedete sich auch der Singer/Songwriter aus seiner einstigen kreativen Heimat. Und doch vermisst er Seattle bzw. die Erinnerung an die einstige Größe. „A Pillar Of Salt“ blickt mit einer gewissen Wehmut zurück.

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Laura Jane Grace

Laura Jane Grace – At War With The Silverfish

Überraschungen von Laura Jane Grace sind stets willkommen. Auf diese unkonventionelle Weise tauchte bereits ihre erste echte Soloplatte mit Tracks, die ursprünglich für Against Me! gedacht waren, auf dem Radar auf. Nun legt sie mit einer EP nach, teils in ihrem eigenen Studio in Chicago, teils in St. Louis aufgenommen und von Devouring Mothers-Kollege Marc Hudson abgemischt. In sieben Kapiteln wandelt „At War With The Silverfish“ auf dem oftmals schmalen Grat zwischen Selbstzweifel und Selbstwertgefühl. Und das mit etwas mehr Strom als zuletzt.

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José González

José González – Local Valley

Endlich ist es wieder an der Zeit für ein neues Soloalbum von José González – ein Satz, der gefühlt jede Besprechung seines Werks einleiten kann, vergeht doch stets einiges an Zeit zwischen seinen Platten. „Vestiges & Claws“ hat bereits sechseinhalb Jahre auf dem Buckel, klingt aber nach wie vor zeitlos. Das ist die Kunst eines Musikers, der die legendäre Londoner Royal Albert Hall ausverkaufen konnte, drei komplette Jahre nach seinem letzten Release. „Local Valley“ widmet sich abermals großen Themen im akustischen Gewand, wird zur wichtigen Stimme für Hoffnung und Gerechtigkeit in schwierigen Tagen.

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Slow Leaves

Slow Leaves – Holiday

Der Ausbruch aus dem eigenen thematischen Mikrokosmos entwickelte sich für Grant Davidson zum Motor für neue Höchstleistungen. Als Slow Leaves widmete sich der kanadische Singer/Songwriter auf den letzten Platten vor allem Variationen des Themas Ehrlichkeit, fühlte sich nach einer Zeit jedoch leer und suchte sogar nach einem neuen Job. Das gestaltete sich während der Pandemie nicht so einfach, also nahm er einfach zum Spaß neue Musik auf, komplett ohne den bisherigen Zwang, erneut ein persönliches Thema zu verarbeiten. Daraus entstand „Holiday“, das nach einer kräftigen Verschiebung endlich zur Landung ansetzt.

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Burkini Beach

Burkini Beach – Best Western

Nach umfassenden Produzentenjahren kehrt Rudi Maier zurück zum Solo-Glück. Als Burkini Beach veröffentlichte er bereits 2017 eine kurzweilige Sammlung kleiner Songperlen zwischen Euphorie und Nachdenklichkeit, stets suchend und doch der Versuchung nahe. Die Musik ist in den letzten Jahren nur gewachsen, klingt deutlich größer und voluminöser. Von Sir Simon produziert, für dessen gleichzeitig erscheinende Platte wiederum Maier an den Regeln saß, landet „Best Western“ mit Gefühl, Spielwitz und Beinahe-Rauscherfahrung.

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