Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Keine Übung

Keine Übung – Singer-Songwriter zu Pflugscharen

Musikalische Regeln sind dazu da, mit Wonne gebrochen zu werden. Jan Frisch hat hörbar Spaß daran. Der Gitarrist der Alin Coen Band wagte vor einem Jahr mit Aua Aua fragmentierte Sinnsuche zwischen Krautrock, Jazz und Liedermacherei. Bei letzterem Genre blieb er hängen und bricht dieses im Bandformat nun auf. Keine Übung ist die lauteste Singer-Songwriter-Formation der Welt und verbindet den Bruch von Hörgewohnheiten mit intellektuellem Anspruch. „Singer-Songwriter zu Pflugscharen“ entpuppt sich als kleines Glanzlicht.

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Paul Cauthen

Paul Cauthen – Room 41

Als eine Art Hoheprediger lieh Paul Cauthen einst dem Duo Sons Of Fathers seine Stimme, doch erst mit dem Solodebüt „My Gospel“ gelang ihm 2016 der Durchbruch in der Alternative-Country-Szene. Mit Soul in der Stimme und Gospel im Herz erreichte er musikalisch Großes, während die Probleme auf privater Ebene zunahmen. Cauthen verlor sein Haus, lebte zwei Jahre lang in einem Hotelzimmer und fand sich schnell in einer Abwärtsspirale aus Alkohol und Drogen wieder, als er eine neue Platte schrieb. Mittlerweile geht es ihm besser, aus dem Hotel ist er ausgezogen. „Room 41“ – die Nummer seines Zimmers im Belmont Hotel Dallas – erinnert an eine bewegte Zeit und befreit sich aus tiefsten Tiefen.

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5K HD

5K HD – High Performer

Wider der Gleichförmigkeit, schreiten 5K HD voran. Das Wiener Quintett, bestehend aus den Instrumentalisten von Kompost 3 und Schmieds Puls-Sängerin Mira Lu Kovacs, kreuzt Popmusik und Elektronik mit Jazz und Avantgarde. Bereits das Debüt „And To In A“ erwies sich als anspruchsvolle und doch charmant eingängige Grenzerfahrung, nun will man noch weiter ins Detail gehen. „High Performer“ wird dem Albumnamen von der ersten bis zur letzten Sekunde gerecht.

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TaxiWars

TaxiWars – Artificial Horizon

Seit bald drei Jahrzehnten verpassen dEUS der belgischen – und europäischen – Rock-Szene wiederholte Frischzellenkuren. Ihre letzte Platte hat zwar bereits sieben Jahre auf dem Buckel, die Veteranen machen aber noch weiter. Frontmann Tom Barmans zweite große Liebe gilt allerdings dem Jazz, TaxiWars ist die dazugehörige Spielwiese. Lässige Grooves, coole Jazz-Standards, 80s-HipHop-Beats und gut durchdachte Lyrics begleiten das Unterfangen. „Artificial Horizon“ ist bereits das zweite Studioalbum.

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The Modern Times

The Modern Times – Algorhythmic Dance Music

Sie mögen zwar die großen kommerziellen Erfolge ihrer Co-Revivalisten nicht erreicht haben, doch in Musik und Humor waren Art Brut ganz nahe am Original um Gang Of Four und Konsorten dran. Die Norweger The Modern Times treten nun in schmale Fußstapfen. Ihr unbekümmerter, selbst-ironischer und gerne mal überdrehter Sound, der auch ein wenig Idles und The Streets mitnimmt, schafft es erstmals über die Landesgrenzen. „Algorhythmic Dance Music“ ist ihr zweites Album.

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Andy Clark

Andy Clark – I Love Joyce Morris

In schöner, lockerer Regelmäßigkeit schüttelt Singer/Songwriter Andy Clark neue Platten aus dem Ärmel. Die Musik des Produzenten und Multi-Instrumentalisten kommt mit einer steten Folk-Schlagseite um die Ecke und strahlt generationenübergreifenden Charme aus. Auf seinem dritten Album „I Love Joyce Morris“ wird Clark zum Apfelbauern und schreibt gleichzeitig Songs für seine kleine Tochter, die natürlich, um ein englisches Sprichwort heranzuziehen, „the apple of his eye“ ist.

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DZ Deathrays

DZ Deathrays – Positive Rising: Part 1

Es gibt sie immer noch – diese Wahnsinnigen, die ihre Kreativität auf Doppelalben ausdehnen. Kann das gut gehen? Das ist wohl von Fall zu Fall verschieden, wie die jüngere Vergangenheit immer seltener werdener Doppel-Releases eindrucksvoll zeigt. DZ Deathrays machen nun ebenfalls mit, ohne jedoch alles auf einmal rauszuklopfen. Nach dem Release von „Bloody Lovely“ im vergangenen Jahr wuchs man offiziell zum Trio an. Die neue Bandkonstellation ergab eine Fülle an neuen Idee und Riffs, welche eben – der Kreis schließt sich – förmlich ein Doppelalbum verlangten. „Positive Rising: Part 1“ legt spannend vor.

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Gender Roles

Gender Roles – Prang

Gender Roles sind die neuesten Sprösslinge von Brightons lebhafter DIY-Szene. Das Trio supportete unter anderem bereits Jamie Lenman und PUP, veröffentlichte zwei kurzweilige EPs und will nun mit seinem leichten angepunkten Indie Rock aus der Garage durchstarten. Bei den Arbeiten an ihrem Debütalbum stellen die Briten schnell fest, dass viele Probleme hausgemacht sind. Familie, Beziehungen und die Kunst des Alleineseins prägen „Prang“.

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The Bland

The Bland – Beautiful Distance

Seit der Auflösung von The Soundtrack Of Our Lives 2012 klafft eine große Lücke im psychedelisch-folkigen Pop-Bereich, welche nun The Bland füllen könnten. Die schwedischen Landsleute sind zwar nicht ganz so rockbar wie ihre Vorväter, verstehen sich dafür ebenso auf charmante 60s-Referenzen und unverschämt eingängige Songperlen der hymnischen Art. Nach zwei durchaus spannenden Alben mutet „Beautiful Distance“ nun wie der große Durchbruch an.

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Go Go Berlin

Go Go Berlin – The Ocean

Vier Jahre nach „Electric Lives“ wagen Go Go Berlin einen neuen Anlauf. Die Dänen brauchten nach ausgedehnten Touren durch Europa, Asien und die USA mit über 250 Gigs eine dringende Auszeit und wollen nun eine ganz neue Seite zeigen. Die Gitarren rückt etwas weiter in den Hintergrund, dafür wurden die Keyboards aufgedreht – mehr Pop und Elektronik, wenn man so will. „The Ocean“ entpuppt sich als gelungener Neustart mit Luft nach oben.

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