Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

sir Was – Digging A Tunnel

Gelegentlich trifft man auf Platten – und Musiker -, die sich konsequent und beharrlich jeglicher Form von Kategorisierung entziehen. Enter Joel Wästberg. Der Schwede lernte eine Unmenge an Instrumenten, studierte Saxophon und wollte Jazz-Musiker werden. Einige unerwartete Wendungen und Kollaborationen, unter anderem mit José González, später, landete er als sir Was bei City Slang, wo sich sein Debüt „Digging A Tunnel“ nun gegen Schubladen aller Art sträubt.

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Black Map – In Droves

Während dredg zumindest im Studio nach wie vor brachliegen, hält Gitarrist Mark Engles die Fahne der Alternative-Prog-Granden hoch. Gemeinsam mit Ben Flanagan (Trophy Fire) und Chris Robyn (Far) liefert er als Black Map seit 2014 mächtige Alternative-Rock-Hymnen, die ein wenig an die besten Zeiten des Genres um den Jahrtausendwechsel erinnern. Mit ihrem zweiten Album „In Droves“ sind die US-Amerikaner nun bei Long Branch Records untergekommen und kombinieren durchaus aggressiven Biss mit der feinen Groove-Klinge.

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The Picturebooks – Home Is A Heartache

Von Gütersloh in die Welt hinaus. Fynn Claus Grabke und Philipp Mirtschink lernten sich in einem Skatepark kennen, schreiben und machen seither gemeinsam Musik und nehmen ihre Songs mittlerweile in jener Garage auf, in der sie auch Motorräder und Chapper beackern. Dem Sound des Duos haftet spätestens seit „Imaginary Horse“ eine gewisse Portion Dreck und Motoröl an. Auf „Home Is A Heartache“ setzt sich die Reise durch US-Blues-Rock-Landschaften fort.

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Grandaddy – Last Place

Anfang 2006 hatte Jason Lytle, erschöpft vom Touralltag, Grandaddy aufgelöst. Fortan probierte sich der Einzelgänger an Solo-Material, unterbrochen von einer kleinen Reunion-Tour im Jahr 2012. Damals entstanden erste Ideen für ein neues, gemeinsames Album der Band. Nun sind die Indie-Ikonen tatsächlich wieder da, um ihren gleichermaßen verschrobenen wie unverschämt eingängigen Sound unter die erwartungsvollen Fans zu bringen. „Last Place“ klingt, als wäre die Zeit in den letzten elf Jahren stehen geblieben.

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Nathan Gray Collective – Until The Darkness Takes Us

Nathan Gray ist immer wieder für Überraschungen gut. Neben der Boysetsfire-Reunion, die seit mehreren Alben kreative Meisterleistungen ausspuckt, bemüht der Sänger nun auch ein Alter Ego. Bereits 2014 legte er den Grundstein für einen deutlich düsteren Sound, nun wagt er sich mit Daniel E. Smith und seinem Nathan Gray Collective gen Dark Wave, Industrial und Gothic vor. Wer die NTHN GRY EP mochte, wird das kompromisslose „Until The Darkness Takes Us“ lieben.

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Awa Ly – Five And A Feather

Einst träumte Awa Ly von einer Schamanin, die ihr verschiedene, von anderen Personen empfangene Geschichten – teils wahr, teils erfunden – erzählte. Sie teilte Freude und linderte Leid, doch als die Französin mit senegalesischen Wurzeln erwachte, war die Erzählerin verschwunden. Mit einer Feder bewaffnet, wird Awa Ly auf ihrem neuen Album nun selbst zur Erzählerin und führt musikalisch rund um die Welt. Von typisch afrikanischen Klängen bis zur chinesischen Laute lässt sie sich auf „Five And A Feather“ mannigfaltig begleiten.

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Nap – Villa

Demo des Monats, Auszeichnungen der internationalen Fachpresse, pointierte Songtitel und die perfekte Union aus instrumentaler Magie und minimalistischem Einsatz von Gesang – Nap sorgen aktuell für ein wahres Rauschen im Blätterwald. Psych-, Stoner-, Doom- und Krautfans haben sich längst auf die Seite des Trios aus Oldenburg gestellt, das nun bei Noisolution unter Vertrag steht und dort die perfekte Bühne für das mächtige „Villa“ gefunden hat.

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All Them Witches – Sleeping Through The War

Längst ist Nashville mehr als ’nur‘ der Country-Hotspot. Bands jeglichen Couleurs prägen die Hauptstadt Tennessees seit geraumer Zeit. Unter ihnen: All Them Witches. Die Psych-Rocker mit einem hörbaren Faible für Blues stehen für stete Veränderung und Unberechenbarkeit – alles, nur kein Stillstand. Für ihr viertes Studioalbum „Sleeping Through The War“ bereitete sich das Quartett erstmals ein wenig vor und erfüllte sich den Wunsch nach Background-Sängerinnen.

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Woodland – Go Nowhere

Langsam aber sicher dringt Trondheims Rock-Underground in den Rest Europas vor und demonstriert die Kreativität der Szene rund um Motorpsycho und Spidergawd. Neuestes Beispiel sind Woodland, die sich hörbar vom amerikanischen Delta-Blues beeinflussen ließen, diesem Sound jedoch eine dicke Rock-Schlagseite verpassten. Jack White trifft auf Robert Johnson trifft auf Seasick Steve – bevor es auf gemeinsame Tour mit Spidergawd geht, erscheint nun erst einmal „Go Nowhere“.

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Spidergawd – IV

Mittlerweile kann man sich die Uhr nach Spidergawd stellen. Der einstige Motorpsycho-Offshot veröffentlicht neue Musik im Jahresrhythmus und rockt sich regelmäßig locker-lässig in die Jahresbestenlisten. Für ihr mitterweile viertes Album, das natürlich den Titel „IV“ trägt, geben sich die Norweger deutlich härter und spielfreudiger. Spidergawd haben die New Wave Of British Heavy Metal, kurz NWOBHM, für sich entdeckt, und geben Stoff.

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