Kategorie: Alben

James

James – All The Colours Of You

Die unkaputtbaren James bestehen bereits seit 1982, eine mehrjährige Pause nach dem zwischenzeitlichen Ausstieg von Sänger Tim Booth ausgeklammert, und sind aktuell in bestechender Form. Sie schwammen einst auf der großen Madchester-Welle mit und sind weiterhin eine Indie-Institution, die zumindest in der britischen Heimat regelmäßig für Top-10-Alben sorgt. Die Aufnahmen zu „All The Colours Of You“ zogen sich ein wenig, zumal der Frontmann seit geraumer Zeit in den USA lebt. Irgendwann fanden sich die sieben Musiker doch zusammen für ein Werk, hinter dessen gewohnt großen Melodien bissige, pointierte Texte stecken.

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Superbloom

Superbloom – Pollen

Grunge lebt, nicht etwa im Kühlregal. Superbloom halten die 90s-Flagge hoch und streuen noch ein wenig Alternative Rock drüber. Das Quartett aus Brooklyn, New York gilt in Kennerkreisen schon länger als aufgehender Stern, die bisherigen Singles und eine vergriffene EP sprechen eine deutliche, energische Sprache. Jetzt geht es also ans Albumformat mit allen Zutaten, die bereits vor zwei bis drei Jahrzehnten Erfolg einbrachten. „Pollen“ ist allerdings kein bloßer Abklatsch alter Größen, das zeigt sich im Laufe dieser zwölf Tracks immer wieder.

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Lou Barlow

Lou Barlow – Reason To Live

Bislang hat Lou Barlow ein fantastisches Jahr. Nicht nur, dass er auf der neuen Dinosaur Jr.-Platte deutlich mehr Raum zur freien Entfaltung erhielt, nur fünf Wochen später veröffentlicht der Indie-Veteran sein viertes Soloalbum. „Reason To Live“ ist das erste Lebenszeichen im Alleingang seit 2015 und zeigt einen Barlow, der aus dem Chaos erstaunliches Selbstbewusstsein bezog. Endlich konnte er sein Leben als Familienvater mit seinem musikalischen Dasein verbinden. Entsprechend ausgeglichen und doch eindringlich zeigt sich diese Sammlung.

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The Datsuns

The Datsuns – Eye To Eye

Zu Beginn des Jahrtausendwechsels, als The-Bands in aller Munde waren, mischten auch The Datsuns für ein paar Alben mit. Die Neuseeländer packten drei starke Alben mit dem einen oder anderen Indie-Hit („Harmonic Generator“, „Blacken My Thumb“) aus, tourten mit den Folgewerken vor allem durch die Heimat, Australien, Japan und Nordamerika, nur um lange Zeit einfach komplett unterzutauchen. Das siebte Studioalbum erscheint nun sieben Jahre nach dem Vorgänger. Ist „Eye To Eye“ der erhoffte Comeback-Husarenritt aus der Garage?

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Watching Tides

Watching Tides – We’ve Been So Close // Yet So Alone

Läuft aktuell ein kleines Midwest-Emo-Revival an? Gefühlt scheinen sich überdurchschnittlich viele Bands mit dem 90s-Sound zu befassen, von tatsächlichen Comebacks ganz zu schweigen. Watching Tides befinden sich ebenfalls in diesem ungefähren Dunstkreis. Das Trio aus Berlin bringt obendrein etwas Post-Hardcore und sogar leicht angepunkten Drive in den Mix ein, der sie bereits auf zwei EPs begleitete. „We’ve Been So Close // Yet So Alone“ ist ihr Debüt auf Albumlänge und rechnet mit diversen Altlasten aus der persönlichen Vergangenheit ab, mit alten Freundschaften und der Heimat.

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Tschaika 21/16

Tschaika 21/16 – Prinzessin Teddymett

Ihre große Wahnsinnstat hat mittlerweile an die fünf Jahre auf dem Buckel: Mit ihrer Tante erschütterten Tschaika 21/16 zwischen zotigem Humor, krautigem Groove und Art-Wahnsinn. Längst haben sie eine Tür weitergedacht und sich musikalisch abermals geöffnet. Mehr Vocals, mehr Trompeten, mehr Melodie und generell mehr Abwechslung, so lautet die Kampfansage des Trios aus der Hauptstadt. Was sich wie ambitionierter Wahnsinn liest, geht tatsächlich auf: „Prinzessin Teddymett“ schlägt erfolgreich ein neues, durchaus spektakuläres Kapitel auf.

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Dayglow

Dayglow – Harmony House

Sein erstes Album schrieb Sloan Struble noch im Studentenwohnheim, mittlerweile ist der Mastermind von Dayglow 21 Jahre alt, hat die akademische Karriere hinter sich gelassen und begleitet seine nächsten Schritte im noch jungen Leben mit dem passenden Soundtrack. Auf dem zweiten Album „Harmony House“ geht es ums Erwachsenwerden und um Veränderungen. Als Vollzeit-Musiker setzt sich Struble aktuell ausgiebig mit solchen auseinander und erkennt, dass dahinter ein gewisser Reiz steckt. Um diese Erkenntnis sowie um Beobachtungen seiner sich erneuernden Umgebung drehen sich auch die elf neuen Tracks.

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Lea Porcelain

Lea Porcelain – Choirs To Heaven

Längst sind Lea Porcelain eine ernstzunehmende Größe. Das Duo um Produzent Julien Bracht und Sänger Markus Nikolaus entwuchs den vermeintlichen Grenzen des Frankfurter Nachtclubs in Windeseile, siehe und höre diverse Kleinformate sowie das wunderbare Debütalbum „Hymns To The Night“. Der Titel des Nachfolgers ist hingegen Programm: „Choirs To Heaven“ sieht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Chören sowie die Umdeutung von diversen Synths auf entsprechende Klänge. Zudem steht die Transzendenz auf der Schwelle zwischen Leben und Tod dick auf dem thematischen Programm des Duos.

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Fiddlehead

Fiddlehead – Between The Richness

Sie haben es tatsächlich ein weiteres Mal getan. Eigentlich sollte es mit „Springtime & Blind“ bei einem One-Off bleiben, und selbst diese Platte entstand in einer Zeit, die Sänger Patrick Flynn als ‚lächerlich depriminierend‘ beschreibt. Die Auseinandersetzung mit dem Tod seines Vaters und der Trauer der Mutter erweckte Fiddlehead in einer bitter Ironie des Schicksals zum Leben, und die Texte wurden bei den wenigen Shows verzweifelt mitgesungen. Also gibt es doch noch ein neues Album dieser prominent besetzten Band um aktuelle und ehemalige Mitglieder so ikonischer Acts wie Have Heart, Basement und Youth Funeral: „Between The Richness“.

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Urges

Urges – Never Gonna Change

Gesucht und gefunden: Die fünf Musiker hinter Urges sind seit geraumer Zeit Freunde, spielten allerdings stets in unterschiedlichen Bands. Da ging es vornehmlich um Gitarrenmusik der verkopften, komplexen Sorte. Mit einem gemeinsamen Projekt bemüht sich um das große Korrektiv und möchte den Fokus auf das Wesentliche rücken, frei von der Leber weg rocken, ohne Netz und doppelten Boden. „Never Gonna Change“ ist eine Ode an die Ursprünglichkeit klassischer Rockmusik in elf fieberhaften, begeisternden Kapiteln.

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