Jamie Lenman – Devolver

Mit ihrem hibbeligen und doch eingängigen Post-Hardcore-Sound ging der Stern der Briten Reuben in den Nuller-Jahren blitzschnell auf, verglühte nach drei Alben allerdings viel zu schnell wieder. Frontmann Jamie Lenman, eine Follikel-optimierte Urgewalt in Hosenträgern, macht seither solo weiter und trat 2013 erstmals mit einem Doppelalbum – teils bluesiger Thrash, teils Folk – in Erscheinung. Auf „Devolver“ nähert er sich nun wieder seinen wüsten Wurzeln an, betont jedoch ebenso den experimentellen Aspekt seines Schaffens.

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Farewell Dear Ghost – Neon Nature

Philipp Szalay war schon immer ein Reisender, das ließ er in der Vergangenheit immer wieder in den Texten seiner Band Farewell Dear Ghost anklingen. Und so verwundert es kaum, das es den Grazer nach dem Release des genialen Debüts „We Colour The Night“ in die Welt hinauszog. Von einem Trip nach China im vergangenen Jahr tief beeindruckt, verfeinerte Szalay Line-up und Sound, vergrubt sich samt Band im Studio und legt, nach einem EP-Zwischenschritt, nun das zweite Band-Album „Neon Nature“ nach.

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Eleonora – The Ghost

Im zarten Alter von fünf Jahren entdeckte Eleonora Zaripova ihre Liebe zur Musik und schlug einen entsprechenden Bildungsweg ein. Zehn Jahre später verschlug sie eine schwere, fast tödliche Leukämie-Erkrankung nach Berlin. Die gebürtige Russin überlebte, machte die deutsche Hauptstadt fortan zu ihrer neuen Heimat und widmete sich neuen musikalischen Pfaden. Als Eleonora spielt sie mit TripHop und elektronischen Alternative-Sounds. Klingt sperrig, weiß aber zu faszinieren: „The Ghost“ ist ihr eindrucksvolles Debüt.

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The Bloody Beetroots – The Great Electronic Swindle

Einst holten The Prodigy Rocker und Metaller auf den Dancefloor, später gaben ihnen Underworld Gitarren und clevere Texte. Nach entsprechenden Exkursen von Pendulum sind nun The Bloody Beetroots an der Reihe, um diese nach wie vor etwas ungewöhnliche Beziehung zu intensivieren. Der gebürtige und stets maskierte Italiener Sir Bob Cornelius Rifo arbeitet mit Künstlern aus den verschiedensten Genres – bevorzugt Hard’n’Heavy – zusammen und treibt sie durch Rave- und Drum’n’Bass-Gefilde. Auf „The Great Electronic Swindle“ tobt sich Rifo mit allerlei Prominenz aus.

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The Dues – Time Machine

Eigentlich, möchte man meinen, sei im Bereich 70s-Hard-Rock bereits alles gesagt. Streng genommen ist das auch so, und doch tauchen immer wieder junge, talentierte Bands auf, die mit Herzblut, Spielfreude und durchaus frischen Riffs überraschen. The Dues aus der Schweiz reihen sich in diese durchaus bluesig angehauchte Riege ein. Erst im vergangenen Jahr veröffentlichte das Trio sein Debütalbum „Thief Of Time“. Auch der Nachfolger „Time Machine“ bleibt gewissermaßen zeitlos.

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Dangers Of The Sea – Our Place In History

Eigentlich wollte Andreas Bay Estrup als Jazz-Drummer durch die Welt touren, begann nach seinem Musikstudium jedoch, selbst Songs zu schreiben, und schlug mit Dangers Of The Sea einen anderen Weg ein. Die Folk-Allstars mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern diverser bekannter dänischer Szene-Bands debütierten 2012 gekonnt, legen allerdings erst jetzt nach. „Our Place In History“ ist somit keineswegs ein Schnellschuss geworden und zeugt von cleverer, sorgsamer Weiterentwicklung.

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Kalamahara – Greener Fields

Drei Sänger, drei Instrumente, drei Persönlichkeiten – das Power-Trio Kalamahara aus Leipzig und Hamburg setzt zum erneuten Landeanflug an. Musikalisch hörbar gereift, unter anderem nach gemeinsamen Gigs mit RoToR, Coogans Bluff und The Flying Eyes, steht nun ein neues Album zwischen Psychedelic Rock, Stoner und einem Hauch Kraut an. „Greener Fields“ übt sich einmal mehr in ausladenden Songideen und durchweg hypnotisierenden Jams.

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Robert Plant – Carry Fire

Zeit seiner ein halbes Jahrhundert umfassenden Karriere war Robert Plant ein Meister darin, sich und seinen Sound immer wieder neu zu erfinden. Daran hat sich bis heute nichts verändert. Zuletzt rückte der Brite auf „lullaby and… The Ceaseless Roar“ wieder sein World-Music-Faible in den Mittelpunkt und stellte seine neue Band The Sensational Space Shifters vor. Diese ist ihm, unter anderem um Seth Lakeman erweitert, erhalten geblieben, und scheint auf „Carry Fire“ endlich angekommen zu sein.

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Gloria – Da

Zwei Alben lang spielten sich Gloria, das Duo um Mark Tavassol von Wir sind Helden und TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf, vom kurios anmutenden Indie-Gag zur sympathischen Band mit einem Händchen für aufwühlende Texte gepaart mit MOR-Klängen. „Gloria“ und „Geister“ zeigen sich gutklassig, ließen allerdings noch einiges an Luft nach oben. Mit „Da“ – natürlich, möchte man beinahe sagen, im mittlerweile typischen Zwei-Jahres-Rhythmus aus den Markt geworfen – schöpft das Duo nun endlich sein Potential aus.

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Iron Chic – You Can’t Stay Here

Musikgewordene Trauerarbeit – ein an sich schwieriges Feld, weil sehr persönlich und für Außenstehende oftmals schwer nachvollziehbar. Wüsste man jedoch nicht, dass Iron Chic sich auf ihrem dritten Album mit dem unerwarteten, plötzlichen Tod ihres wenige Monate zuvor ausgestiegenen Ex-Gitarristen Rob McAllister befassen, man käme angesichts der bärbeißigen, eingängigen Punk-Hymnen wohl kaum auf etwaige Gedanken. „You Can’t Stay Here“ vollbringt den seltenen Spagat zwischen weitestgehend konträren musikalischen und textlichen Bedeutungsebenen gar fabulös.

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