Sweatmaster – More!

2011 hatten Sweatmaster genug. Nach vier mächtigen Alben verabschiedeten sich die finnischen Garage-Rock-Meister erst einmal, hatten genug von ihrem verschwitzten Sound. Später folgte noch ein kleiner Neustart als Little Boots mit mehr Hard Rock, der sich ebenfalls verlief. Vor ein paar Jahren gab es dann doch wieder erste Konzerte, dann entstanden erste Songs, und nun steht tatsächlich das erste Album seit über 15 Jahren in den Startlöchern. „More!“ klingt letztlich, als hätte es diese Auszeit nie gegeben, und das entpuppt sich als verdammt fantastische Angelegenheit.
14 Songs in unter 40 Minuten sprechen eine deutliche Sprache: Hier möchte jemand keine Zeit verlieren und hat obendrein einiges aufzuholen. Den Auftakt macht „Dirty Water“ und geht mit Bock nach vorne. Sasu Mykkänen bringt nach wie vor ordentlich Leidenschaft in jede Zeile und gibt den quengeligen Anfeurer, Matti Kallio verkloppt das Kit mit wachsender Begeisterung und Mikko Luukko spuckt Riffs am laufenden Band aus – nicht zu schnell, nicht zu langsam, immer bärenstark. Danach bietet „Destroyer“ tatsächlich so etwas wie Zerstörungswut, erhöht die Schlagzahl sukzessive und brennt sich direkt ein. Ordentlich Dreck, Drive und Schweiß finden zusammen.
Je länger das Album dauert, desto stärker werden Sweatmaster. Da wäre beispielsweise „Spring That Never Ends“ mit seinen gedoppelten Vocals und der rotzigen Lead-Gitarre, die mehr als nur Staub aufwirbelt, oder die mit Finsternis flirtende Melodie-Granate „Tail Down“, die erstaunlich verrucht ausfällt. Hier zeigen sich die Finnen vor allem musikalisch von ihrer besten Seite und fackeln ein gemächliches, eindringliches Feuerwerk ab. Rundherum wird es schnell und aggressiv, wie in den Punkern „Police Bastard“ und „All Right, All Night“, die Turbonegro-Flair bieten, oder dem klassisch angehauchten „Sad Song Man“, das mit massiver Wucht zulangt.
Sie mögen vielleicht keine Dämonen (mehr) sein, lieben den Rock’n’Roll aber nach wie vor. Dieses schnörkellose Comeback-Album bietet vollen Dienst am Fan und zeigt zugleich eine Band, die sich mit aller gebotener Vehemenz freispielt. Sweatmaster besinnen sich auf alte Garage-Rock-Qualitäten, ohne Wenn und Aber, spucken mächtige Riffs am laufenden Band aus, können auch Midtempo und kleinere melodische Exkurse richtig gut, nur um im nächsten Moment beherzt zuzulangen. „More!“, das möchte man nach dieser Platte tatsächlich, wieder und wieder. So meldet man sich eindrucksvoll zurück.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 30.01.2026
Erhältlich über: Svart Records (SPV)
Facebook: www.facebook.com/sweatmaster
