Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Beans On Toast
(c) Beans On Toast

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

Musikalisch und thematisch stellt sich dieses 18. (!) Geburtstagsalbum gewohnt breit auf, verarbeitet persönliche Themen wie auch größere gesellschaftliche und globale Talking Points, mal folkig und reduziert, dann wieder beschwingt und gitarrenlastig. In „Pelican Crossing“ taucht das Trennende neben dem Gemeinsamen auf. Wir alle sind unterschiedlich, was zu einem gewissen Teil gut ist. Aber nicht immer, wie das pointierte, gekonnt unbequeme „Gods, Children And Robots“ unter Beweis stellt. Gleich die erste Strophe geht direkt unter die teilnahmslose Haut, dann nimmt der Song in jeder Hinsicht mehr und mehr Fahrt auf.

Ganz anders hingegen „Our Cat“: McAllisters clevere Tochter schafft es den Eltern, eine anti-allergene Katze einzureden … und die verlieben sich in den Vierbeiner. Das ist witzig und unerwartet rührend. Hingegen besinnt sich „That’s Why I Don’t Drink Tequila Anymore“ auf nüchterne Zeiten und schiebt dem Blackout den Riegel vor. Das sarkastisch angehauchte, angepunkte „Taylor Swift For President“ dazwischen altert hingegen eher suboptimal. Dann doch lieber das feine Storytelling von „A Real Rock ‚N‘ Roller“, das sich in einen Rausch spielende „Magicians And Outlaws“ oder das aufwühlende „A Glastonbury Oak“.

Und so bleibt unterm Strich – und mit großer Freude – das stärkste Album seit fünf Jahren. Eigentlich macht Beans wenig wirklich neu, was aber nicht stört. Die Songs sind von vorne bis hinten einfach nur verdammt gut, die Musikalität macht Laune und die Idee, mit der eigenen Live-Band ins Studio zu gehen, war ein – wie sich nun herausstellt – längst überfälliger Schritt. „Kill Them With Kindness“ kann richtig nett sein, hat seine witzigen und berührenden Anekdoten, legt aber auch den Finger in die Wunde, im richtigen Moment und in bester Folk-Tradition. Beans On Toast erfindet damit vielleicht das sprichwörtliche Rad nicht neu, schüttelt dafür wieder eine absolute Ausnahmeplatte aus dem Ärmel. Und das ist immer eine fantastische Sache.

Wertung: 4,5/5

Erhältlich ab: 01.12.2025
Erhältlich über: Beans On Toast Music

Website: beansontoastmusic.com
Facebook: www.facebook.com/beansontoastmusic