Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Cultdreams

Cultdreams – Things That Hurt

Die Kamikaze Girls sind passé, nun übernehmen Cultdreams das Ruder. Der Bandname mag sich geändert haben, nicht aber der Sound und schon gar nicht die Vision. Es geht um den offenen Umgang mit gesellschaftlichen Problemen, mit Depressionen, PTBS, Frauenfeindlichkeit und Feminismus. In ein durchaus spektakuläres Spannungsverhältnis aus Post Punk, No Wave und Shoegaze gekleidet, bringt „Things That Hurt“ den dramatisch und doch so ehrlich gewählten Albumtitel auf mehreren Ebenen zum Ausdruck.

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Bobby Rush

Bobby Rush – Sitting On Top Of The Blues

Bobby Rush ist ein unkaputtbares Original. Seit Mitte der 50er Jahre ist er Teil der Chicagoer Blues-Szene, veröffentlichte unzählige Alben und Singles. Auch im fortgeschrittenen Alter, nunmehr Mitte 80, denkt der Mann mit der Mundharmonika keineswegs daran, langsamer zu machen. Im Gegenteil, Rush wirkt immer noch wie ein Getriebener. „Sitting On Top Of The Blues“ ist sein x-tes Album und zeigt sich gleich mal eine kräftiger Spur beseelter als zuletzt.

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The Human Capital

The Murder Capital – When I Have Fears

Zwei gefeierte Singles, Support-Slots für die Post-Punk-Bands der Stunde (Idles, Slaves, Fontaines D.C., Shame), mit Flood einen legendären Produzenten im Studio: Für The Murder Capital könnte es aktuell kaum besser laufen. In ihrer Heimatstadt Dublin verkauft das Quintett sämtliche Venues aus, seit Anfang des Jahres geht zudem ein Raunen durch die Hype-Presse. Ob die Iren tatsächlich das next big thing sind, muss nun das Debütalbum „When I Have Fears“ zeigen. Spoiler Alert: Fuck yeah.

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Carnival Youth

Carnival Youth – Good Luck

Wenn es um baltische Indie-Bands geht, steht der Name Carnival Youth in der Regel weit vorne. Das Trio aus Lettland konnte sich außerhalb der Heimat eine Art Kult-Gefolge erspielen dank drei spannender Platten und ausreichenden Tour- sowie Festival-Aktivitäten am ganzen Kontinent. Für „Good Luck“ konnten sie unter anderem Grammy-Gewinner Nicolas Vernhes ans Mischpult locken, das Mastering übernahm mit Greg Calbi ein weiteres musikalisches Idol. Im vergangenen Sommer im brasilianischen Sao Paulo aufgenommen, klingt diese vierte Platte irgendwie anders, letztlich aber auch nicht.

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Tora

Tora – Can’t Buy The Mood

Mit zwei starken Alben in Folge konnten sich Tora als Electro-Pop-Entität etablieren. Noch sind die Australier ein Geheimtipp, doch nach diversen Festival-Auftritten und umjubelten Tourneen mit so illustren Künstlern wie Oh Wonder stehen die Zeichen auf Sturm. Verbiegen lässt sich das Quartett allerdings keineswegs und zieht seinen Stiefel stattdessen konsequent durch. „Can’t Buy The Mood“ bleibt den etwas lebhafteren Tendenzen der letzten Platte treu, verzichtet dafür dieses Mal weitestgehend auf Gastbeiträge.

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Fionn Regan

Fionn Regan – Cala

Fionn Regan scheint außerhalb seiner irischen Heimat so etwas wie der ewige Geheimtipp zu sein. Der Folk-Musiker veröffentlichte bereits fünf sympathische Alben, sampelte Bon Iver und wurde für zahlreiche Preise nominiert. Wie schon sein Debüt „The End Of History“ schrieb Regan auch den neuesten Streich „Cala“ in seinem Haus am Stadtrand von Dublin. Warum aber hört es auf das spanische Wort für „Bucht“?

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Zesura

Zesura – Future Cult Leaders

„Let There Be Rock“, forderten Tocotronic vor mittlerweile 20 Jahren. Zesura tun genau das, ohne auch nur im Geringsten an die deutschen Indie-Päpste zu erinnern (bestenfalls episodisch an die ungestüme Frühphase). Das Quartett aus dem Saarbrückener Umland geht es gerne laut und ruppig an, packt ein wenig Noise Rock und Post Punk in den Mix. Und ja, selbst für ein paar poppige Hooks bleibt Platz. „Future Cult Leaders“, der Titel ihres Debütalbums, darf durchaus prophetisch verstanden werden.

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Sail By Summer

Sail By Summer – Casual Heaven

Etwas ältere Indie- und Alternative-Hörer erinnern sich vielleicht noch an Poor Rich Ones, Norwegens Antwort auf Radiohead. Die Band veröffentlichte zwischen 1996 und 2001 mehrere Alben, kurz danach war Schluss. Frontmann William Hut machte zunächst solo weiter, hat nun aber ein neues Projekt am Start. Gemeinsam mit dem dänischen Keyboarder Jens Kristian rief er Sail By Summer ins Leben, ein Indie-Pop/Rock-Projekt mit Synth- und Math-Schlagseite. Ihr Einstand „Casual Heaven“ könnte kaum bezaubernder und melancholischer sein.

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Junior

Junior – Beautiful Life

Wrestling-Fans könnten Junior ein Begriff sein. Hier steht NXT UK-Cruiserweight Mark Andrews an Bass und Mikrofon, Gitarrist und Co-Sänger Matt Attard schreibt zudem Themes für Athleten. Vervollständigt wird das Trio durch Drummer Si Martin, der zudem einer NPO für psychische Gesundheit vorsteht. Oberflächlich wirkt der Sound der Waliser wie netter Pop-Punk, hinter dem sich jedoch allerlei Ecken, Kanten und Überraschungsmomente verbergen. Nach mehreren Kleinformaten erscheint nun ihr Debütalbum „Beautiful Life“ in Eigenregie.

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The Drippers

The Drippers – Action Rock

Wer rotzigen, angepunkten 90s-Rock’n’Roll von skandinavischen Ikonen wie The Hellacopters, Gluecifer und Turbonegro vermisst, kriegt nun Nachschub aus Göteborg. The Drippers lieben den Sound ihrer Vorfahren – in den letzten beiden Jahren durften sie auf den berühmt-berüchtigten Hellacopters-Afterpartys spielen – verstehen sich aber ebenso auf die Rock-Klassiker aus den 60s und 70s. Ihr Debüt „Action Rock“ könnte kaum passender betitelt sein.

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