Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

The Fairweather Band – Meow

Wie lange dauert eigentlich der perfekte Song? Ob wenige Sekunden oder über zehn Minuten, jeder hat wohl eine andere Theorie. The Fairweather Band suchen das Heil in der Kürze und bewegen sich vornehmlich rund um die Zwei-Minuten-Marke. Punkiger Indie Rock mit Pop- und Math-Einflüssen, ja sogar ein wenig Folk – die musikalische Gangart des britischen Trios aus Exeter ist breit gefächert. Nach einer ersten EP vor zwei Jahren erscheint nun das Debütalbum „Meow“.

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Robbing Millions – Robbing Millions

Wenn ein Improv-Jazzgitarrist und ein Cartoonist eine Band gründen, dann erwartet man… psychedelisch-verträumten Synthi-Pop? Geschichte wie Sound hinter Robbing Millions wollen nicht zusammenpassen, und doch macht das Duo aus dem belgischen Molenbeek Laune. Nach ersten Bandcamp-Releases und diversen Festival-Auftritten steht nun das schlicht „Robbing Millions“ betitelte Debütalbum in den Läden, das sich als Hommage an die Liebe der Beiden zur Pop-Historie versteht.

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BirdPen – O‘ Mighty Vision

Ist das noch Kunst oder kann das schon weg? Hinter BirdPen stecken Mike Bird und Archive-Frontmann Dave Pen, die sich 2003 eigentlich als Live-Visual-Duo formierten und sechs Jahre später schließlich ihr erstes Album präsentierten. Art-Pop/Rock, Avantgarde, experimentelle Elektronik-Klänge und butterweiche Popsongs mit 80s-Prägung verbinden Verwirrung mit Ohrwürmern. Wie kurios das klingen kann, verdeutlicht die neue Platte „O‘ Mighty Vision“.

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Apologies, I Have None – Pharmacie

Die Zeit nach „London“ als bewegt zu bezeichnen, wäre wohl dezent untertrieben. Apologies, I Have None hatten mit einer Reihe an Widrigkeiten zu kämpfen. Zwei Mitglieder stiegen aus, die EP „Black Everything“ und eine Split wurden als Bestandsaufnahme ausgespuckt, dann nahm die Band die Recording Sessions selbst in die Hand. Obendrein ließ sich Josh Mckenzie, mittlerweile alleiniger Frontmann, für „Pharmacie“ von seinen inneren Dämonen inspirieren. In zehn Kapiteln beschreibt das Quartett, wie sich der plötzliche Verfall geistiger Gesundheit auf ein Liebespaar auswirkt.

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Franklin Zoo – Red Skies

Dänemark konnte sich in den letzten Jahren als wahre Rock- und Metal-Talenteschmiede etablieren. Bestes Beispiel dafür sind die hierzulande bis dato kaum bekannten Franklin Zoo. Ein Sänger, der an Chris Cornell erinnert, dazu der Sound von Alter Bridge, Mastodon und diversen Post-Grunge-Größen. Zwischen schier unheimlicher Power und rohen Emotionen packt das Quintett nun sein zweites Studioalbum „Red Skies“ aus, das einen heißen Gitarrenherbst einläutet.

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The Boys You Know – Elephant Terrible

In ihrer österreichischen Heimat erspielten sich The Boys You Know mit ihren ersten beiden Alben in ebenso vielen Jahren einen beachtlichen Ruf als treibende Indie-Kraft mit einem Auge für gute Popsongs. Für den Drittling ließ man sich erstmals ein wenig Zeit und baute die Band ein wenig um – neben einem neuen Bassisten wurde das ursprüngliche Quartett um einen Keyboarder und einen Trompeter erweitert. „Elephant Terrible“ spannt nun den Bogen von Dinosaur Jr. über die Manic Street Preachers bis zu den emotionaleren Momenten der Smashing Pumpkins.

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Gonjasufi – Callus

Gonjasufi hat sich ein dickes Fell zugelegt. Eine Art Hornhaut, mit der er Schmerzen abwehrt, kanalisiert und in seine experimentelle Musik steckt. Diese zu beschreiben, ist so und so zum Scheitern verurteilt. Industrial-Beats, Raps und Halb-Gesang, avantgardistische Elemente, TripHop und Dub geben sich die Klinke in die Hand. Sperrig, unzugänglich und gerade deswegen so spannend: „Callus“ hat seinen Namen verdient.

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The Rifles – Big Life

Bei allem Potential haben The Rifles den Sprung ein klein wenig verpasst. Für den großen The-Band-Hype kamen sie ein wenig zu spät, gute Songs hin und her. Mit ihrem letzten Album „None The Wiser“ klopften sie erstmals an der Tür zu den UK-Top-20. Edelförderer Paul Weller schenkte dem Quartett aus Chingford Studiozeit plus Produzent, sodass in Ruhe an einem Nachfolger geschraubt werden konnte. Herausgekommen ist „Big Life“, das erste Doppelalbum der Rifles.

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Black Foxxes – I’m Not Well

Alles kommt irgendwann wieder, nun eben auch Alternative Rock mit Emo-Schlagseite, wie er Ende der 1990er / Anfang der 2000er besonders populär war. Black Foxxes aus dem britischen Exeter haben offensichtlich viel Brand New, The Cooper Temple Clause und JJ72 gehört. Mit roher Emotionalität, wütenden Squeals und fieberhaften Gitarrenattacken zeigt das Trio, dass es auch direkt und schnörkellos gehen kann. Ihr Debütalbum „I’m Not Well“ unterhält.

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Messer – Jalousie

Nach zwei unterhaltsamen Platten in schneller Abfolge ließen sich Messer dieses Mal ein wenig Zeit. Das Lineup wurde ein wenig umgebaut, der Sound fokussiert und gebündelt. Als Quintett wühlt die über weite Teile des Landes verteilte Band nun besonders launig durch Post Punk, New- und No Wave, getragen von lakonisch vorgetragenen Kurzgeschichten und einer der ungewöhnlichsten Stimmen der Gegenwart. „Jalousie“ lässt nur wenig Licht durch und spendet durchaus wohligen Schatten.

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