Schlagwort: Alternative Rock

Fake Names

Fake Names – Punk Ruins

Fake Names hätten sich problemlos auf den Lorbeeren ihrer früheren und aktuellen Bands (u. a. Bad Religion, Refused, Minor Threat) ausruhen können, schreiben aber viel lieber mitreißende Songs, die weit über den gemeinsamen Hintergrund hinausgehen. Wie schon beim selbstbetitelten Einstand ging es – dieses Mal gemeinsam mit Neo-Drummer Mario Rubalcaba (u. a. Rocket From The Crypt, Off!) nach Chicago in die Electrical Audio Studios, wo binnen fünf Tagen zwölf Songs fertiggestellt wurden. Ursprünglich als Demos gedacht, stimmten Qualität und Dringlichkeit aber sofort. Das Ergebnis landet nun als „Punk Ruins“ und lehnt sich musikalisch noch ein klein wenig weiter aus dem Fenster.

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Niis

Niis – Play Niis

Die Zeit für Nettigkeiten … ist genau jetzt. Niis (‚Nice‘ ausgesprochen) aus Kalifornien melden sich mit neuem Material zurück. Anfang 2020 gegründet, veröffentlichte das Kern-Duo um Sängerin Mimi Doe und Gitarrist Ryan McGuffin in weiterer Folge ein Album sowie diverse Singles und Kleinformate. Mittlerweile mischt eine komplette Rhythmusabteilung in Form von Bassistin Isabella de Vroede und Drummer Jonathan Salvo mit, zudem steht man bei Rise Records unter Vertrag. Dort landet nun die neueste EP „Play Niis“, die sich mit sozialer Monotonie auseinandersetzt und dafür plädiert, wieder mehr auf sich selbst und auf Dinge, die Freude bereiten, zu achten.

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Fontaines D.C.

Fontaines D.C. – Dopamine Chamber

Das konstante Entdecken, Erreichen und Erforschen neuer Klangräume begleitet Fontaines D.C. seit den Anfängen. Von den Post-Punk-Wurzeln blieb bei den Iren herzlich wenig übrig, das zeigte sich zuletzt bereits auf dem herrlich poppig-experimentellen „Romance“. Auch der neue Longplayer beschäftigt sich mit der Frage nach Zugehörigkeit, dreht sich allerdings um Flucht und Eskapismus. Dabei landet das Quintett in Hedonismus, Fantasiewelten und digitaler Reizüberflutung, dreht den Optimismus auf Sparflamme und fährt elektronische Einflüsse, Pop-Chic, 80s-Warnleuchten und schillernden Alternative nach oben. „Dopamine Chamber“ will als ‚Warnung vor einer drohenden Katastrophe‘ verstanden werden.

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Itchy

Itchy – Happy Little Accidents

Die Meister punkiger Beständigkeit schlagen wieder zu: Natürlich hätten es sich Itchy einfach machen können, so ein kleines Best of zum 25. Geburtstag wäre keine große Sache und mehr als verständlich gewesen. Gut drei Jahre nach „Dive“, dem zweiten Top-10-Album der illustren Bandgeschichte, wollte man das Jubiläum aber ohne übermäßige Melancholie begehen. Stattdessen nahm man das nunmehr zehnte Studioalbum auf, das sich ums Weitermachen dreht. „Happy Little Accidents“ ist eine kleine Bestandsaufnahme des Älterwerdens und will sich nicht mit einer immer schlechter werdenden Welt abfinden, auch wenn das Ankämpfen dagegen keineswegs leichter wird.

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PÆRISH

PÆRISH – Rita

Die Zeit verändert so ziemlich alles, auch die eigene Kreativität. PÆRISH stellen fest, dass der Ideenreichtum mit zunehmendem Alter schwindet. Dabei ist gerade die Verbindung zur eigenen Kindheit und Jugend als Künstler überaus wichtig, wie Sänger und Gitarrist Mathias Court betont. Auf ihrem neuesten Streich setzen sich die Franzosen intensiv mit eigenen Erinnerungen auseinander, von Urlauben an der Küste bis hin zu ersten musikalischen Schritten, ringen aber auch mit erwachsenen Themen, von toxischen Beziehungen bis zur Angst vor dem Kreativitätsverlust. Zugleich denkt „Rita“ den eigenen Sound weiter und holt mehr Heavyness in den Gaze-Mix.

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Jordan Galland

Jordan Galland – No Rockstars

Jordan Gallands Tage müssen wesentlich mehr als 24 Stunden haben. Anders lässt sich sein mächtiger Output nicht erklären. Als Regisseur und Drehbuchautor wirkte er unter anderem an „Rosencrantz and Guildenstern Are Undead“, „Alter Ego“ und „Ava’s Possession“ mit, arbeitete an verschiedensten Soundtracks, spielte Piano für Mark Ronson, schrieb Songs mit Daniel Merriweather, war Teil von Dopo Yume und Domino, und ist obendrein Vater eines Schulkinds. Ganz nebenher veröffentlicht er immer wieder Musik, wobei „No Rockstars“ sein erstes Album in kompletter Eigenregie ist – und zugleich nur die erste von zwei Platten, die gleichzeitig entstanden.

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Bodega

Bodega – All Inside Aquarium

Kein Platz für Post Punk: Wiewohl dieser Ausdruck ursprünglich zu Bodega passte, distanziert sich das New Yorker Quintett nun explizit von diesem Begriff. Geht es nach Sänger und Gitarrist Ben Hozie, hat man sich inzwischen weiter denn je davon entfernt. Entwickelte sich bereits der Vorgänger „Our Brand Could Be Yr Life“, seines Zeichens eine Neuaufnahme einer Prä-Bodega-Platte, musikalisch in eine deutlich rockigere Richtung, so wird nun die bewusste Zuwendung zu melodischeren Songs gefeiert, die vielfältig, abwechslungsreich und kantiger ausfallen dürfen. „All Inside Aquarium“ breitet seine Schwingen gar lässig aus.

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Tramhaus

Tramhaus – Blister

Ihr erstes Album war nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch für ausgiebige Live-Aktivitäten. Nach einer Serie von Singles rannten Tramhaus vor ziemlich genau zwei Jahren mit „The Last Exit“ offene Türen ein und spielten im Anschluss 125 Konzerte in 22 Ländern binnen einem Jahr. Es ging durch ganz Europa, nach Japan und in die USA, auf Festival-Bühnen (u. a. Primavera und Sziget) ebenso wie in weniger besuchte Länder, darunter Moldawien und Kosovo. Nebenher entstanden erste Skizzen für eine neue Platte, später im GAM Studio in vertrauter Ardennen-Umgebung komplettiert. „Blister“ erscheint nun in einer internationalen Kooperation bei gleich sechs unterschiedlichen Labels, im GSA-Raum bei Siluh.

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Dexter And The Moonrocks

Dexter And The Moonrocks – Friends That I Don’t Like

Manchmal geht einem einfach alles auf: Dexter And The Moonrocks gelang im Frühjahr mit „Freakin‘ Out“ ein viraler Hit – mehr als 200 Millionen Streams, Platz 33 in den USA und Platin-Auszeichnung. Für das texanische Quartett, das mit seinem Mix aus Alternative Rock, Country, Indie und etwas Pop Punk seit der Gründung 2021 nach einer eigenen Nische sucht, war das der verdiente Lohn harter Arbeit. Nach vier EPs, diversen Singles und unzähligen Konzerten landet nun das erste komplette Album: „Friends That I Don’t Like“ demonstriert eindrucksvoll, daass ihr überraschender Überflieger alles andere als ein Zufallsprodukt war.

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zeronic

zeronic – Modernism

Das erste österreichische Alternative-Jahrzehnt der 2000er gehörte unter anderem zeronic. Die drei Wiener veröffentlichten vier unterhaltsame Alben sowie eine Vielzahl an Singles und Kleinformaten, tourten mit allerlei Größen und wurden mit einem Musikvideo sogar als Nominierte beim New York International Film Festival vorstellig. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung 2016 und Solo-Ausflügen von Sänger Michael „Mik“ Tanczos meldet man sich nun tatsächlich zurück. „Modernism“, das erste Album seit stolzen 14 Jahren, treibt den vertrauten Alternative Rock in eine zugleich kantige und hymnische Zukunft und befasst sich intensiv mit den Widersprüchen des modernen Lebens.

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