Beans On Toast

Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

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Teen Jesus And The Jean Teasers

Teen Jesus And The Jean Teasers – Glory

Wenn es läuft, dann so richtig: Teen Jesus And The Jean Teasers schweben auf einer Welle des Erfolgs, gerade in ihrer australischen Heimat. Ihr erstes Album platzierte sich in den Top 10, 2024 nahmen sie den prestigeträchtigen ARIA Award als beste Newcomer entgegen, zudem supporteten sie unter anderem Foo Fighters und Pearl Jam. Für den Nachfolger konnte man die mit drei Grammys ausgezeichnete Catherine Marks gewinnen, die unter anderem bereits Boygenius und Wolf Alice produzierte. „Glory“ bleibt jedoch dem geschmackvoll drastischen, angepunkten und zugleich drückenden Sound des Vorgängers treu.

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Jonathan Jeremiah

Jonathan Jeremiah – We Come Alive

Einer der besten Songwriter dieser Zeit fliegt weiterhin komplett unverdient unter dem Radar. Die Rede ist von Jonathan Jeremiah, dessen butterweiche und gefühlvolle Musik erneut komplett eigene Schubladenkästen bastelt und großartige Geschichten erzählt. Auch sein neuester Streich bringt alles mit, was man gemeinhin im weiten Kopfkino-Sektor verortet. Mit dem gängigen Optimismus war es dieses Mal gar nicht so einfach, denn „We Come Alive“ verarbeitet unter anderem den Tod des Vaters, setzt sich mit zentralen Fragen rund um Zugehörigkeit, Identität und Herkunft auseinander, und lässt zugleich zunehmend unbequeme globale Geschehnisse nie komplett aus den Augen.

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Tape Trash

Tape Trash – Eden

Darauf definitv kein Amen: Ihr im Herbst 2023 erschienener Einstand „Tape Trash 4-Ever“ gilt nach wie vor als Indie-Geheimtipp, voller Herz und Hirn, Melodien und Kanten. Das norwegische Duo Tape Trash befasste sich seither mit einem Strauß an Konflikten – vom musikalischen Hintergrund über das Verhältnis von Emotionen zu Genre-Treuheit (Emo ist hier als reiner Gefühlsausdruck zu verstehen) bis hin zu Glaubensfragen. „Eden“ wurde nach dem Verlust des eigenen Glaubens geschrieben und versucht eine Welt jenseits der Religion für sich zu entdecken, nahezu konstant zwischen gewonnener Freiheit und allumfassender Trauer gefangen.

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Maria Iskariot

Maria Iskariot – Wereldwaan

Man muss kein Wort der niederländischen Sprache verstehen, um Maria Iskariot zu verstehen. Das Quartett aus dem belgischen Gent verwendet Punk als wütende, furiose Ausdrucksform der eigenen, alles andere als einfachen Existenz und sucht nach Hoffnung, nach Zusammenhalt, selbst wenn alles um sie herum den Bach heruntergeht. Nach 180 Live-Shows in den letzten beiden Jahren, unter anderem als Support von Tropical Fuck Storm, einer EP und einer millionenfach geklickten Live-Session landet mit „Wereldwaan“ nun ihr erstes, erwartungsgemäß lautes und forsches Album.

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Psychedelic Porn Crumpets

Psychedelic Porn Crumpets – Pogo Rodeo

Psychedelic Porn Crumpets sind fleißig, ob auf oder neben Bühne. 2025 gab es sogar gleich zwei Studioalben, weil live nicht ganz so viel ging. Das lag unter anderem am Ellenbogenbruch von Sänger und Hauptsongwriter Jack McEwan, der beim Songwriting notgedrungen auf das ungeliebte Keyboard umsteigen muss. Das hinterließ jedoch Eindruck und prägte den Sound des australischen Sextetts durchaus, ohne auch nur annähernd von vertrauten Klängen abzurücken. Viel mehr punktet „Pogo Rodeo“ mit spannenden und selbst für Band-Verhältnisse durchaus ungewöhnlichen, doch stets willkommenen Facetten.

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Bright Eyes

Bright Eyes – Kids Table

Wenn es läuft, dann so richtig: „Five Dice, All Threes“ bannte alle Stärken der Bright Eyes auf eine Platte, so kauzig und harmoniebedürftig wie eh und je, begleitet von spannenden Gästen und nicht minder interessanten Ideen. Wenig überraschend haben Conor Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott Nachschub im Gepäck. Von Anfang an sollte jenes Material, das nicht 100%ig zum Fluss des Albums passte, zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden. Begleitet von einigen weiteren Tracks, überrascht „Kids Table“ mit spannenden bis ungewöhnlichen Ansätzen, die sowohl die aktuelle Platte erweitern als auch komplett für sich selbst stehen können sollten.

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White Reaper

White Reaper – Only Slightly Empty

Plötzlich waren es nur noch drei. Im Vorjahr gingen White Reaper die Wilkerson-Zwillinge und damit die komplette Rhythmusabteilung verloren. Es war der Schlusspunkt einer schwierigen Phase, denn nach dem Major-Einstand 2019 folgte eine lange Pause mit der erhofften Auszeit, doch fand man sich nach eigenen Angaben vier Jahre später auf „Asking For A Ride“ in einer Identitätskrise wieder. Nun ist man bei Blue Grape Music, klein und mehr als fein, arbeitet erstmals als Trio und transportiert den etatmäßigen Power-Pop-Sound in eine neue, gerne mal sympathisch schwerfällige Richtung. „Only Slightly Empty“ hat aber weiterhin Hooks in rauen Mengen zu bieten.

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Drink The Sea

Drink The Sea – Drink The Sea I & II

Ein guter Geist schwebt über dem Doppel-Einstand einer prominent besetzten Band, und ist doch leider nicht mehr her: Hinter Drink The Sea stecken verschiedene Musiker, die unter anderem mit Mark Lanegan zusammengearbeitet hatten. Am Start sind Duke Garwood, Alain Johannes (u. a. Queens Of The Stone Age), Peter Buck (R.E.M.), Barrett Martin (u. a. Screaming Trees) sowie Multi-Instrumentalistin Lisette Garcia. Musikalisch bewegt man sich durchaus im Geiste der legendären Reibeisen-Stimme, von transzendentalen und angenehm globalen Einflüssen begleitet – bluesig, wüst, mit Alternative- und sogar Folk-Chic ausgestattet. Zu Beginn gibt es gleich ein Doppelalbum, „Drink The Sea I“ und „Drink The Sea II“, innerhalb 14 Tagen separat erschienen.

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Mirador

Mirador – Mirador

Gesucht und gefunden, so könnte man die Freundschaft von Jake Kiszka und Chris Turpin nennen. Die beiden Herren lernten sich kennen, als Turpins Band Ida Mae für Kiszkas Greta Van Fleet 2018 den Support gab, bereits im Folgejahr begann man Backstage zu jammen. Mit Mikey Sorbello an den Drums und Nick Pini am Bass und am Keyboard – zwei ehemalige musikalische Partner Turpins – war schnell eine komplette Band gefunden, die als Mirador im Vorjahr fleißig tourte. Wenig überraschend klingt das erste Album, schlicht „Mirador“ genannt, wie die Schnittmenge beider Bands.

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