Kategorie: Alben

Disso!ver

Disso!ver – Lagerkoller

Im November 2019 und Januar 2020 spielte Exil-Saarländer Roman Biewer, Sänger und Gitarrist von The Lo-Fi Fair, mehrere Jam-Sessions mit Mitgliedern von Flying Moon In Space, Lovely Heron und Camera. Letztere sollte er im Anschluss auf Tour begleiten, dann kam jedoch die Pandemie dazwischen und die Musik wurde anderweitig verwurstet. Ein Teil davon landete auf der aktuellen Camera-Platte „Posthuman“, der Großteil war jedoch für „Lagerkoller“, den Einstand von Biewers Ein-Mann-Projekt Disso!ver, vorgesehen. Hier distanziert er sich von seiner Indie-Gegenwart und Metal-Vergangenheit und tauscht diese gegen eine krautige Zukunft ein.

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Quicksand

Quicksand – Distant Populations

Nach 22 Jahren Pause wärmen sich Quicksand gerade erst auf. „Interiors“ war ein gutes Comeback für die Post-Hardcore-Veteranen, die während der dazugehörigen Tour Gitarrist Tom Capone verloren und seither als Trio weitermachen. Und zwar tatsächlich genau das, denn Walter Schreifels, Savio Vega und Alan Cage haben trotz unzähliger anderer Projekte tatsächlich eine weitere Quicksand-Platte auf die Beine gestellt. „Distant Populations“ befasst sich mit der Eigentümlichkeit einer Gesellschaft, die gleichzeitig enger denn je verbunden und doch weit voneinander entfernt ist.

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Jungle

Jungle – Loving In Stereo

Nach eineinhalb miesen Jahren wäre ein Besuch in der Disco gar nicht mal verkehrt. Ob man nun unter Menschen möchte oder nicht, Jungle holen den stilvollen Retro-Tanzschuppen in die eigenen vier Wände. Das britische Produzentenduo Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland erreichte mit den beiden bisherigen Platten die Top 10 in der Heimat, das selbstbenannte Debüt war sogar für den prestigeträchtigen Mercury Prize nominiert. Für „Loving In Stereo“ schlossen sich Jungle mehr oder minder ein Jahr lang im Studio ein, mit ein paar ausgewählten Freunden, und schrieben den passenden Soundtrack für die große Post-Lockdown-Euphorie.

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Smiling

Smiling – Devour

Als Smiling 2015 loslegten, hießen sie noch Annie Girl And The Flight. Das Projekt von Annie Shaw supportete unter anderem Against Me! und ging bereits 2016 ins Studio, um das Debütalbum live auf einem 16-Track-Analog-Tape aufzunehmen. Diverse Nachbearbeitungen, Umzüge und Pandemie-Verschiebungen stellten allredings die Geduld auf die Probe. Nun kommt das Projekt doch noch um die Ecke unter neuem Namen, aber mit zeitlosem Elan. Beißender Indie Rock, psychedelische Zwischentöne und eine kräftige Portion Shoegaze machen aus „Devour“ einen wilden und zugleich gefühlvollen Leckerbissen.

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IDER

IDER – shame

Megan Markwick und Lily Somerville mussten erst wieder zu sich selbst finden, um erfolgreich IDER sein zu können. Sie verließen ihre Plattenfirma und stellten sich auf eigene Beine, schrieben neue Songs zwischen Berlin und London im Angesicht der Corona-Pandemie, und bemühten sich um ein erneuertes Gefühl von Selbstakzeptanz, das auch gleich zum Leitmotiv der neuen Platte wurde. Diese heißt „shame“ und reizt die Alternative-, Indie- und Pop-Konzepte des Duos gekonnt aus, ohne dabei auf das eingängige Momentum zu verzichten.

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Zwanie Jonson

Zwanie Jonson – We Like It

Wenn Zwanie Jonson nicht gerade für Die Fantastischen Vier, Pascal Finkenauer oder Fettes Brot den Tour-Schlagzeuger gibt, schreibt er grandiose Pop-Songs, die einst sogar DJ Koze bewegten, ein eigenes Label zu gründen, um diese zu veröffentlichen. Mittlerweile ist der Hamburger, der eigentlich Christoph Kähler heißt, bei seinem vierten Album angelangt, abermals weitestgehend alleine eingespielt. Bei seiner neuen Heimat Fun In The Church landet nun „We Like It“, und das ist tatsächlich die perfekte Überschrift für diesen Longplayer.

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Trouble Is

Trouble Is – Wholehearted

Dänemarks Musikszene weiß durch ihre Größe und Vielfalt immer wieder zu überraschen. Selbst Blues Rock findet im hohen Norden eine kleine, aber feine Heimat. Das Duo Trouble Is ist hörbar von der etwas moderneren Schule um John Mayer und Joe Bonamassa inspiriert. Gitarrist und Sänger Mathias Heibøll sowie Schlagzeuger Poul Valdemar Prahl gingen erst einmal auf dreimonatige Jam-Reise durch die USA, um sich musikalisch zu finden, bevor man ein gemeinsames Apartment in Dänemark bezog und Songs schrieb. Herausgekommen ist das Debütalbum „Wholehearted“.

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Lakes

Lakes – Start Again

Das distanzierte Bandleben ist so und so keine einfache Sache. Als Sextett gestaltet sich die Sache deutlich komplizierter, und so mussten Lakes aus Watford jede Möglichkeit nutzen, um ihre Songs zu schreiben, freie Studioplätze zu belegen oder gewisse Aufnahmen sogar komplett in den eigenen vier Wänden zu erledigen. Die britische Indiemo-Band mit gleich zwei Stimmen baut auf der sympathischen „The Constance LP“ auf und richtet den Blick nach innen. „Start Again“ setzt sich mit persönlichen Problemen und Dämonen auseinander und findet Wege, gestärkt weiterzumachen.

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Yola

Yola – Stand For Myself

Eine der besten Stimmen der Gegenwart meldet sich zurück. Yola erhielt für ihr Debütalbum gleich mehrere Grammy-Nominierungen, sollte mit The Black Keys auf große Stadiontour gehen und eine Rolle in Baz Luhrmans neuem Elvis-Biopic übernehmen. Eine Pandemie später war die Tour abgesagt, die Film-Dreharbeiten kräftig nach hinten verschoben. Also schrieb die Sängerin aus Bristol einen Nachfolger für „Walk Through Fire“, der zwischen Isolation und Erinnerungen noch eine Spur persönlicher wurde. „Stand For Myself“ zeigt die Soul- und RnB-Wunderstimme in bestechender Form.

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Bicurious

Bicurious – (re)constructed

Guter Post Rock weist faszinierende narrative Qualitäten auf, erzeugt Stimmungen und bemüht sich um dichte, packende Atmosphäre. Genau das zeichnet das irische Duo Bicurious aus, das mit ihren bisherigen Singles und Kleinformaten über fünf Millionen Streams generieren konnen. Ihr seit 2019 erarbeitetes und Covid-bedingt verschobenes Debütalbum widmet sich persönlichen Erfahrungen der Musiker – eine psychotische Episode von Schlagzeuger Gavin Purzell und die plötzliche Vaterschaft in jungen Jahren von Gitarrist Taran Plouzané. „(re)constructed“ spielt auf geschickte Weise mit den Grenzen und Erwartungen instrumentaler Musik.

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