Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Dude York – Sincerely

Dude York werfen eine einzige Frage auf: Warum ist diese Band nicht bei Sub Pop unter Vertrag? Neben dem gleichermaßen kratzbürstigen wie eingängigen Power-Pop-meets-Garage-Rock-Sound stammt das Trio obendrein sogar aus Seattle, Washington. Genug der Formalitäten, denn das gemischte Gesangsduo Claire England (Bass) und Peter Richards (Gitarre), ergänzt durch Schlagzeuger Andrew Hall, nimmt keine Gefangenen und packt mit „Sincerely“ einen echten Dampfhammer aus.

Weiterlesen

Zeal & Ardor – Devil Is Fine

Was wäre gewesen, wenn die Sklaven in der amerikanischen Kolonialzeit das Christentum gegen Satanismus eingetauscht hätten? Diese Frage stellt sich Manuel Gagneux, der neben Birdmask nun ein neues Betätigungsfeld gefunden hat. Inspiriert durch einen 4chan-Thread, kombiniert er Blues und Gospel mit norwegischem Black Metal und nennt sich Zeal & Ardor. Auf dem Debütalbum „Devil Is Fine“ hat sich aber noch einiges mehr versammelt.

Weiterlesen

Exquirla – Para Quienes Aún Viven

Nur in Spanien könnte ein Projekt wie Exquirla funktionieren. Hinter diesem ominösen Namen stecken die instrumentalen Post-Rocker Toundra und der populäre Flamenco-Newcomer Niño de Elche. Auf gegenseitige Bewunderung, nachdem man sich auf einem Festival traf, folgte die Bandgründung und schließlich ein vielfach gefeierter Auftritt, der nun sogar zu einem gemeinsamen Album führt. „Para Quienes Aún Viven“ (dt. „Für all jene, die noch leben“), das darf ohne Übertreibung gesagt werden, zählt schon jetzt zu den besten Platten des Jahres.

Weiterlesen

Son Volt – Notes Of Blue

Seit 1994, damals als Quasi-Nachfolgeband von Uncle Tupelo gegründet, bestimmen Son Volt die Alternative-Country- und Blues-(Rock-)Szene entscheidend mit. Angetrieben von einem mittlerweile 50jährigen Jay Farrar, dessen kraftvolle und doch so weiche Stimme nicht zu altern scheint, stürzt sich das Quintett aus St. Louis, Missouri auf die nachdenkliche und doch leidenschaftliche Seite der amerikanischen Seele. „Notes Of Blue“ ist bereits das 20. Album, dem Farrar seine Stimme leiht, und klingt beinahe so, als wäre dieser abermals in einen Jungbrunnen gefallen.

Weiterlesen

Emily Millard – By Heron & By Season

Als Miss Emily Brown setzte sie jahrelang musikalische Glanzlichter, nun veröffentlicht Emily Millard unter ihrem bürgerlichen Namen kunstvolle Art-Folk-Songs, die irgendwo zwischen Singer/Songwriter und Jazz tummeln. Die Dame aus Montreal ist hierzulande zwar bestenfalls ein Geheimtipp, hat sich aber offene Ohren verdient. Mit etwas Verzögerung erscheint ihr neues Album „By Heron & By Season“ nun auch in Deutschland.

Weiterlesen

Mach’s besser – 25 Jahre Die Sterne

Hamburger Schule, Big in Berlin, Discokugel und zurück: die letzten 25 Jahre wären ohne Die Sterne unvorstellbar. Pünktlich zum großen Jubiläum lassen sich Frank Spilker und Co. beschenken. Eine Reihe an Wegbegleitern, Vorbildern und Nachkommern covert die Songs einer der wichtigsten deutschsprachigen Indie-Bands aller Zeiten. „Mach’s besser – 25 Jahre Die Sterne“ vereint ebenso viele Künstler und Neuinterpretationen, die sich weit genug von den Originalen entfernen, um überraschend spannende Erkenntnisse zu liefern.

Weiterlesen

Thievery Corporation – The Temple Of I & I

Seit über 20 Jahren gelten Thievery Corporation als Dub-, Downbeat-, TripHop- und Lounge-Institution, und das aus gutem Grund. Eric Hilton und Rob Garza leben und lieben seit ihrer ersten EP jamaikanische Sounds, die immer wieder Einfluss auf ihr Schaffen nehmen. Seit Februar 2015 tourten die beiden US-Amerikaner immer wieder kreuz und quer über die Insel, um neue Sounds und Talente zu finden. Auf „The Temple Of I & I“ verarbeiten sie ihre Entdeckungen und kreieren zugleich einen imaginären Ort, der von Menschlichkeit, Frieden und Einheit geprägt ist.

Weiterlesen

Novocaine – Swept Away

In ihrer norwegischen Heimat seit Gründung 1999 Dauergast in den nationalen Radiostationen und auf den großen Konzertbühnen, sind Novocaine hierzulande maximal Insidern bekannt. Ihr emotional und proggig aufgeladener Rock-Sound sollte es nun aber endlich über die Landesgrenzen hinaus schaffen, denn nach ellenlanger Wartezeit veröffentlicht das Quintett aus Bergen ihr Debütalbum. „Swept Away“ sollte vor allem Fans von Radiohead, Sigur Rós, Muse und den frühen Gazpacho begeistern.

Weiterlesen

Clock Opera – Venn

Die fünf Jahre seit dem Debütalbum „Ways To Forget“ waren von Widrigkeiten und Trauerbewältigungsarbeit geprägt. Clock Opera mussten ihr Lineup umstellen und hatten mit persönlichen Verlusten zu kämpfen. Ihre neue Platte entstand über mehrere Jahre und wurde durch Crowdfunding finanziert, zwischenzeitlich konnte immerhin ein neues Label gefunden werden. Auf „Venn“ kultivieren die Briten ihren kuriosen, elektronisch befeuerten Sound zwischen Synth-Teppichen, Samples und pointierten Gitarren.

Weiterlesen

Fenech-Soler – Zilla

Nach zwei starken Alben und entsprechenden Tour-Aktivitäten mussten Fenech-Soler erst einmal durchatmen. Für die Band um die Brüder Ross und Ben Duffy ging es zunächst nach Los Angeles, wo mit keinem Geringeren als Jacknife Lee (u.a. U2, R.E.M.) an ersten Demos gearbeitet wurde. Aufgenommen wurde allerdings in einem improvisierten Studio in der ländlichen britischen Heimat, fernab der Hektik der Großstadt. „Zilla“ zeugt von der Vorliebe der Brüder für Disco, Pop und Soul-Klassikern – ein durch die Bank pulsierendes, lebenslustiges Album.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?