Kategorie: Alben

The Menzingers

The Menzingers – Some Of It Was True

Mittlerweile gelten The Menzingers vollkommen verdient als Punk-Institution. Gut 15 Jahre nach ihrem ersten Album tankt sich das Quartett aus Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania weiterhin voller Elan durch seine hymnischen bis emotionalen Songs, die Kraft aus dem Inneren schöpfen und gerne musikalische Grenzen überschreiten. Das gilt ebenso – und mehr denn je – für ihren neuesten Streich, das erste reguläre Album seit vier Jahren. Man erfüllte sich den Wunsch, eine Platte komplett live einzuspielen, und nahm zudem ausnahmsweise Eindrücke von Familie und Freunden mit. Das macht sich auf „Some Of It Was True“ hörbar bezahlt.

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Sufjan Stevens

Sufjan Stevens – Javelin

Erstmals seit drei Jahren meldet sich Sufjan Stevens mit einem Soloalbum zurück. Seine letzte Singer/Songwriter-Platte ist sogar noch länger her, wobei es dieses Mal dennoch nicht so ganz puristisch vor sich geht. Auf dem neuesten, überwiegend zuhause aufgenommenen Streich werden die Dinge recht persönlich angegangen, begleitet von zahlreichen Gästen aus dem Freundeskreis und einem Sound, der wie ein kunstvoller und zugleich intimer Streifzug durch das illustre Schaffen des Detroiters wirkt. „Javelin“ tankt sich durch Stevens‘ 25jährige Karriere mit frischen Impulsen.

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Citizen

Citizen – Calling The Dogs

Was jahrelang und über mehreren Alben unter der Oberfläche brodelte, wird nun endlich nach vorne geholt: Citizen üben sich in Selbstreflexion und haben eine überaus persönliche Platte aufgenommen, die sich mit dem Innersten befasst, mit einer schweren Vergangenheit und nicht immer ganz einfachen Gegenwart. Zudem wurde das US-Trio zum Quartett, nachdem die langjährigen Tour-Musiker Mason Mercer (Gitarre) und Ben Russin (Schlagzeug) nicht nur fix ins Line-up integriert wurden, sondern sich auch gleich kreativ einbringen durften. Entsprechend vielschichtig und abwechslungsreich gibt sich „Calling The Dogs“.

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Velvet Two Stripes

Velvet Two Stripes – No Spell For Moving Water

Bloß zwei fertige Songs, der Rest reine Ideen und Skizzen: So flogen Velvet Two Stripes nach Portland, um dort ihr neues Album aufzunehmen. Und das klappte tatsächlich prima, denn bis Mittag wurde jeweils ein Track fertig geschrieben, nur um diesen nachmittags gemeinsam mit Drummer Joey Harmon auf Band festzuhalten. Binnen zwei Wochen war die Platte fertig, letzte Gesangsspuren wurden bloß Stunden vor dem Rückflug aufgenommen. Die fokussierte Arbeitsweise bekam dem Trio aus St. Gallen hörbar gut, und so wandelten die Schweizerinnen die Frische und Unmittelbarkeit ihrer Musik in einen echten Rock-Befreiungsschlag um. Entsprechend beherzt langt „No Spell For Moving Water“ zu.

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Hunny

Hunny – Hunny’s New Planet Heaven

Ja, verdammt noch mal. Ja, ja, ja und nochmals ja. Diese fünffache Anti-Verneinung zierte 2019 den Einstand von Hunny, die mit ihrem sonnigen Indie-Sound offene Türen einrannten. Konzerte rund um den Globus und viele weitere Highlights folgten, doch merkte das Quartett aus Los Angeles nach und nach, dass die Magie der Anfangstage ein wenig verlorengegangen war. Versuchte die EP „Homesick“ im Vorjahr bereits, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, so kommt exakt das auf dem zweiten Album durch. „Hunny’s New Planet Heaven“ verbindet die gewonnenen Erfahrungen und Skills der letzten Jahre mit dem Elan der ersten Songs und Kleinformate.

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Tausend Augen

Tausend Augen – Schock

Im weiten, schwer greif- und kategorisierbaren Kraut-, Psych-, Space- und Electro-Universum nehmen Tausend Augen ihren Quadranten in Beschlag. Das gelang vor gut zwei Jahren bereits prima, als „Westend“ die Ellenbogen ausfuhr und sich souverän behauptete. Nun widmen sie sich dem Ende der Realität und den Abbruchkanten, die sich dahinter verbergen. Mehr Konsequenz, Elektronik und Reduktion, von einem Comic begleitet, werden kühn für den Zweitling angekündigt. Und siehe da: „Schock“ tut genau das, und zwar von hohem Unterhaltungswert begleitet.

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PEACH

PEACH – PEACH

Gäbe es PEACH nicht, man müsste sie erfinden. Was 2019 beim Ideenaustausch zwischen Desert Rock, Punk und Grunge begann, fand erst zwei Jahre später zu einem vollständigen Line-up und arbeitete sich über die Distanz voran. Das Quartett aus dem britischen Bristol vermengt die Wüste mit Noise, mit Post Punk und etwas Alternative – scharfkantig, abgehangen, zugleich frontal und forsch. Rund um Frontfrau Ellie Godwin (No Violet) entstand ein Album, das sich mit Veränderungen, mit Grenzen und mit plötzlichen Einsichten in Beziehungen offensiv auseinandersetzt. Schlicht „PEACH“ betitelt, setzt es einen furiosen Nackenschlag in neun Kapiteln.

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Blood Command

Blood Command – World Domination

Der Einstieg von Nikki Brumen erwies sich für Blood Command als Glücksfall. Mit einer neuen Stimme und frischem Kreativ-Wind verlieh sie dem eigentlich bereits fertigen „Praise Armageddonism“ das gewisse Etwas. Dieses Mal war sie von Anfang an dabei und drückt dem ohnehin eigenwilligen Death-Pop der Nordlichter ihren eigenen Stempel auf. Und das ist nicht zu überhören, denn musikalisch wagt man sogar noch mehr. „World Domination“ ist wütender und poppiger zugleich, durchaus technoid und nie um einen völlig überdrehten Spagat verlegen. Zwischen Ungerechtigkeit, unerwiderter Liebe, finsteren Abgründen und dem unbedingten Willen, niemals aufzugeben, wartet starker Tobak.

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Heavy Lungs

Heavy Lungs – All Gas No Brakes

Wer immer schon wissen wollte, wer dieser von Idles besungene Danny Nedelko ist, sollte nun die Lauscher aufsperren. Es handelt sich dabei um den in der Ukraine geborenen Frontmann von Heavy Lungs, die nach mehreren EPs nun mit ihrem ersten Album zum Landeanflug ansetzen. Dass das Quartett aus Bristol aus einer ähnlichen Szene wie die großen Kollegen kommt, wird schnell deutlich. Ihr Post Punk trifft allerdings auf grummeligen Noise Rock, der sich betont schroff und ungemütlich gibt. „All Gas No Brakes“ verdeutlicht diesen Eindruck mit lautstarker, wachsender Begeisterung.

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Tape Trash

Tape Trash – Tape Trash 4-Ever

Zwei Norweger sorgen für ein gewaltiges Indie-Halleluja: Tape Trash sind aktuell noch ein absoluter Geheimtipp. Mitglieder so illustrer Helden wie Team Me, Ludvig Moon und Spielbergs machen in Duo-Besetzung ordentlich Lärm mit Hooks am laufenden Band. Im Laufe eines Jahres veröffentlichten sie mehr oder minder alles, was sie gerade geschrieben hatten, und so entstanden zwei EPs mit mehreren kleinen Hits, die nicht nur das nordische Radio eroberten. Auf ihrem ersten Album kommen diese nun mit ein paar neuen Nummern zusammen: „Tape Trash 4-Ever“ setzt auf dicke Melodien, punkigen Gaze und kantige Gitarren, von denen man nicht so schnell loskommt.

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