The Sophs – GOLDSTAR

The Sophs
(c) Eric Daniels

Sechs junge Menschen aus Los Angeles und ein Demotape – so oder so ähnlich begann es einst für The Sophs, die ihre ersten Songs direkt an diverse Lieblingslabels schickten. Bereits am nächsten Tag bekamen sie Antwort von Rough Trade Records, der Rest ist sympathische Geschichte. Seit letztem Sommer erscheinen bereits ein paar Songs hier und da, nun steht das vielschichtige erste Album in den Startlöchern. „GOLDSTAR“ sehnt sich nach Anerkennung und fragt sich zugleich, ob man denn das Richtige tatsächlich aus den richtigen Gründen tut.

Während derlei elementare Fragen noch im Hinterstübchen rotieren, reißen The Sophs ihren recht abwechslungsreichen Sound an, der ganz viel Bauchgefühl mitbringt. Wie sich das eröffnende „THE DOG DIES IN THE END“ von folkigen Klängen über Pop Punk in Richtung Alternative hangelt, macht beispielsweise richtig viel Laune, bringt ein wenig Dreck mit und lässt ein überdrehtes Gitarrensolo alles überstrahlen. So großspurig gibt sich der anschließende Titelsong „GOLDSTAR“ keinesfalls, macht mit hohem Tempo, schrammelnden Gitarren und einer feinen Prise Latin sowie Britpop ebenso alles richtig. Passt das zusammen? Absolut egal.

An anderer Stelle erinnert „SWEETIEPIE“ an den unwiderstehlichen, leicht schrägen Drive von Bright Eyes, Oberst’sche Gesangsmagie inklusive, und wackelt ganz bedrohlich im Stehen. „SWEAT“ fällt hingegen tatsächlich verschwitzt aus, lehnt sich so weit wie menschenmöglich zurück und lässt den Tag vorüberziehen. Das selbst für The Sophs experimentelle „They Told Me Jump, I Said How High“ mimt hingegen den konstanten Bewusstseinsstrom und verbindet ein Übermaß hektischer Silben mit abgehangenem Bart-Rock à la ZZ Top. Darf es noch ein wenig mehr sein? Das große, aufbrausende und doch sich wiederholt selbst einbremsende Indie-Drama „BLITZED AGAIN“ betäubt sämtliche Sinne.

Ohne Zweifel haben The Sophs das, was man gemeinhin einen ‚eigenen Sound‘ nennt. Das Anything-Goes-Prinzip nimmt zehn abwechslungsreiche wie unvorhersehbare Kapitel lang das Heft fest in die Hand und scheint sich zugleich überall und nirgendwo auszutoben. Feine Indie-Pop-Visionen treffen auf Garage Rock der alten Schule, bevor psychedelisch angehauchte Synthetik dem Blues die Stirn bietet, nur um an anderer Stelle dreckige Gitarren und folkigen Pop Punk zu bemühen. „GOLDSTAR“ hat all das, noch viel mehr, und findet doch prima zusammen. Dass hier die Einzelteile zumindest halbwegs ineinandergreifen, ist die eigentliche Überraschung einer packenden, leicht konfusen und doch stets unterhaltsamen Platte. Keine Frage, The Sophs sind ein Happening, auf das man sich liebend gerne einlässt.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 13.03.2026
Erhältlich über: Rough Trade Records / Beggars Group (Indigo)

Website: thesophs.com
Facebook: www.facebook.com/sophsesque