Schlagwort: Electro-Pop

Lukas Oscar

Lukas Oscar – Everything’s Built To Last

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Lukas Oscar gefühlt bereits mehrere Musikerleben hinter sich. 2016 gewann er The Voice Kids, vier Jahre später schrieb er am bulgarischen Beitrag für den abgesagten Eurovision Song Contest, bevor 2022 die Solokarriere mit der ersten EP „Colors Of A Void“ langsam Fahrt aufnahm. Seither erschienen ein Album, zwei weitere EPs und diverse Songs, zudem supportete in Wien wohnende Fürstenfelder mit philippinischen Wurzeln so unterschiedliche Künstler wie Mark Forster, Khruangbin und L’Impératrice. Mit „Everything’s Built To Last“, seinem neuen Album, kündigt Oscar einen deutlich mutigeren, vielschichtigeren Pop-Ansatz an, der Normen hinterfragt, gerade mit unterstützendem Blick auf die LGBTQIA+ Community, und den Lärm im Kopf zur Ordnung ruft.

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Sébastien Tellier

Sébastien Tellier – Kiss The Beast

Seit Jahren und Jahrzehnten schreibt und produziert Sébastien Tellier. Er trat 2008 für Frankreich beim Song Contest an, war 2024 Teil der Paralympics-Eröffnungszeremonie in Paris, in Soundtracks zu hören und schrieb selbige in Hülle und Fülle. Obwohl er zuletzt alles andere als untätig war, ist das letzte Album „Domesticated“ doch schon wieder fünfeinhalb Jahre her. Die Trademarks blieben erhalten – Bart, lange Haare, Sonnenbrille – die Musik erfuhr eine kleine Metamorphose. „Kiss The Beast“ stellt sich noch eine Spur breiter auf und erweitert vertraute Synth- und Electro-Klänge in verschiedenste Richtungen.

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Austra

Austra – Chin Up Buttercup

Fünfeinhalb Jahre ohne ein Studioalbum – für Austra eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Als „HiRUDiN“ erschien, ware Katie Stelmanis‘ Leben eben erst komplett umgekrempelt worden. Erst verabschiedete sich die langjährige Partnerin mit einem einzigen Satz und war seither nicht mehr gesehen, dann setzte die Pandemie ein und Stelmanis hatte bloß 24 Stunden, um den damaligen Wohnsitz in London für die kanadische Heimat aufzugeben. Was folgte, war der Versuch, sich mit den neuen Lebensumständen abzufinden, das Trauma zu verarbeiten und doch nach vorne zu blicken. Songwriter und Produzent Kieran Adams half mit experimentellen Dance-Tracks weiter, langsam, aber sicher begann der Wiederaufbau. „Chin Up Buttercup“ ist entsprechend sarkastisch zu verstehen.

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Cubzoa

Cubzoa – Unfold In The Sky

Vor über zehn Jahren tauchten zwei Releases unter dem Namen Cubzoa auf Bandcamp auf, die als Grundlage für den Sound von Penelope Isles dienen sollten, die Band der Geschwister Jack und Lily Wolter. Es war Jack, der mit dem an Cubozoa (eine giftige Würfelqualle) angelehnten Pseudonym erste psychedelische Gehversuche wagte. Während der Lockdowns schrieb er zahlreiche Songs im Haus seiner Eltern, die nicht zur gemeinsamen Band passen. Stattdessen wurde Cubzoa als Wolters Soloprojekt wiederbelebt, verträumt, elektronisch, semi-akustisch und – trotz aller Synthetik – höchst warmherzig. Exakt das zeigt sich im magischen ersten Album „Unfold The Sky“.

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Automatic

Automatic – Is It Now?

Erst sorgten sie mit ihrem Motorik-Pop für Bewegung, nun soll Deviant-Pop dem Brainrot im Hier und Jetzt entgegenwirken: Automatic mögen es gerne ungewöhnlich und doch eingängig, das zeigten sie zuletzt vor gut drei Jahren auf „Excess“. In der Zwischenzeit haben sie ihren synthetischen Ansatz noch weiter auf ein absolutes Minimum heruntergebrochen, zynisch und schwarzhumorig, betont respektlos. „Is It Now?“ will Unterdrückungsstrukturen durch neue Dringlichkeit aufbrechen und ruft zu einer Art kleinen Revolution gegen Konsum und zerstörerische Strukturen auf, begleitet von minimalistischer Eingängigkeit.

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Moscoman

Moscoman – Caviar

Nach diversen recht elektronischen Platten wollte DJ, Produzent und Disco Halal-Labelchef Moscoman etwas anders machen. Organische Klänge mit Bandsound, live reproduzierbar und weit weg von reiner Tanzmusik, wurden zum erklärten Ziel. Über zwei Jahre wurde neues Material geschrieben und aufgenommen, unterstützt durch zahlreiche Partner. Die Mission: Nostalgie trifft moderne Produktion. Ein klassischer, warmherziger Sound sollte eine Frischzellenkur bekommen und sich zugleich wie eine Art musikalischer Roadtrip anfühlen. „Caviar“ sorgt tatsächlich für spannendes und willkommenes Umdenken im Hause Moscoman.

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Goldkimono

Goldkimono – This One’s On The House

Für Martijn ‚Tienus‘ Konijnenburg geht es konstant nur nach oben. Als Goldkimono veröffentlichte der Niederländer erst 2020 seine erste Single. Zwei Alben und diverse Tracks sollten folgen, die unter anderem Radioeinsatz erhielten und zur Untermalung von Fernsehserien verwendet wurden. Zudem wurde Konijnenburg zum gefragten Songwriter und häufte ganz nebenbei über 40 Millionen Streams auf Spotify an. Diese Serie sollte sich mit der dritten eigenen Platte fortsetzen: „This One’s On The House“ schafft es einmal mehr, poppige Eingängigkeit mit sympathischer Eigenständigkeit sowie ernsten Noten dahinter zu verbinden.

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Morcheeba

Morcheeba – Escape The Chaos

Morcheeba als Phänomen zu bezeichnen, würde dem Duo nicht annähernd gerecht werden. Seit mittlerweile 30 Jahren sorgen die TripHop-Ikonen für begeisternde, vielschichtige und mitreißende Klänge, emotional und entspannt, fieberhaft und aufwühlend. Skye Edwards und Ross Godfrey betonen das Familiäre dieser Platte. Edwards‘ Ehemann Steve Gordon (Bass) und Sohn Jaega (Drums), beide langjährige Live-Mitglieder, waren im Studio mit dabei, Godfrey Ehefrau Amanda Zamolo mischte als Gast und Co-Autorin mit. Das nunmehr elfte Studioalbum „Escape The Chaos“ wurde gemeinsam erarbeitet und lebt von seiner heimeligen, intensiven Atmosphäre.

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Sophia Kennedy

Sophia Kennedy – Squeeze Me

Klare Kante inmitten klarer Unklarheiten, das war schon immer die Sache der Wahl-Hamburgerin Sophia Kennedy. Die in Baltimore geborene Musikerin bemühte bereits auf ihren ersten beiden Alben einen angenehm andersartigen Pop-Ansatz, begleitet von Themen wie Selbstbestimmung, hinterfragten Machtpositionen und komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen. All das und mehr intensiviert sie nun und knüpft daraus ein ganzheitliches Narrativ auf Albumebene. Zudem wagt sich „Squeeze Me“ an so etwas wie Minimalismus und arbeitet die Sollbruchstellen zwischen Musik und Text konsequenter denn je aus.

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Miel De Montagne

Miel De Montagne – Ouin Ouin

Miel De Montagne ist der etwas unbekannte Meister der feinsinnigen Indie-Pop-Hymnen. Die Songs des 28jährigen Franzosen werden millionenfach gestreamt und vermitteln herrliche Leichtigkeit, von sympathischer Elektronik und unverschämt eingängigen Melodien begleitet. Hier darf Pop noch Pop sein, ohne unnötige Coolness auszustrahlen – obwohl genau das wunderbar gelingt. Auch auf dem neuesten Album „Ouin Ouin“ finden lässiges Augenzwinkern sowie ehrliche, aus dem tiefsten Inneren empfundene Emotionen auf herrlich sympathische, energische Weise zusammen.

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