Kategorie: Alben

Mother's Cake

Mother’s Cake – Cyberfunk!

Wahre Größe entspringt an Skisprungschanzen – klingt komisch, trifft aber zumindest im Fall von Mother’s Cake zu. Die Bergisel-Live-Platte der drei Innsbrucker entpuppte sich als musikalisches Wunderwerk größter Ausnahmeklasse. Für den Nachfolger schaffte man sich einen echten Ideen-Pool an, wählte echte Perlen aus und entwickelte diese zu in mehreren Takes aufgenommenen Songs – so weit, so trocken. Tatsächlich ist „Cyberfunk!“ aber alles andere als das, sondern ein erstaunliches Abbild des ideal gewählten Albumtitels.

Weiterlesen
Into It. Over It.

Into It. Over It. – Figure

Nach dem Ende einer Europatour zu „Standards“ fand Evan Weiss einen Scherbenhaufen vor. Sein langjähriger Wegbegleiter Josh Sparks verließ die Band endgültig, daheim hatte er weder Job noch Krankenversicherung, saß auf einem Berg an Tourschulden und sah seine Beziehung enden. Als plötzlicher Single in einen Nine-to-Five-Job begann er mit den Fehlern der letzten Jahre zu hadern und fand in der Musik letztlich den Anlass, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. „Figure“ war ursprünglich nicht als Into It. Over It.-Album geplant, nur um das Projekt mit frischem Wind und gereiften Ansichten erneut aufleben zu lassen.

Weiterlesen
Everything Everything

Everything Everything – Re-Animator

Ihre letzten beiden Platten waren entweder politisch und gesellschaftskritisch oder finster und fatalistisch. Genau das wollen Everything Everything jetzt hinter sich lassen und – wie es oft gerne heißt – zurück zu den Wurzeln kehren. Tatsächlich konnten die Briten die angepeilte Direktheit und Unmittelbarkeit realisieren. Auf „Re-Animator“ bemüht sich die Band um einen deutlich songdienlicheren Ansatz und rückt, zumindest im Vergleich zu den letzten Releases, die Gitarren wieder etwas weiter in der Mittelpunkt.

Weiterlesen
Uniform

Uniform – Shame

Nettigkeiten werden überbewertet. Zumindest scheint dies der Sound von Uniform zu suggerieren. Das Trio aus New York zockt fiesen, durchaus abstoßenden Noise Rock mit Industrial-Schlagseite und veröffentlichte neben diversen eigenen Platten überaus experimentelle Kollaborationen mit den Sludge-Lautmalern von The Body. Aktuell wieder auf eigenen Beinen stehend, bemüht die kürzlich um Schlagzeuger Mike Sharp gewachsene Band das Konzept des Film Noir sowie des Hardboiled Detective für seinen neuesten Streich, „Shame“.

Weiterlesen
Delta Spirit

Delta Spirit – What Is There

Über die Jahre waren Delta Spirit zur Familie gewachsen. Wie sich das für Familien so gehört, braucht man gelegentlich Abstand voneinander. So gab es nach dem 2014 veröffentlichten Album „Into The Wide“ erst einmal eine Auszeit. Frontmann Matthew Logan Vasquez veröffentlichte mehrere Soloplatten, Kelly Winrich produzierte unter anderem Nathaniel Rateliff und Jonathan Jameson, Will McLaren und Brandon Young gingen mit diversen Musikern auf Tour. Bei einer gemeinsamen Jam-Session 2018 fand die Familie wieder zusammen, die Reise geht endlich weiter. „What Is There“ knüpft an frühere Werke an und zeigt sich zugleich durch die Bandpause gereift.

Weiterlesen
Linhay

Linhay – On How To Disappear

Linhay haben ein typisches Emo-Album aufgenommen, so schallt es von den Bäumen. Die vier Kieler, seit Ende 2016 unterwegs, verstehen sich vor allem auf die Midwestern-Schiene des Sounds und liefern doch alles andere als Stangenware – siehe und höre die gemeinsame Split-EP „&“ mit der Band East aus dem vergangenen Jahr. Eine gewisse Eigenständigkeit ist ebenso wenig zu leugnen wie die offenkundigen Referenzen, und so findet der Full-Length-Einstand „On How To Disappear“ frische Ansätze in einem vertrauten Umfeld.

Weiterlesen
All Them Witches

All Them Witches – Nothing As The Ideal

Ruhe und Vorhersehbarkeit? Für All Them Witches ein Ding der Unmöglichkeit. Obwohl das Trio aus Nashville tief im psychedelischen Universum verhaftet ist, häutet es sich mit jedem Release von vorne und legt neue Facetten frei. Zuletzt bemühte sich „ATW“ um etwas mehr Fokus und Songdienlichkeit. Das kann man vom Nachfolger nicht wirklich behaupten, wobei es, nimmt man es genau, keine eindeutige Richtung gibt. Das in den legendären Abbey Road Studios aufgenommene „Nothing As The Ideal“ drängt zeitgleich gefühlt überall hin und nimmt so ziemlich alle bisherigen Phasen der US-Veteranen mit.

Weiterlesen
Elm Tree Circle

Elm Tree Circle – No Fomo

Die stete Angst, etwas zu verpassen, ist spätestens seit der Omnipräsenz sozialer Medien in Generation über Generation verhaftet. FOMO, „fear of missing out“, nennt sich dieses Phänomen. Was aber, wenn man sich doch ein wenig Zeit nimmt? Elm Tree Circle umkreisen dieses Phänomen kritisch mit Songs, die auch rund um die Jahrtausendwende prima funktioniert hätten – Indie, Emo und Punk geben sich die Klinke in die Hand. Das Trio aus Iserlohn lässt „No Fomo“ auf die selige Meute los.

Weiterlesen
The Hawkins

The Hawkins – Silence Is A Bomb

Die vier Musiker hinter The Hawkins müssen Rock’n’Roll mit der Muttermilch aufgesogen haben. Sie stammen aus einer schwedischen Kleinstadt mitten im Wald, wie sie gerne betonen, kennen sich schon ewig und machen seit sieben Jahren gemeinsam Musik. In dieser Zeit sprang ein Album ab, dazu kommen diverse Kleinformate, welche den Bogen von Queen über The Hives bis zu Royal Republic spannen. „Silence Is A Bomb“ packt all das erneut in den rifflastigen Turbomixer.

Weiterlesen
Aua

Aua – I Don’t Want It Darker

Fabian Bremer und Henrik Eichmann machen seit beinahe zwei Jahrzehnten gemeinsam Musik, unter anderem als eine Hälfte der Instrumental-Band Radare bekannt. Es geht aber auch anders, wie sie mit Aua beweisen. Krautige Sounds, mit Lo-Fi, Alternative und Electro kollidierend, gehen auf forschende Klangreise zwischen betonter Lässigkeit und understatetem Antrieb. Über einige Wochenenden in einer mit Equipment vollgepackten Hütte aufgenommen, bewegt sich „I Don’t Want It Darker“ durch nicht enden wollende Weiten.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?