Carousel Kings – Plus Ultra

Carousel Kings
(c) Victory Records

Carousel Kings sind die Arbeitstiere unter den US-Pop-Punk-Bands. Das Quartett aus Lancaster, Pennsylvania widmet sich seit mittlerweile zehn Jahren dem konstanten Album-Tour-Rhythmus und veröffentlicht mit schöner Regelmäßigkeit neue Musik. „Plus Ultra“ spricht für dieses Verlangen, immer weiter zu ziehen und immer mehr erreichen zu wollen. Mit insgesamt neun Gästen und schmissigen, kurzweiligen Tracks sollte auch genau das gelingen.

Das Crossover- und Radio-Potenzial dieser Platte lässt sich nicht überhören. Ein „Lock Meowt“ steuert souverän auf seinen unverschämt eingängigen Refrain zu, der mit dicken Harmonien und einem Hauch von Kitsch sofort hängen bleibt. Das fette Gast-Solo von Charles Caswell verpasst dem Track eine dezente Sum 41-Schlagseite. „Code Breaker (Smile)“, ein weiterer Vorbote, verbindet Radiofreundlichkeit mit hibbeligen Strophen und durchaus bissigen Punk-Exkursen. Dazu gesellt sich smarter 80s-Pop – ungewohnt aber kurzweilig.

Einzig in den ruhigeren Momenten tun sich Carousel Kings schwer. „Shelter“ ist eine unwahrscheinlich blasse Ballade mit mauen Synths und Beats geworden, während die auf Radio getrimmten „Jamais Vu“ und „Great White Buffalo“ den nötigen Biss vermissen lässt. Wie es geht, zeigt „Move Slow“, der erste Track der Bandgeschichte mit Frauengesang. Lexxe verleiht dem ohnehin bereits guten Song zusätzlichen Tiefgang. In „Truth Seekers“ kotzt sich Matt Van Rossem von GutterLIFE aus und gibt dem ansonsten recht eingängigen Track ordentlich Druck mit auf dem Weg. Das von Spencer Charnis (Ice Nine Kills) unterstützte „Shellshocked“ überrascht hingegen mit klassischen Rock-Vibes.

„Plus Ultra“ bleibt ein wenig hinter den Möglichkeiten zurück, was vor allem an den Ausflügen in radiotaugliche Gefilde liegt. Viele Köche, wenig Brei und etwas zu viel Fokus auf Pop bekommen Carousel Kings nur bedingt gut, auch wenn es rundherum gewohnt starke Kost und kleine Hits setzt. Unterm Strich bleibt ein gutes Album mit einigen Überraschungen, packenden Melodien und leicht überambitionierten Ansätzen. Mit gezieltem Einsatz der Skip-Taste ergibt sich dennoch ein mehr als kurzweiliges Werk.

Wertung: 3,5/5

Erhältlich ab: 31.05.2019
Erhältlich über: Victory Records (Soulfood Music)

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