Baby Universal – Live

Warum Baby Universal trotz ihrem hervorragenden, selbstbetitelten Debütalbum und der charmanten EP „Boys And Girls“ ein Geheimtipp geblieben sind, ist unverständlich. Das Quartett um Cornelius Ochs, geboren aus einem Roadtrip, versteht es Garage Rock mit leicht retrolastigen Rock’n’Roll-Sounds und sommerlichem Britpop zu vermischen, was vor allem live hervorragend funktioniert hat. Eigentlich wollte man die beiden Abschlusskonzerte der letztjährigen Tour nur für Freunde und Crew mitschneiden, hat sich allerdings doch zu einer Veröffentlichung durchgerungen. Mit Recht, denn „Live“ macht unheimlich Laune und seinem Namen alle Ehre.

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Bjørn Berge – Blackwood

Den Blues muss Bjørn Berge wohl mit der Muttermilch aufgesogen haben. Zwar hat der norwegische Mittvierziger, wie er selbst sagt, ’nie unter der sengenden Sonne der Dixie-Plantagen gearbeitet‘, dafür als Mechaniker auf Nordsee-Bohrinsel Erfahrung mit Sturm und Kälte gemacht. Mit seiner zwölfsaitigen Gitarre greift er nicht nur die Traditon des Delta-Blues auf, sondern nimmt sich auch Rock- und Pop-Klassikern an. Unter anderem wurden bereits Songs von Motörhead und den Red Hot Chili Peppers neu eingekleidet. Auf seinem aktuellen Album „Blackwood“ überwiegen jedoch die Eigenkompositionen, was definitiv kein Fehler ist.

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The Japanese Popstars feat. Robert Smith – Take Forever

Zwar gibt es das nordirische Trio The Japanese Popstars erst seit vier Jahren, doch in dieser kurzen Zeit hat man einiges erreicht: kultiges Indie-Debüt, Major-Vertrag, große Kollaborationen. Auf ihrem aktuellen Album „Controlling Your Allegiance“, das seit dem Sommer erhältlich ist, arbeiten sie unter anderem mit Green Velvet, Tom Smith von den Editors und Simon Neal von Biffy Clyro zusammen. Der ‚dickste Fisch‘ ist aber zweifelsohne der legendäre The Cure-Frontmann Robert Smith, der auch schon mit Blank & Jones und Crystal Castles gewerkt hat. „Take Forever“, das Ergebnis, kann sich absolut hören lassen und erscheint nun als mittlerweile vierte Auskopplung.

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Evanescence – Evanescence

Die Bandgeschichte der amerikanischen Alternative-Rocker Evanescence darf man getrost als bewegt titulieren. Nach dem Durchbruch mit der Single „Bring Me To Life“ und dem Album „Fallen“ im Jahr 2003 verließ Mitbegründer und Gitarrist Ben Moody urplötzlich die Truppe, angeblich wegen musikalischer Differenzen zwischen ihm und seiner Jugendfreundin, Sängerin Amy Lee. Drei Jahre Rehabilitationszeit später erschien 2006 mit „The Open Door“ ein ebenfalls erfolgreicher Nachfolger. Doch erneut spaltete sich die Band: Im Mai 2007 gab man die Trennung von Gitarrist John LeCompt und Schlagzeuger Rocky Gray bekannt. In diesem Jahr geht man also mit einer fast kompletten Neubesetzung an den Start. Das Ergebnis des selbstbetitelten dritten Studioalbums büßt jedoch qualitativ keineswegs ein.

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Fenech-Soler – Stop And Stare

Der massiven Unterstützung von Groove Armada, die Fenech-Soler mit auf Tour nahmen und Sänger Ben Duffy ihre Single „Paper Romance“ einsingen ließen, ist es unter anderem zu verdanken, dass sich das britische Quartett mittlerweile einen Namen machen konnte. Auch wenn man bislang nicht an den Erfolg von Kollegen wie The Naked And Famous oder Gypsy & The Cat anknüpfen konnte: Rein musikalisch gesehen macht ihr selbstbetiteltes Debütalbum immer noch verdammt viel Spaß. Die mittlerweile dritte Single „Stop And Stare“ übt sich in zartem Understatement und verleiht klassischen Dance-Pop-Klängen eine leicht melancholische Note.

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Paley & Francis – Paley & Francis

Zwei Stimmen, eine Platte: Reid Paley (Reid Paley Trio) und Black Francis (aka Francis Black, The Pixies) haben sich an einem wahren Schnellschuss versucht. Die Musik für ihr gemeinsames Album haben sie an drei Nachmittagen im Eilverfahren geschrieben, weil Francis an jedem dieser Tage für Soloshows in New York verweilte. Man teilte sich die zehn Songs auf, jeder schrieb zu deren fünf Texte und sang die Lead Vocals, während der jeweils andere die Backings übernahm. Aufgenommen wurden die Songs an zwei kurzen Tagen vor einem Jahr, weil an den Abenden Pixies-Shows am Programm standen. Klingt alles recht hektisch – sämtliche verwendete Aufnahmen sind First Takes – funktioniert aber überraschend gut, wie „Paley & Francis“ beweist.

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Guano Apes – This Time

Als sich die Guano Apes im Frühjahr nach ihrer erfolgreicher Live-Reunion mit einem neuen Studioalbum zurückmeldeten, waren zynische Stimmen weit verbreitet – kein Wunder nach schwachen Soloalben und Nachfolgeprojekt. Ob des Geldes wegen oder nicht: „Bel Air“ hat es an die Spitze der Charts geschafft mit einem neuen, deutlich rockigeren Sound. Nun erscheint eine ‚Gold Edition‘ des Albums mit zwei neuen Songs und einer zusätzlichen DVD, gesäumt von der mittlerweile dritten Single „This Time“, die allerdings nur digital erhältlich sein wird.

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DZ Deathrays – Ruined My Life

Während sich Death From Above 1979 endlich wieder zusammengerauft haben und zumindest gemeinsam auf Tour gegangen sind – ein eventuelles neues Album steht noch in den Sternen – schaffen es ihre potentiellen Nachfolger aus Australien mit zweijähriger Verspätung endlich auch nach Deutschland. DZ Deathrays (ehemals DZ) kultivieren eben jene Dancepunk-  / Noise-Rock-Melange, die das DFA-Duo vor sieben Jahren in sämtliche Hipster-Lokale katapultiert hat. Sänger Shane Parsons und Drummer Simon Ridley haben nun ihre EP „Ruined My Life“ am Start, die Down Under bereits seit 2009 erhältlich ist.

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Veto – This Is Not

Was sich zu Jahresbeginn angedeutet hat, ist mittlerweile sympathische Realität geworden. Mit „Everything Is Amplified“, dem Nachfolger zum wahnwitzigen internationalen Debüt „Crushing Digits“, haben es die Dänen Veto erneut geschafft, Indie-Klänge in ein schwer tanzbares Gewand zu zwängen. Im Jänner bereits als Teaser veröffentlicht „This Is Not“, gleichzeitig auch die neue Single. Klingt komisch, ist aber durchaus Usus: Aus einem 1-Track-Download ist nun ein stattliches Bundle geworden, speziell für Club-Freunde. Der Qualität des Songs an sich schadet so ein Re-Release freilich überhaupt nicht.

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