Kategorie: Reviews & Previews

The Migrant – Flood

Fernweh und die Liebe zur Musik machten aus dem Dänen Bjarke Bendtsen The Migrant. Nach einigen Jahren bei The Elephants brach der Mann aus dem ländlichen Jütland auf in die USA und reiste immer wieder durch Nordamerika; Erlebnisse, die seine ersten drei Alben beeinflussen sollten. Zwar wohnt Bendtsen mittlerweile – wieder – in Kopenhagen, das texanische Austin ist jedoch für ihn zu einer Art zweiten Heimat geworden und dient als steter Quell der Inspiration. Die neue Platte „Flood“ wurde dennoch in Dänemark aufgenommen, und zwar erstmals unter Live-Bedingungen mit voller Unterstützung durch Bendtsens Band.

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Angra – Secret Garden

Metal aus Brasilien? Gleich nach den Thrashern von Sepultura wird dem Szene-Kenner vermutlich das Power Metal-Quintett Angra in den Sinn kommen. Immerhin existiert die Band bereits seit 1991 und hat seitdem sieben Alben veröffentlicht, darunter mit „Holy Land“ (1996) und „Temple Of Shadows“ (2004) zwei großartige Klassiker – ersteres noch mit Sänger André Matos, zweiteres bereits mit dessen Nachfolger Eduardo Falaschi. Dieser hat der Band nach dem etwas schwachbrüstigen letzten Album „Aqua“ (2010) nun ebenfalls den Rücken gekehrt und wurde durch eine echte Szenegröße ersetzt. Niemand Geringeres als das Rhapsody Of Fire-Goldkehlchen Fabio Lione, ursprünglich nur als Zwischenlösung angedacht, übernimmt die Rolle des Sängers auf dem neuen Album „Secret Garden“. Nachdem die Formel „neuer Sänger – neues Glück“ bereits einmal aufging, stellt sich natürlich auch die Frage, ob der Band nun der dritte Meilenstein ihrer Geschichte gelingen wird.

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The Sonnenbergs – You Only Call Me When You’re Stoned

The Sonnenbergs haben sich eine schöne Geschichte ausgedacht. Ursprünglich hießen sie Serbian Mouth Sauna, mussten ihren Namen aber nach Unterlassungsdrohungen der International Association of Mouth Sauna Operators (IAMSO) und der Serbian League of Mouth Sauna Operators (SLMSO) ändern. Der nunmehrige Name stammt von einem Stadtteil Wiesbadens, Geburtsstadt Rocky und Andy Sonnenbergs. Musikalisch handelt es sich um die Hälfte der Band Rekord, die einst als erste Band auf Rewika releasen durften; nun auch Heimat der Sonnenbergs für ihre Debüt-Doppel-A-Seite.

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Spidergawd – II

Kaum angekommen, sind Spidergawd erneut am Start, und das als ausgewiesene Urgewalt. Das eponyme Debütalbum zeigte vergangenes Frühjahr, dass es sich hier um viel mehr als ein bloßes Motorpsycho-Nebenprojekt handelt. Für ein wenig Evolution ist auf „II“ nun gesorgt. Ein ellenlanger Jam fehlt, Überlänge gibt es kaum. Stattdessen setzen die Norweger vermehrt auf feinsten Classic Rock mit Blues-Einschlag, vergessen dabei aber zu keiner Zeit auf die obligatorische Prog-Note. Erhältlich ist auch diese Platte nur auf Vinyl mit beigelegter CD.

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Abramowicz – Generation

Deutschland, deine Gitarrenbands. Mit festem Schritt und kurzweiligen Melodien treten Abramowicz an, um das Erbe jener Bands anzutreten, die gar nicht daran denken sich zur Ruhe zu setzen. Bereits 2010 gegründet, wuchsen die Hamburger erst im Sommer vergangenen Jahres vom Trio zum Quintett mit Verpflichtung eines Lead-Gitarristen und eines Keyboarders. Die Idee: Garage-Punk, kurzweiliger Rock, eine fette Portion Eingängigkeit und ein wenig Genreclash zwischen nordamerikanischen Springsteen-Rock-Jüngern und heimischen Globetrotter. Die 4-Song-EP „Generation“ macht schon mal Bock auf mehr.

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The Munitors – Sleepless Careless Dreamless

Von der Wetterau nach Frankfurt am Main: The Munitors sind in die Stadt gezogen und entwickeln sich nicht nur musikalisch weiter. Zwischen Studium und Ausbildung feilen die vier Herren Anfang 20 in einem alten Bunker an neuen Songs. Die zweite EP „Sleepless Careless Dreamless“ klingt tatsächlich erwachsener und eine Spur melancholischer. In fünf Episoden entdecken sie sämtliche Facetten des von Echo und Schönheitsfehlern angetreibenen Indie Rock.

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Dan Mangan + Blacksmith – Club Meds

Dan Mangan verzichtet auf Singalongs und fröhlichen Folk. Kunst, die nicht von politischen Gesichtspunkten beeinflusst wird, gestaltet sich für den Kanadier zunehmend uninteressanter. Kanada galt lange Zeit als Insel der Seeligen – ein Bild, das sich sukzessive ändert. Der durch seine Crack-Exzesse bekannt gewordene ehemalige Bürgermeister Torontos, Rob Ford, ist eine von vielen Figuren, an denen sich der Singer/Songwriter stößt. Gemeinsam mit seiner Band Blacksmith veröffentlicht er „Club Meds“ und bewegt sich damit schrittweise gen melancholische Düsternis.

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Olli Schulz – Feelings aus der Asche

Dank „Circus HalliGalli“, „Schulz in the Box“ und seinem Onkelz-Rant bei „Böhmermann und Roche“ ist Olli Schulz nun auch einem breiteren Publikum bekannt, was sich bereits anhand der starken Chartplatzierung von „SOS – Save Olli Schulz“ vor knapp drei Jahren zeigte. Der Hamburger Entertainer möchte seine TV-Präsenz nun deutlich reduzieren, um sich auf seine Musik-Karriere zu konzentrieren. „Feelings aus der Asche“ tauscht Lieder übers Rangeln gegen eine ernsthafte Platte mit Songs aus der Mitte des Lebens.

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Apocalyptica – Shadowmaker

Lyric-Videos erfreuen sich aktuell besonderer Beliebtheit. Besonders interessant ist diese Kurzform, wenn man ein wenig von der Norm abweicht und mehr bietet als ‚bloß‘ die Lyrics auf den Screen zu animieren. Apocalyptica erheben dieses noch relativ neue Klangbild-Medium zur Kunstform und präsentieren mit „Shadowmaker“ gleich mehrere Neuheiten: neue Single, Vorbote aufs neue, gleichnamige Album (VÖ: 3. April) und neuer Sänger. Für Album und Tour stößt Franky Perez (ex-Scars On Broadway, ex-Slash) zu den Finnen, die nun (temporär?) zum Quintett anwachsen.

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Max Jury – All I Want / Something In The Air

Des Moines, Iowa, das ist eigentlich Slipknot-Territorium. Vielleicht muss man künftig aber auch an Max Jury denken. Der 21jährige Singer/Songwriter ist noch ein Geheimtipp, könnte 2015 aber durchstarten und wird von der einschlägigen Fachpresse bereits entsprechend gefeiert. Sind solche Vorschusslorbeeren auch gerechtfertigt? Grund genug sich den beiden bisherigen EPs Jurys anzunehmen, die hierzulande auch digital erschienen sind: „All I Want: The Sonic Factory Sessions“ und „Something In The Air“, beide über Marathon Artists erhältlich.

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