Schlagwort: Folk-Rock

Typhoon

Typhoon – Sympathetic Magic

Pandemie und Lockdown lassen viel Freiraum für Kreativität, doch wer kein eigenes Studio besitzt, muss für die dazugehörigen Aufnahmen zusätzliche Hürde überspringen. Bei Typhoon mit bis zu elf Mitgliedern je nach Lust, Laune und Bühne wurde die Angelegenheit ungleich komplexer. Und dann erscheint aus dem Nirgendwo und ohne Ankündigung ein brandneues Album, eine echte Überraschung. Über die letzten Monate geschrieben, teils in Kyle Mortons Keller improvisiert oder als Voice-Memo übermittelt, landet nun das betont politische Collagenwerk „Sympathetic Magic“, dem man seine fragmentierte Entstehung zu keiner Zeit anhört. Und das, obwohl einige Demo-Schnippsel eingebunden worden sein sollen.

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Beans On Toast

Beans On Toast – Knee Deep In Nostalgia / The Uncertain Future

Seit 2009 veröffentlicht das JayMcAllister, das Schweizer Uhrwerk aus Braintree, jedes Jahr pünktlich zu seinem Geburtstag am 1. Dezember ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Dieses Unterfangen gestaltete sich heuer aus mehreren Gründen etwas anders. Einerseits feierte McAllister seinen 40er und wollte sich einer kurzweiligen Reise in die eigene Vergangenheit widmen, andererseits stellte die Pandemie alle Pläne auf den Kopf. Deswegen entstanden gleich zwei neue Alben: „Knee Deep In Nostalgia“ befasst sich mit dem eigenen Erinnerungsschatz, „The Uncertain Future“ betrachtet ein Jahr des Grauens und der Ungewissheit.

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Brendan Lewes

Brendan Lewes – Nine Songs Sung From The End

Vor fünf Jahren zog der britische Singer/Songwriter Brendan Lewes nach Kiel. Die Gitarre war natürlich im Gepäck. Seither spielte er über 300 Konzerte in allen Ecken Deutschlands und zeigte sich während Lockdown und Social Distancing kreativ – Auftritte vor geparkten Autos, hinter Plexiglasscheiben und in Gärten begleiteten ihn durch Frühjahr und Sommer. Ganz nebenbei spielte er noch ein durch Crowdfunding finanziertes Album ein, begleitet von befreundeten Musikern aus Kiel, den Gambling Ambers. „Nine Songs Sung For The End“ steht als Titel symbolisch für die düstere Gegenwart.

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Chamberlain

Chamberlain – Red Weather

In den 90er Jahren legten Chamberlain mehrere maßgebliche Midwestern-Emo-Leckerbissen vor. 2000 löste sich die Band auf und fand nach einer Mini-Reunion erst vor zwei Jahren wieder zusammen, um eine Jubiläumstour ihres letzten Albums zu begehen. Wobei dieses „letzte Album“ mittlerweile überholt ist, denn aus den Revival-Gigs wurde ein komplettes Comeback, das sogar zurück ins Studio führte. Mit Emo-Klängen haben die gestandenen Herren mittlerweile aber wenig am Hut, und so klingt das Comeback-Werk „Red Weather“ nach gestandenem Heartland-Rock aus den Tiefen des amerikanischen Songbook.

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Calexico

Calexico – Seasonal Shift

Eigentlich wollten Calexico nur eine kleine saisonale EP aufnehmen, bloß kein Weihnachtsalbum. Dass es nun doch ein noch dazu im Hochsommer aufgenommenes Full-Length-Werk geworden ist, passt irgendwie ins Bild. Und wie sich das so gehört, klingt es eben nicht nur festlich, sondern tankt sich durch die musikalische Weltgeschichte, bringt ein paar Cover-Versionen sowie diverse Gäste mit. „Seasonal Shift“ widmet sich der Zeit vor, während und nach Weihnachten auf gewohnt multikulturelle und leidenschaftliche Weise.

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Matt Costa

Matt Costa – Yellow Coat

Mit seinem charmanten Auftreten und einem Strauß sympathischer Songs konnte sich Matt Costa schnell ein veritables Publikum aufbauen. Einst von No Doubt-Gitarrist Tom Dumont entdeckt und gefördert, veröffentlichte der 38jährige Kalifornier bislang vier Alben sowie unzählige Kleinformate. Die letzten beiden Jahre verbrachte er fast durchgehend auf Tour, zudem ging eine fast ein Jahrzehnt andauernde Beziehung in die Brüche. „Yellow Coat“ befasst sich mit diesem Herzschmerz, auch wenn man das vielleicht nicht immer gleich hört.

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Laura Jane Grace

Laura Jane Grace – Stay Alive

Viel Zeit zum Schreiben, wenig Möglichkeit für tatsächlichen Ertrag: Die Corona-Pandemie traf natürlich auch die Musikwelt heftig. Laura Jane Grace wollte nach einer Tour im März mit Against Me! ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, an denen sie zwei Jahre gearbeitet hatte. Und plötzlich ging nichts mehr. Nach anderthalb Monaten konnte sie sich aus der Schockstarre befreien und stellte fest, dass diese Tracks unbedingt aufgenommen werden mussten. So landete „Stay Alive“ vor wenigen Tagen als Überraschungsalbum ohne große Vorankündigung und stellt zugleich wohl Graces erstes echtes Solowerk dar, obwohl sie sich selbst nicht ganz so sicher ist. Nur eines betont sie augenzwinkernd: Es ist KEIN Akustik-Album.

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Elvis Perkins

Elvis Perkins – Creation Myths

Was war eigentlich vor dem ersten Album? Tatsächlich schrieb Elvis Perkins bereits vor seinem Debüt „Ash Wednesday“ einige Songs, die jedoch bestensfalls als Demos oder Open-Mic-Performances überlebten. Nach einer Soundtrack-Arbeit 2017 („The Blackcoat’s Daughter“, ein Film seines älteren Bruders Oz) ergab sich ein Fenster, bevor es zurück ans Songwriting gehen sollte. Perkins kramte im Archiv, grub neun Schätze aus und nahm diese neu auf. „Creation Myths“ wirft einen Blick zurück auf die Anfänge, aufgenommen mit modernem Auge.

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Bright Eyes

Bright Eyes – Down In The Weeds, Where The World Once Was

Vor neun Jahren schickte Conor Oberst seine Bright Eyes in eine inoffizielle Pause. Fortan widmete sich der einstige König von Saddle Creek verschiedensten Projekten, reanimierte die krachigen Desaparecidos und veröffentlichte unter eigenem Namen. 2017 trafen sich Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott bei einer Feier, man beschloss erneut gemeinsame Sache zu machen. In einem großen Jubiläumsjahr – 20 Jahre „Fevers And Mirrors“, 15 Jahre Doppelschlag „Digital Ash In A Digital Urn“ und „I’m Wide Awake It’s Morning“ – besinnen sich Bright Eyes auf ihre Wurzeln und nehmen zugleich alles mit, was diese Band so spannend macht. „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ dreht die Uhr zurück und blickt doch nach vorne.

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