Cubzoa – Unfold In The Sky

Cubzoa
(c) Declan Haughian

Vor über zehn Jahren tauchten zwei Releases unter dem Namen Cubzoa auf Bandcamp auf, die als Grundlage für den Sound von Penelope Isles dienen sollten, die Band der Geschwister Jack und Lily Wolter. Es war Jack, der mit dem an Cubozoa (eine giftige Würfelqualle) angelehnten Pseudonym erste psychedelische Gehversuche wagte. Während der Lockdowns schrieb er zahlreiche Songs im Haus seiner Eltern, die nicht zur gemeinsamen Band passen. Stattdessen wurde Cubzoa als Wolters Soloprojekt wiederbelebt, verträumt, elektronisch, semi-akustisch und – trotz aller Synthetik – höchst warmherzig. Exakt das zeigt sich im magischen ersten Album „Unfold The Sky“.

Der fieberhafte, geradezu pulsierende Opener „In 2 Worlds“ führt erst einmal auf die falsche Fährte und bringt einen Drive auf, den weite Teile des Albums nicht besitzen. Macht aber nichts, denn mit diesem vergleichsweise lebhaften Track samt butterweichen, hellen Vocals und bunter Synthetik macht man nichts verkehrt. Das krasse Gegenstück heißt wohl „I Dreamed A Beach“ und bricht die Instrumentierung auf ein weitestgehend akustisches Unterfangen herunter – auf das Wesentliche reduziert, voller Singer/Songwriter-Romantik und Understatement. Dass die letzten Sekunden sogar aufbrausend werden, überrascht dann doch.

In seiner eigenen imaginären Mitte findet Wolter das getriebene und doch schüchterne „Buckle Up“, wo eigentlich nicht viel passiert, von einem vergleichsweise flotten Beat jedoch durch den legeren Spaziergang getrieben wird. „Barcelona“ mag ebenso seinen etwas vertrackteren Rhythmus und erinnert fast an einen Lemon Jelly-Track – energisch und doch in seiner Anmut mysteriös, nahezu bizarr. Entsprechend raubt „Choke“ geradezu den Atem, experimentiert mit mehreren Vocal-Spuren und versucht sich selbst im Art- bis Chamber-Weg zu stehen. Ein „MidAirCollider“ überrascht dann schon mal mit einem Hauch Radiohead, ohne je zum Rock zu greifen. Es ist bloß die eigentümliche Grundstimmung und das Spiel damit, das vertraute Erinnerungen weckt.

Dieses Album auch nur annähernd zu erklären und zu umreißen, fällt erstaunlich schwer. Wie es auch zur Herausforderung wird, das Erlebnis Cubzoa auf den Punkt zu bringen. „Unfold In The Sky“ ist eine eigensinnige Erfahrung, so viel steht schnell fest, kauzig und doch butterweich. Jack Wolter schwebt irgendwo im Nirgendwo, ohne sich jedoch dem psychedelischen Happening vollends auszusetzen. Das hier ist ganz feiner Pop, dessen Essenz erst offengelegt werden muss. Mal etwas energischer, dann herrlich reduziert, schließlich fernab jeglicher Kategorisierung – fast Bon Iver und eigentlich doch nicht. Während Kategorisierungen versagen, wächst dieses feinsinnige, wunderschöne Album mehr und mehr ans Herz.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 24.10.2025
Erhältlich über: Bella Union (Rough Trade)

Website: cubzoa.co.uk
Instagram: www.instagram.com/cub_zoa