Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Khruangbin & Leon Bridges

Khruangbin & Leon Bridges – Texas Sun

Im Jahr 2018 lernten sich das texanische Psychedelic-Funk-Trio Khruangbin und Soul-Sänger Leon Bridges im Rahmen einer gemeinsamen Nordamerika-Tour kennen und lieben. Als die Texaner einen Song schrieben, der mit Bridges‘ Stimme harmonieren könnte, schickten sie diesen ihrem Tour-Partner. Einen Tag später kam eine Version mit Gesang zurück. Die Chemie stimmte, schnell landete man im Studio und nahm die 4-Track-Single „Texas Sun“ auf, die frisch und neu, dennoch unverkennbar nach den beteiligten Musikern klingt.

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Spanish Love Songs

Spanish Love Songs – Brave Faces Everyone

Ihr wunderbar emotionales „Schmaltz“ war mehr als nur ein Szene-Hit, jetzt steht für Spanish Love Songs das Album danach an. Mit ihrem kernigen Emo-Punk und packenden Storytelling traf das 2014 in Los Angeles gegründete Quintett einen Nerv, ein Support-Slot für Hot Water Music sowie ausverkaufte Headliner-Gigs in Deutschland folgten. Auf ihrem dritten Album treibt die US-Band nun den ohnehin bereits wilden Mix auf die Spitze. „Brave Faces Everyone“ befasst sich mit den Erlebnissen auf 30 Wochen Tour und sucht die richtige Balance zwischen Realismus und Optimismus.

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Itchy

Itchy – Ja als ob

Stillstand? Im Hause Itchy gibt es das nicht. Strich man für die letzte Platte bereits das Poopzkid aus dem Namen, singt man nun auf Deutsch und bringt auch gleich eine eigene Plattenfirma mit. Der Sprachenwechsel ist gewiss kein neues Phänomen, erst vor einem Monat von Smile And Burn stark vorgemacht. „Ja als ob“ lässt sich nicht lumpen und lockt die Band aus ihrer Komfortzone – mehr als Punk, humorvolle und zugleich kritische Texte, dazu Haltung und Attitüde satt.

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Barrels

Barrels – Barrels

2017 tauchten Barrels aus Hamburg erstmals mit „Invisible“ auf und arbeiteten sich am Tod eines Familienmitglieds ab. Zwischendurch wurde die Rhythmusabteilung durchgewürfelt und der Blick nach außen gerichtet. Nun geht es dem störrisch und doch so charmant klingenden Quartett um gesellschaftliche Störfaktoren, um zentrale moralische Fragen zwischen Profitgier und Rücksichtslosigkeit. „Barrels“ heißt die neue EP, wie die Band, und zerlegt in 28 Minuten alles.

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Nathan Gray

Nathan Gray – Working Title

Wenn Nathan Gray etwas aktuell nicht kennt, dann wohl kreatives Kargland. Vor zwei Jahren erschien sein prächtiges Solo-Debüt „Feral Hymns“, eine Mischung aus neuen Songs und Alleingang-Vertonungen von Exzerpten seiner diversen Bandprojekte, Anfang letzten Jahres ein grandioses Live-Paket. Von Wiederholungen hält Gray herzlich wenig, reizt nun den Bandsound – unter anderem von Boysetsfire– und Sisters Of Mercy-Mitgliedern unterstützt – aus und präsentiert mit „Working Title“ eine ermutigende Platte des Aufbäumens mit neuer musikalischer Vielschichtigkeit.

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Cold Reading

Cold Reading – ZYT

Auch wenn es immer weiter in den Hintergrund zu rücken scheint, hat das klassische Konzeptalbum im Streaming-Zeitalter weiterhin seine Daseinsberechtigung. Wie es geht, zeigen aktuell Cold Reading aus Luzern. Die fünf Schweizer brechen das Format komplett auf und dritteln es. Der erste Abschnitt – „Past Perfect“ – erschien digital bereits vergangenen Mai, der zweite Teil „Present Tense“ kam im September. Nun gibt es alles, gemeinsam mit dem großen Finale „Future Continous“ (erst in der Vorwoche präsentiert), auf einer großen Platte. „ZYT“ widmet sich nicht nur einer spannenden Geschichte über einen Ausgestoßenen, sondern zeichnet zudem die packende musikalische Entwicklung der Luzerner nach.

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Sløtface

Sløtface – Sorry For The Late Reply

„Try Not To Freak Out“ hieß es im Herbst 2017 aus Norwegen. Mit ihrem Debütalbum wirbelten Sløtface ordentlich Staub auf. Die Mischung aus Rock und Punk mit greifbarer Pop-Sensibilität ging durch die Decke, von packenden Hooks und angenehm kompromisslosem Auftreten begleitet. Nur wenige Monate nach dem Release tauschten die Skandinavier ihren Schlagzeuger aus und spielten sich quer durch Europa. Der Nachfolger „Sorry For The Late Reply“ soll nun minimalistischer, mutiger und roher ausfallen, wenn man den Aussagen der Band Glauben schenken darf. Spoiler: Ja, darf man.

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Poliça

Poliça – When We Stay Alive

Keine zwei Wochen nach dem Release von „Music For The Long Emergency“ hatte Channy Leaneagh selbst mit einem schwerwiegenden Notfall zu kämpfen. Beim Eiskratzen fiel sie vom Dach ihres Hauses, zertrümmerte sich einen Lendenwirbel und zog sich weitere Verletzungen an der Wirbelsäule zu. Ihr Arzt empfohl ihr, die Geschichte der Ereignisse neu zu schreiben, und so richtet sich auf dem mittlerweile vierten Poliça-Albums der Blick erstmals nach innen. „When We Stay Alive“ handelt aber nicht nur vom Unfall, sondern auch von Gesundheit, von Heilung und von der Zurückgewinnung der eigenen Identität.

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Bottlecap

Bottlecap – Off Pressure

Gevatter Punk Rock ist unsterblich, das wissen Bottlecap nur zu gut. Das Trio aus Göteborg steht auf kleine Hymnen, zackige Riffs und so manchen Exkurs in Rock’n’Roll-Gefilde. Während man live überaus aktiv ist und zuletzt unter anderem in Australien und Mexiko tourte, dauert es mit dem Studio-Output schon mal ein wenig. Digital bereits seit dem Herbst erhältlich, schafft es das zweite Album „Off Pressure“ nun auch physisch in diese Breitengrade.

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Regarde

Regarde – The Blue And You

Erlebt rockig angepunkter Emo aktuell ein Revival oder war er nie wirklich weg? Wie auch immer dem sei, aktuell finden sich scheinbar monatlich neue Talente und arrivierte Bands mit packenden, emotional aufgeladenen Alben und richtig starkem Songwriting. Regarde aus dem italienischen Vicenza reihen sich in diese Riege ein. Das Quartett ackert seit mittlerweile sechs Jahren durch die Lande und durfte unter anderem bereits Meat Wave und The Flatliners supporten. Nun erscheint ihr zweites Studioalbum „The Blue And You“.

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